Studie für Bundestag

IT-Strombedarf: Anstieg um 50 Prozent droht

25.01.2013, von

Die in den 1990er Jahren im Zuge der Einführung von PCs in die Arbeitswelt oft verbreitete Vision eines papierlosen Büros verdeutliche die Zwiespältigkeit solcher Abschätzungen. "Der Papierverbrauch in Deutschland ist seither nicht etwa gesunken, sondern gestiegen", so die Autoren weiter. Auch dem Optimismus bezüglich Green IT lägen zum Teil keine validen Daten, sondern lediglich Potenzialabschätzungen zu Grunde.

Forschungsoffensive empfohlen

Für die Felder intelligente Gebäude und Produktionsprozesse – also Smart Building, Smart Industry und Smart Motors – äußert sich das Institut vergleichsweise zuversichtlich, dass die Potenziale in den kommenden Jahren mit begrenzten Maßnahmen erschlossen werden können. Zurückhaltender sind die Experten bei Smart Mobility, Smart Logistics und Dematerialisierung.

"Eine große Herausforderung ist auch die große Komplexität im Bereich intelligenter Stromnetze (Smart Grid)", heißt es weiter in der Studie. "Hier können zwar große Potenziale zur Minderung des Ressourcenverbrauchs mobilisiert werden, allerdings sind die dafür zu schaffenden Rahmenbedingungen nicht konfliktfrei und bedürfen einer langfristigen Zielsetzung und Umsetzung."

"Neue Produkte und Dienstleistungen schaffen zusätzliche Konsumbedürfnisse", stellt das Institut im Hinblick auf Bumerang-Effekte fest. "Das Schwungrad zunehmender Produktion und Konsumtion bleibt nicht nur unangetastet, vielmehr ist zu vermuten, dass es durch Telekommunikation und Informationstechnologien noch beschleunigt wird." Es wäre aber laut Gutachten verfehlt, daraus abzuleiten, der IKT-Fortschritt stünde einer Verringerung des Ressourcenverbrauchs im Wege.

Die Experten empfehlen den Aufbau eines nationalen Green IT-Monitoring, eine nationale Roadmap "Green IT" mit konkreten Zielen für einzelne Green IT-Felder, eine Initiative klimaneutrale Rechenzentren für Deutschland, Umsetzung der Initiative "Green Office Computing", die Ausweitung der Forschung zu Rebound-Effekten der IKT, Förderung von IKT-Bereichen mit geringer Rebound-Gefahr wie Smart Energy in Gebäuden und die Festlegung konkreter Reduktionsziele für Deutschland für die einzelnen "Green durch IT"-Felder.

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