SaaS-Anwender

Geschäftsfelder neu erschließen

Mit SaaS den IT-Betrieb umkrempeln

27.10.2010, von Andy Mulholland

Die SaaS-Umgebung ändert sich ständig

Die beiden oberen Ebenen des Schaubildes (Abbildung 1) stellen die Flexibilität für die "Spielplätze", die wettbewerbsdifferenzierenden Gestaltungsmöglichkeiten dar. Sie versetzen das Unternehmen in die Lage, neue Angebote zu entwickeln und neue Geschäftsfelder zu erschließen. Durch interaktive, virtualisierte Zusammenarbeit und firmeninterne Social Networks finden Problemstellungen und Mitarbeiterexpertise zueinander. Hierfür bietet sich eine Software-as-a-Service (Saas)-Umgebung an, um Vorteile aus der flexiblen, weil verbrauchsabhängigen Leistungsabrechnung zu ziehen und sicherzustellen, dass die Kosten nach dem Verursacherprinzip automatisch der jeweiligen Aktivität zugeordnet werden können. Die untere Ebene des Schaubildes zeigt traditionelle IT-Funktionen, die den Betrieb des Unternehmens sicherstellen. Diese Aufgabe lässt sich flexibel und kostenoptimiert durch verschiedene Virtualisierungsformen und Shared Services einschließlich Infrastructure-as-a-Service (IaaS) lösen.

Der Schlüssel zum Unternehmenserfolg und zum entscheidenden Vorsprung vor Wettbewerbern liegt in der Fähigkeit, Kernkompetenzen wirksam einzusetzen. Hierzu zählen alle Aktivitäten und Expertisen, die den Wert einer Firma ausmachen. Es sind die Kernprozesse, durch die die Produkte ihren Wert und ihre Einzigartigkeit erhalten, über die sie sich von Konkurrenzprodukten abheben. Ein Eingriff in diese Prozesse ist heikel, der Wandel geht nur langsam voran. Er muss sorgfältig geplant und von intensiver Integration begleitet werden, um Risiken zu minimieren. Umso spannender ist die Frage, wie die Transformation am besten zu erreichen ist: Lieber eine Fortsetzung vertikaler Applikationen mit traditionell eng gekoppelter Integration, oder soll es doch besser in Richtung einer Ansammlung von Services gehen?

Die Antwort beinhaltet beide Vorgehensweisen, und dies ist auch der Punkt, an dem die eigentliche Transformation ansetzt. Auf der einen Seite steht die virtuelle Lösung SaaS, auf der anderen Seite in Form von laaS gelieferte traditionelle Informationstechnologie für den Betrieb der IT. Die Lücke zwischen der durch SaaS erzielten Business-Differenzierung muss mit einer Platform-as-a-Service (PaaS) geschlossen werden. Die PaaS stellt einfache Programmierschnittstellen (APIs) bereit, über die sich die immer wieder ändernde SaaS-Umgebung anpassen lässt. Zudem besitzt sie eine stabile Schnittstelle zu den IT-Applications, die über ein Policy Management das Zusammenspiel der IT-Landschaft gewährleistet.

Der Erfolg der neuen, transformierten IT-Abteilung wird zu einem Großteil davon abhängen, wie Aufbau und Betrieb einer Unternehmens-PaaS gemeistert werden. Sie sollte so flexibel konstruiert sein, dass lokale Differenzierungen und gleichzeitig ein unternehmensübergreifender Einsatz der Ressourcen ermöglicht werden, ohne den IT-Basisbetrieb zu vernachlässigen.

Mein zweites Schaubild (Abbildung 2) zeichnet ein Bild des Enterprise Business Managements. Denn zu der Frage der IT-Strategie stellt sich zu Beginn des Transformationsprozesses die simple Frage: Was wollen wir überhaupt erreichen? Die Frage scheint auf den ersten Blick schnell beantwortet. Aber beim genaueren Hinsehen ergeben sich gerade in großen Unternehmen viele verschiedene Ziele auf einmal - und das in unterschiedlichen Unternehmensbereichen. Es gilt daher, einen Konsens zu finden, welche Aktivitäten untereinander abgestimmt sein müssen. Anhand des Schaubildes lassen sich leicht Ziele ausmachen. In der Praxis liegen die Antworten wohl in mehr als nur einem Feld. Umso mehr können Sie dann aber mit diesem Wissen einschätzen, wie Sie den Support entsprechend der Faktoren segmentieren müssen.

Andy Mulholland ist Chief Technology Officer von Capgemini.

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