T-Systems, IBM, CSC & Co.

Wie 2012 für die IT-Dienstleister lief

20.12.2012, von

Zwei widersprüchliche Trends prägten das Jahr: steigender Preisdruck und wachsende Umsätze. T-Systems, IBM, Accenture, CSC und Capgemini im Kurzcheck.

Dietmar Fink, Professor an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg: "Ich weiß von einem Projekt, da haben IT-Berater eines großen Anbieters für 250 Euro am Tag gearbeitet."Vergrößern
Dietmar Fink, Professor an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg: "Ich weiß von einem Projekt, da haben IT-Berater eines großen Anbieters für 250 Euro am Tag gearbeitet."
Foto: Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Käme die Zahl nicht aus berufenem Mund, man könnte sie kaum glauben. "Ich weiß von einem Projekt, da haben IT-Berater eines großen Anbieters für 250 Euro pro Tag gearbeitet", sagt Dietmar Fink, Professor für Unternehmensberatung an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Dennoch wächst der Branchenumsatz kräftig. Laut Lünendonk GmbH steigerte er sich von 2010 auf 2011 um 11,3 Prozent. In diesem Jahr dürfte der Zuwachs nicht ganz so hoch ausfallen, Prognosen aus dem Frühjahr sind nach unten korrigiert worden. Einen Stopp von Projekten gibt es jedoch nicht.

Ein Widerspruch sind Preisdruck und Wachstum nicht wirklich. Für den Druck gibt es drei Gründe. Erstens ist der Markt sehr reif, viele Anbieter können vieles sehr gut, für die Kunden gibt es immer weniger Anlass, eine Cloud-Lösung zum Beispiel unbedingt bei einem ganz bestimmten Anbieter zu kaufen statt irgendwo zum möglichst niedrigen Preis. Zweitens haben große Kunden in der Regel alle IT-Lösungen, die sie brauchen. Wenn sie heute investieren, dann, um zu verschlanken. Und "die Kunden haben begriffen, dass sie sich nicht in allen Prozessen vom Wettbewerb unterscheiden müssen, um im Markt erfolgreich zu sein", sagt Julia Reichhart, Principal Analyst bei PAC.

Außerdem fördern die IT-Dienstleister diesen Trend selbst, zum Beispiel beim Thema SAP: "Einzelne Anbieter entwickeln für einen Kunden eine spezielle SAP-Lösung für ein Branchensegment oder für ein horizontales Thema, die dann replizierbar gemacht und weiteren Kunden zur Verfügung gestellt wird", so PAC in einer Untersuchung über den SAP-Anbietermarkt.

Und noch ein Argument für niedrige Preise: Die Angebote mancher IT-Dienstleister sind bewusst niedrig, wohlwissend, dass das Geld mit nachträglichen Change Requests verdient wird. Besonders einer der großen Anbieter steht in dem Ruf, den Nachschlag intern schon zu Beginn mit hineinzurechnen - in der Hoffnung, dass ein Einkäufer entscheidet und nicht der CIO.

Critical Observer - 10.02.2013 21:52
Fercho ist mittlerweiler von seinen Ämtern als CEO bei CSC entbunden. Der Mann war in seinem Amt und mit den gegen ihn laufenden Gerichtsverfahren völlig untragbar.
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