Umgang mit Social Media

Diese Unternehmen überlebten Shitstorms

25.06.2012, von Michael Kallus

Ob Dirk Nowitzki Wurst isst oder ein Monitor über den Zaun fliegt: Die Auslöser für Shitstorms sind vielfältig. Drei Fälle, in denen Firmen bravourös reagieren.

Er hatte nicht einmal versucht, zu klingeln. Stattdessen warf der Bote von FedEx den Monitor einfach über den Zaun. Was er nicht wusste: Er wurde von einer Überwachungskamera gefilmt. Das machte ihn berühmt, denn der Kunde stellte das Video auf Youtube ein. Dort wurde es fast neun Millionen Mal abgerufen.

Die schnelle Reaktion verschaffte FedEx mehr positive als negative Stimmen.Vergrößern
Die schnelle Reaktion verschaffte FedEx mehr positive als negative Stimmen.
Foto: McKinsey

FedEx reagierte innerhalb von zwei Tagen und produzierte ein eigenes Youtube-Video. In diesem Video entschuldigt sich der verantwortliche Manager der Auslieferungsorganisation von FedEx und erklärt, der Kunde werde einen neuen Monitor erhalten und der Bote zur Verantwortung gezogen. Zudem berichtet er, welche Maßnahmen FedEx ergriffen hat, um daraus zu lernen. So werde das Video künftig zu Schulungszwecken genutzt.

Social-Media-Kanäle permanent überwachen

Die Grundlagen einer so schnellen Reaktion beruhen auf einem permanenten Screening der bekannten Social-Media-Tools sowie durchdachten Guidelines, um in einem solchen Fall rasch handeln zu können. Tatsächlich drehte FedEx mit seiner Reaktion die Stimmung um, berichtet eine Studie von McKinsey.

Auch die Direktbank ING Diba beherrscht dieses Social-Media-Handwerk. Hier war ein Werbespot der Auslöser, in dem Dirk Nowitzki in seine fränkische Heimat zurückkehrt, die Metzgerei seiner Kindheit besucht und mit den Worten "Damit Du groß und stark wirst" eine Scheibe Wurst isst. Daraufhin kritisierten Vegetarier die Bank auf deren Facebook-Seite und traten eine heftige Diskussion los.

Michael Kallus - 26.06.2012 14:11
Dank Ihnen für Ihren Hinweis. Sie haben Recht, das war nicht sauber formuliert. Die Kritik richtete sich zu keiner Zeit gegen die Ing-Daba, es war eine Auseinandersetzung zwischen Vegetarier und Fleischkonsumenten. Ob dieser Fall als ein Shitstorm bezeichnet werden kann, darüber kann man sicher diskutieren. Aber die schnelle und diskrete Reaktion der Bank war sicher ein wichtiges Element im Umgang mit den zahlreichen Nutzern. Und darum ging es uns vornehmlich in diesem Artikel.
Christian - 25.06.2012 09:46
Sehr geehrte Redaktion, ein interessanter Beitrag. Ich möchte jedoch darauf verweisen, dass zu keiner Zeit im Ing-Diba Shitstorm die Bank inhaltlich betroffen war. Dementsprechend die Aussage: "Daraufhin kritisierten Vegetarier die Bank auf deren Facebook-Seite und traten eine heftige Diskussion los." nicht stimmt. Die Bank wurde niemals kritisiert. Es gibt durchaus Stimmen im Netz, die deswegen argmentieren, dass der Fall gar kein Shitstorm war. Denn letztlich war nur die Fb-Plattform der Bank betroffen.
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