Artikel zum Thema "IDC-Zahlen. Staatshaushalt 2012" bei CIO.de

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Russland ist ein Land, über das in der deutschen und europäischen Öffentlichkeit sehr unterschiedliche und teilweise widersprüchliche Ansichten und Vorstellungen existieren. Dies gilt nicht zuletzt auch für den Bereich der Wirtschaft. Einerseits zählt Russland zu den aufstrebenden BRICS-Staaten mit hohen Wachstumsraten, andererseits gilt das Land als zu abhängig von den Rohstoffexporten. Einerseits erscheinen Investitionen in Russland aufgrund der weit verbreiteten Korruption und einer schwerfälligen Bürokratie als schwierig, andererseits gilt Russland als einer der weltweit interessantesten Märkte. Welche der so unterschiedlichen Sichtweisen werden der russischen Realität am ehesten gerecht, und wo steht die russische Wirtschaft im Jahr 2013 wirklich? Schnell wachsende Volkswirtschaft Die russische Volkswirtschaft hat sich seit dem Ende der 90er-Jahre stabilisiert und erzielte durch zeitweise sehr hohe Wachstumsraten einen Anstieg des BIP pro Kopf von 2.000 Dollar auf aktuell 13.800 Dollar (IMF,  Okt. 2012). Zwar bedeutete die Krise der Jahre 2008 und 2009 einen tiefen Einbruch für die russische Wirtschaft, doch in den Jahren 2010 und 2011 erzielte diese bereits wieder Wachstumsraten von über 4 Prozent. Auch für das vergangene Jahr rechnen die Statistiker mit einem Wirtschaftswachstum von 4,3 Prozent (Ria Novosti, 27. November 2012). Damit gehört Russland zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften Europas. Zwar trifft die EU-Krise auch Russland, allerdings nicht so hart wie viele andere europäische Länder. Nach einer Studie von Goldman Sachs wird Russland im Jahr 2030 zu den fünf größten Volkswirtschaften der Erde gehören. Die russische Staatsverschuldung ist insgesamt sehr niedrig, insbesondere auch im internationalen Vergleich. So betrug die Gesamtstaatsverschuldung der russischen Föderation im Jahr 2011 nur 10 Prozent des BIP, während diese beispielsweise in Indien und Brasilien über 60 Prozent des BIP lag. Für das Jahr 2013 wird für Russland eine Verschuldung von etwa 12 Prozent des BIP prognostiziert. Auch das Haushaltsdefizit war mit 0,8 Prozent im Jahr 2011 vergleichsweise niedrig. In den letzten Jahren sind bei der Verschuldung aber gewisse Steigerungstendenzen unübersehbar, da die russische Fiskalpolitik auf die Jahre 2008 und 2009 antizyklisch reagierte - unter anderem durch eine Erhöhung der Sozialtransfers (Russland-Analysen Nr. 234, Februar 2012). Belastungen im Staatshaushalt Auch die staatlichen Reservefonds Russlands wurden durch die Maßnahmen zur Stimulierung der Wirtschaft in der Krise reduziert. So betrugen die Einlagen der Fonds vor der Krise noch 600 Milliarden Dollar und schrumpften dann durch das Programm zur Stützung der Wechselkurse und sozialpolitische Maßnahmen auf nur noch 250 Milliarden Dollar. In den letzten 2 Jahren profitierten die Fonds allerdings stark von den steigenden Energiepreisen, sodass die Einlagen wieder größer geworden sind. Belastungen wird der russische Staatshaushalt in den nächsten Jahren durch die Durchführung der Winterolympiade 2014 in Sotchi und der Fußball-WM 2018 in verschiedenen russischen Städten erleiden. Auch die kräftige Erhöhung verschiedener Etats in den vergangen Jahren, zum Beispiel für Bildung und Verteidigung, wirkt sich negativ auf die Stabilität der russischen Staatsfinanzen aus. Bisher verfügt die russische Föderation noch über einen deutlichen Leistungsbilanzüberschuss, doch es ist eine Absenkung dieses Überschusses in den Jahren 2012 und 2013 zu erwarten, da die Importe weiter ansteigen und das Exportwachstum begrenzt ist. Nach dem Jahr 2008 schwächte sich der ausländische Kapitalstrom nach Russland ab. Seitdem nimmt dieser wieder zu, doch das Vorkrisenniveau wird bis jetzt nicht wieder erreicht. Im Jahr 2011 wuchsen die Bruttoanlageinvestitionen um 8,3 Prozent, während im Jahr 2007 das Wachstum noch 22 Prozent betrug. Bemerkenswert ist, dass Zypern, die Niederlande und Luxemburg zu den größten ausländischen Investoren in Russland gehören. Da es sich hierbei zu einem großen Teil um Firmen russischer Eigentümer mit Registrierung im Ausland handelt, ist anzunehmen, dass dies oftmals Fluchtkapital ist, das wieder nach Russland zurückkehrt. Teilweise handelt es sich sogar um unternehmensinterne Zahlungsströme. Die Registrierung russischer Firmen im Ausland hat nicht nur steuerliche Gründe, sondern zeigt auch ein gewisses Misstrauen der Unternehmer gegenüber dem russischen Staat und dem Rechtssystem des Landes (Russland Analysen Nr. 234, Febraur 2012). 38 Prozent der Investitionen erfolgten im Jahr 2011 in den Finanzsektor, ein Viertel in die verarbeitende Industrie, 14 Prozent in die Förderung von Rohstoffen und 12% in den Handel. Handelspartner Deutschland China hat Deutschland seit Kurzem als Investor in Russland überholt, doch ist die deutsche Wirtschaft weiterhin in Russland sehr aktiv. So gibt es derzeit 6300 deutsche Unternehmen oder Unternehmen mit deutscher Beteiligung in Russland. Das sind sogar 2000 Unternehmen mehr als vor Beginn des Jahres 2008. Der deutsch-russische Handel erreichte im Jahr 2011 mit 72 Milliarden Euro einen neuen Rekord. Die Exporte nach Russland legten um fast 40 Prozent zu, die Importe aus Russland wuchsen um ein Drittel (GTAI, 24. Februar 2012). Im ersten Halbjahr 2012 wuchsen die deutschen Exporte nach Russland um weitere 15 Prozent. Damit hatte Russland Polen als wichtigsten Handelspartner Deutschlands in Osteuropa abgelöst (Russland Heute, 8. November 2012) Die gesamte EU importierte im vergangenen Jahr Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar aus Russland, wobei der Großteil der Importe Energie und Rohstoffe waren. Demgegenüber betrug der Export der EU-Staaten nach Russland nur 108 Milliarden Dollar. Besonders gut sind die Exportchancen deutscher Unternehmen im Maschinenbau, dem Automobilsektor und dem Gesundheitssektor (GTAI, Februar 2012). Der Beitritt Russlands zur WTO dürfte die Absatzchancen der deutschen und europäischen Unternehmen auf dem russischen Markt weiter erhöhen. Russland ist im Rahmen des Beitritts sehr umfassende Pflichten eingegangen. So gibt es für viele Branchen keinerlei Übergangsfristen und Sonderregelungen. Zum Beispiel hatte China bei seinem WTO-Beitritt im Jahr 2001 wesentlich mehr Ausnahmeregelungen ausgehandelt. Die russischen Zollsätze sollen mit dem WTO-Beitritt von derzeit durchschnittlich 10 Prozent auf nur noch 7,3 Prozent im Durchschnitt sinken. Die Industriezölle sollen von knapp 10 Prozent auf den Durchschnittssatz von 6,4 Prozent sinken. Experten rechnen mit einer starken Zunahme der Investitionen in Russland in den kommenden Jahren. Mitgliedschaft der WTO Allerdings gibt es auf russischer Seite auch starke und zum Teil berechtigte Ängste vor den Folgen des WTO-Beitritts. Insbesondere die Wirtschaftsbranchen, die sich bisher nur wenig dem internationalen Wettbewerb stellen mussten, fürchten sich vor den Konsequenzen der WTO-Mitgliedschaft Russlands. So gibt es von russischer Seite Bestrebungen, die eigene Wirtschaft durch neu errichtete Handelshemmnisse zu schützen - zum Beispiel durch Einführung einer Recyclinggebühr für Importautos. Damit soll die im WTO-Abkommen vorgesehene Senkung der Zölle von 30 auf nur noch 15 Prozent des KFZ-Wertes teilweise kompensiert werden ( Die Welt , 21. August 2012). Der Import von Lebensmitteln und Agrarprodukten wird mitunter durch Interventionen der russischen Gesundheitsbehörden behindert. Die WTO wird in den nächsten Monaten aber sicher auf einen weiteren Abbau dieser künstlichen Handelsschranken drängen. Bisher haben sich die ausländischen Investitionen in Russland auf einige wenige große Städte des Landes konzentriert - dabei steht Moskau an der Spitze, gefolgt von Petersburg. In den letzten Jahren ist aber zunehmend auch in den Regionen investiert worden, wobei hier besonders die Bezirke Kaluga, Swerdlowsk, Krasnodar und die autonome Republik Tartastan zu nennen sind. Besonders stark sind auch die Investitionen im Nordwesten Russlands, dem Gebiet Leningrad, gestiegen. Allerdings ist Moskau mit der umgebenden Region nach wie vor in der russischen Wirtschaft dominant. Die russische Regierung versucht durch die gezielte Förderung von Investitionen in den russischen Regionen die Dominanz der Hauptstadt zu vermindern, doch ist dies bisher nur zum Teil gelungen. Zudem ist die Wirtschaftspolitik in den einzelnen Regionen sehr unterschiedlich. Einige Gebiete haben sich stark um Investitionen bemüht, während Investitionen in anderen Regionen durch die regionale Administration eher behindert wurden. Daher wurde von Seiten der deutsch-russischen Außenhandelskammer auch schon die Forderung erhoben, in den Regionen die Position eines Ombudsmanns einzurichten, der Investoren aktiv unterstützt (Deutsch-Russische AHK, 13. September 2012). Die Serie im Überblick: Politik und Wirtschaft in Russland - Teil 1: Zwischen Boom und Stagnation (14. Februar 2013) Politik und Wirtschaft in Russland - Teil 2: Öl, Pipelines und seltene Erden (25. Februar 2013) Politik in der Türkei: Jahrhundertfeier als Präsident - Teil 1 (8. Nov 2012) Wirtschaft in der Türkei: Wachstum ohne EU-Standards - Teil 2 (14. Nov 2012) Wirtschaft und Politik im Ausland: Polen wendet sich dem Westen zu (12. Jun 2012) Wirtschaft und Politik im Ausland: Das Faustpfand der Ukraine (18. Jun 2012) Marktanalyse: Argentinien: Autohändler exportieren Wein (18. Apr 2012) Marktanalyse: Vietnam - Risiken und Stärken des Tiger-Staats (15. Mär 2012) Mathias von Hofen arbeitete als Abteilungsleiter bei Kubon & Sanger . Der Verlag ist spezialisiert auf den Import von Literatur aus Russland, Osteuropa und Zentralasien. Er arbeitete zudem 4 Jahre für die russische Nachrichtenagentur Interfax. Von Hofen schloss ein Studium der Politwissenschaften an den Universitäten Hamburg und Marburg mit Diplom ab. Autor: Mathias von Hofen
Kontron AG / Schlagwort(e): Sonstiges 21.03.2012 06:35 Veröffentlichung einer Ad-hoc-Mitteilung nach § 15 WpHG, übermittelt durch die DGAP - ein Unternehmen der EquityStory AG. Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent verantwortlich. =-------------------------------------------------------------------------- - 15,7% Umsatzplus im Vergleich zum Vorjahr auf 589,6 Mio. Euro - EBIT-Anstieg auf 34,1 Mio. Euro - Gewinn je Aktie klettert auf 0,39 Euro - Dividende von 20 Cent je Aktie vorgeschlagen - Kontron 2012 weiter auf profitablem Wachstumskurs Eching bei München, 21. März 2012 - Die Kontron AG, weltweit führender Anbieter von Embedded Computer Technologie, hat im Geschäftsjahr 2011 mit einem Plus von 15,7 % einen neuen Rekordumsatz von 589,6 Mio. Euro erzielt. Das operative Ergebnis (EBIT) entwickelte sich ebenfalls sehr positiv und stieg von -5,8 Mio. Euro im Vorjahr auf 34,1 Mio. Euro 2011. Das Ergebnis je Aktie konnte auf 0,39 Euro gesteigert werden (2010: -0,24 Euro). Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung im Juni 2012 die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 20 Cent je Aktie vorschlagen Der Umsatz 2011 hat damit die Prognose übertroffen und der Ertrag demonstriert die solide Entwicklung der Kontron AG in schwierigem Umfeld. Auch bereinigt um einmalige Sondereffekte in Zusammenhang mit den Aktivitäten in Malaysia konnte das operative Ergebnis um rund 40 % gesteigert werden. Um die Aktionäre an der erfreulichen Entwicklung zu beteiligen, wird die Dividende mit 20 Cent stabil gehalten. Die Aktionäre der Kontron AG können so mit einer Dividendenrendite rechnen, die auf Basis des Jahresschlusskurses 2011 3,9 % beträgt. 2012 will die Kontron AG ihren Wachstumskurs fortsetzen. Mit ihrem Angebot von Embedded Computer Systemen und Lösungen für Anwendungen in den mittlerweile sieben Branchen industrielle Automation, Energie, Transport, Telekommunikation, Infotainment, Medizintechnik und Sicherheit & Verteidigung ist Kontron dafür so diversifiziert wie sonst kaum ein Mitbewerber weltweit. Kontron fokussiert sich zukünftig auf die margenstärkeren Bereiche Systeme und Lösungen. Ein wichtiger Schritt im Rahmen dieser Fokussierung war daher der Verkauf der Produktionsanlagen der malaysischen Tochtergesellschaft KDMS an den strategischen Partner Plexus Corp. im Januar 2012. Angesichts des wirtschaftlichen Umfelds hält Kontron an seiner Prognose für 2012 vom Anfang dieses Jahres fest. Die öffentliche Hand ist international ein bedeutender Abnehmer für Embedded Computer Produkte von Kontron. Aufgrund der schwierigen Finanzlage vieler Staatshaushalte rechnet Kontron mit einem verhaltenen Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr. Zugleich erwartet das Management signifikante positive Impulse im zweiten Halbjahr 2012. Kontron plant für 2012 einen Umsatz auf Vorjahresniveau (auf bereinigter Basis von 574 Mio. Euro), mit einer Schwankungsbreite von +/- 3 %. Die EBIT-Marge soll ebenfalls gesteigert werden. Mit einer 2011 weiter verbesserten Finanzstruktur bei einer Eigenkapitalquote von 63,7 % (2010: 62,2 %), einem Eigenkapital von 333,6 Mio. Euro (2010: 320,8 Mio. Euro) und einem operativen Cash Flow von 31,6 Mio. Euro (2010: 16,2 Mio. Euro) hat Kontron gute Voraussetzungen für weiteres Wachstum geschaffen. Investor Relations: Für weitere Informationen: Gaby Moldan Dr. Udo Nimsdorf Kontron AG Engel & Zimmermann AG Oskar-von-Miller-Str. 1, Agentur für Wirtschaftskommunikation 85386 Eching Schloss Fußberg, Am Schlosspark 15, Tel: 08165/77212, Fax 08165/77222 82131 Gauting Tel: 089-89 35 633, Fax: 089-89 39 84 29 Email: Gaby.Moldan@kontron.com Email: info@engel-zimmermann.de 21.03.2012 Die DGAP Distributionsservices umfassen gesetzliche Meldepflichten, Corporate News/Finanznachrichten und Pressemitteilungen. DGAP-Medienarchive unter www.dgap-medientreff.de und www.dgap.de =-------------------------------------------------------------------------- Sprache: Deutsch Unternehmen: Kontron AG Oskar-von-Miller-Str. 1 85386 Eching Deutschland Telefon: 08165-77-225 Fax: 08165-77-222 E-Mail: gaby.moldan@kontron.com Internet: www.kontron.com ISIN: DE0006053952 WKN: 605395 Indizes: TecDAX Börsen: Regulierter Markt in Frankfurt (Prime Standard); Freiverkehr in Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, München, Stuttgart Ende der Mitteilung DGAP News-Service =--------------------------------------------------------------------------
Aufstieg, Krisen und Skandale. Wie sich die Telekom vom verkrusteten Staatsbetrieb zum internationalen ITK-Player entwickelte.

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