Social Media in Unternehmen

Web 2.0 bei Rheinmetall und Telekom

04.03.2010, von Riem Sarsam

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Web 2.0 läuft nicht, titelte das CIO-Magazin im Oktober. Aber es gibt Ausnahmen, wie die Beispiele bei Rheinmetall und der Telekom zeigen.

Markus Bentele, Corporate CIO und CKO, Rheinmetall AG: "Der Erfolg sozialer Netzwerke hängt stark von der Bereitschaft jedes Einzelnen zur Kommunikation und Kooperation ab."Vergrößern
Markus Bentele, Corporate CIO und CKO, Rheinmetall AG: "Der Erfolg sozialer Netzwerke hängt stark von der Bereitschaft jedes Einzelnen zur Kommunikation und Kooperation ab."

Markus Bentele war ernsthaft sauer. Der Corporate CIO von Rheinmetall hatte auf einer Veranstaltung des CIO-Magazins über den Einsatz neuer, schicker Collaboration-Tools referiert, und kurze Zeit später titelt die Redaktion: Web 2.0 läuft nicht. "Ich habe Ihnen doch gezeigt, was wir bei Rheinmetall damit schon erreicht haben", echauffierte sich Bentele am Telefon und schob auch gleich einen Beitrag im CIO-Forum "Neues Arbeiten" nach. In dem lesenswerten Artikel erklärt er auf etwa sechs Seiten alle Vorzüge vom Web 2.0 im Unternehmenseinsatz, bislang ungeschlagen der längste Beitrag im CIO.de-Netzwerk.

2009, so eine Forrester-Studie, arbeitete bereits die Hälfte aller Unternehmen in irgendeiner Form mit Web-2.0-Software (vgl. Grafik Seite 1, "Web 2.0 in Unternehmen"). Die meisten tun dies in erster Linie, um mehr Sichtbarkeit, aber auch eine größere Streuung von Wissen innerhalb des Unternehmens zu bekommen. Sie wollen darüber hinaus die Kommunikation verbessern und hoffen, drittens, Projekte erfolgreicher durchführen zu können (vgl. Grafik Seite 2, "Warum Web 2.0").

Grafik: "Web 2.0 in Unternehmen".Vergrößern
Grafik: "Web 2.0 in Unternehmen".

Das Problem: Es gelingt nur selten, dem Mitarbeiter diese Motive nahezubringen. Beim IT Excellence Benchmark 2009 antworteten mehr als 12.000 Mitarbeiter aus 60 Unternehmen auf die Frage, welche Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Kollegen sie haben beziehungsweise nutzen. Die Antworten belegen, dass deutsche Unternehmen bei Web-2.0-Techniken noch ziemlich am Anfang stehen (vgl. Grafik Seite 3, "Collaboration in Unternehmen").

Der Einsatz der Werkzeuge hat im Privaten begonnen und schwappt erst in einem zweiten Schritt in die Unternehmen. Selten wird das Thema von oben verordnet, in den meisten Fällen entsteht es an der Basis, in der Belegschaft, bei Einzelnen, die bereits außerhalb des Unternehmens twittern, bloggen oder im Web socialisen. "U-Boot-Strategie" nennt Frank Schönefeld diese Form der Verbreitung, die zum Wesenszug von Web 2.0 gehört und eine Herausforderung für die klassische Vorgehensweise in Unternehmen darstellt. Schönefeld ist Mitglied der Geschäftsleitung der T-Systems Multimedia Solutions GmbH und Autor des Buches "Web 2.0 Praxisleitfaden".

Weitere Inhalte zu:
Web 2.0, Rheinmetall, Collaboration-Tools, Neues Arbeiten, IT Excellence Benchmark 2009
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