Rolle des CIO

Johannes Helbig

Ohne IT-Architektur kein Internet der Dienste

20.10.2011, von Karin QuackHeinrich Vaske

Der ehemalige CIO Johannes Helbig ist nun Chief Innovation Officer der Deutsche Post Brief. Wie er diese Aufgabe ausfüllen will, verrät er im Interview.

Dieselben Anfangsbuchstaben, aber eine neue Aufgabe: Sie sind ab sofort nicht mehr Chief Information Officer, sondern Chief Innovation Officer . Was hat die Deutsche Post Brief dazu bewogen, diese Position zu schaffen?

Helbig: Jürgen Gerdes verankert das Thema Innovation auf C-Level. Das ist ein bemerkenswerter Vorgang. Er zeigt die Entschlossenheit, das Briefgeschäft in ein Wachstumsgeschäft zu transformieren.

Johannes Helbig, Chief Innovation Officer der Deutsche Post/Brief.Vergrößern
Johannes Helbig, Chief Innovation Officer der Deutsche Post/Brief.
Foto: Joachim Wendler

Und was sind Ihre Aufgaben in dieser Rolle?

Helbig: Bisher galt meine operative Verantwortung der Post-IT. In Zukunft habe ich die Chance, mich ganz auf innovative Wachstumsfelder zu konzentrieren.

Eines der Projekte, in das Sie tief involviert waren, ist der E-Postbrief. Um welche Wachstumsfelder soll es künftig gehen?

Helbig: Der E-Postbrief überträgt unser klassisches Produkt, den Brief, in die digitale Welt. Das liegt sehr nah am Kerngeschäft. Mit der Verankerung des Chief Innovation Officers im Bereichsvorstand wollen wir noch einen Schritt weiter gehen. Ziel ist es, künftig systematisch neue Geschäftsfelder zu identifizieren, zu entwickeln und auszubauen.

Zeichnet sich denn schon ab, in welche Richtung Sie demnächst innovativ sein wollen?

Helbig: Unser wirtschaftliches Umfeld befindet sich derzeit in einem sehr dynamischen Wandel. Globale Herausforderungen wie Energieeffizienz und Klimaentwicklung, Gesundheit und demographische Entwicklung, Mobilität oder auch Sicherheit spielen auch für unsere Gesellschaft in den kommenden Jahren eine große Rolle.

Das "Internet der Dinge" und das "Internet der Dienste" wird Realität. Dadurch entsteht ein Bedarf an neuen Dienstleistungen, gerade auch in der Kombination von physischen Leistungen und zugehörigen Informationsströmen. Für Unternehmen wie die Post mit hoher IT-Prozess- und Qualitätskompetenz und flächendeckender Präsenz entstehen wichtige Märkte.

Sie haben sich in den vergangenen Jahren für das Thema Service-orientierte Architekturen stark gemacht, auch als es nicht mehr en vogue war. Inwieweit tun Sie das weiterhin?

Helbig: SOA und Architecture Management allgemein wird auch in Zukunft für viele Unternehmen ein zentrales Thema sein, denn das "Internet der Dienste" wird ohne die entsprechenden Voraussetzungen in den Anwendungslandschaften der Unternehmen im B-2-B-Bereich nicht Realität werden.

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