Westfleisch mit IBM Informix

Fleischkontroll-App für den Einkauf

14.11.2012, von Hartmut Wiehr

Westfleisch sieht sich so gut gerüstet im Kampf um die Gunst kritischer Verbraucher. Die App sei der "Einstieg in das Thema Nachhaltigkeit", gibt sich Joachim Badde, Leiter der IT/Kommunikation, optimistisch. Die angestrebte "größtmögliche Transparenz bei der Herkunft von Fleischprodukten vom Bauernhof bis zum Supermarkt" biete den Verbrauchern ein "Höchstmaß an Sicherheit". Herkunftsdaten allein dürften aber nur dem etwas sagen, der sich in der Szene der Tierhaltung und -schlachtung auskennt oder über den Zugang zu unabhängigen Informationen und Beurteilungen verfügt. Insofern könnte man die App sicherlich noch etwas anreichern.

Echtzeit-Einblick in alle Prozesse

Ob die bestehende App schon von den Kunden im Laden angenommen wird, ist zumindest zweifellhaft: In einem Pilotprojekt, so Westfleisch, habe man 1200 Abrufe der App pro Monat für 21 verschiedene Produkte bekommen. Das ist für die genannten Supermarktketten nicht gerade viel.

Mit einer neuen Version der Data-Warehouse-Lösung von IBM Informix lassen sich Datenabfragen um 15 Prozent beschleunigen, heißt es bei IBM. Der Kunde erhalte so "in Echtzeit Einblicke in alle Prozesse". Das sei schon deshalb von Bedeutung für den Marktauftritt, weil man die Einhaltung von Vorschriften und die Produktqualität intensiver kontrollieren könne. IBM spricht sogar davon, dass man mit den Informix Warehouse Accelerators und mit In-Memory-Technologie die Datenauswertung um den Faktor 10 beschleunigen kann.

Kundin bei der Begutachtung der Ware: Die Westfleisch-Gruppe will mit einer eigenen App auf Basis von IBM Informix zur Aufklärung beitragen.Vergrößern
Kundin bei der Begutachtung der Ware: Die Westfleisch-Gruppe will mit einer eigenen App auf Basis von IBM Informix zur Aufklärung beitragen.
Foto: Westfleisch-Gruppe

"Immer schneller" wird nur dann zu einem Faktor beim Marktauftritt, wenn ein Unternehmen wie Westfleisch die täglichen Datenerhebungen zuverlässig durchführen und zeitnah analysieren kann. Bei dem Nahrungsmittelproduzenten darf man sich vor allem im Rahmen der staatlichen Kontrollen zur Einhaltung der Lebensmittel- und Futtermittelgesetze keine Schludereien und keine Fehler erlauben. Bei IBM heißt es dazu: "Für Revision und Controlling müssen dabei bis zu 17 Millionen Datensätze ausgewertet werden."

Was aufgeklärte Kunden brauchen

Kunden entscheiden sich heute auch danach, wie sich ein Hersteller in Sachen CO2-Verbrauch verhält. Die IBM-Lösung ermöglicht laut Hersteller die Ermittlung des CO2-Footprints verschiedener Produkte, die von Westfleisch auf den Verpackungen als Emissionsdaten für Rind-, Schweine- und Kalbfleisch veröffentlicht werden: "Verbraucher können sich darüber informieren, wie viel CO2 entsteht, bis das Schnitzel oder die Wurst im Einkaufskorb liegt." Bei der Westfleisch-Gruppe ist man überzeugt, dass diese Kennzahlen "in Zeiten des Klimawandels bei aufgeklärten Konsumenten verstärkt Interesse erwecken". "Sie zählen bei Produkten zu den Auswahlkriterien", erläutert der IT-Verantwortliche Badde.

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