"Simplify IT" - was BCG empfiehlt

6 Tipps gegen die Komplexität

28.03.2013, von

Komplexe IT-Strukturen sind oft unausweichlich, aber auch teuer und behäbig. BCG-Berater geben sechs Tipps, die die IT-Komplexität reduzieren und bis zu 30 Prozent der IT-Kosten einsparen helfen.

An einer komplexen IT kommt kein großes Unternehmen vorbei. Aber wenn sie zu kompliziert wird, entstehen Kosten: Firmen reagieren nur langsam auf Veränderungen, so dass Neuerungenzu lange bis zur Marktreife (Time-to-Market) brauchen. Doch wie die Komplexität reduzieren? Das stellt CIOs vor Herausforderungen. Oft stochern die Unternehmen dabei im Nebel.

"IT-Kosten lassen sich mit Simplifizierung um bis zu 30 Prozent senken", sagt Studienleiter Michael Grebe von BCG.Vergrößern
"IT-Kosten lassen sich mit Simplifizierung um bis zu 30 Prozent senken", sagt Studienleiter Michael Grebe von BCG.
Foto: BCG

Eine Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) hat IT-Komplexität untersucht und sechs Ansätze analysiert, wie ein Unternehmen erfolgreich die Strukturen vereinfachen kann. "Simplifizieren kann die gesamten IT-Kosten um bis zu 30 Prozent senken", sagt Michael Grebe, Autor der Studie.

Wie Komplexität entsteht

IT-Strukturen entstehen langsam, nicht über Nacht. Die drei wichtigsten Gründe für ihr Entstehen: Firmenübernahmen und -zusammenschlüsse, eine schwache IT-Governance und dürftiges Verständnis auf Geschäftsleitungsebene dafür, dass Komplexität hohe Kosten nach sich zieht. Zum Teil sind die Probleme der IT auch hausgemacht. Weil sich IT-Entscheider oft den Wünschen der Geschäftsleitung anpassten, hatten sie die Langzeitfolgen der vielen kleinen Entscheidungen nicht im Blick. Aber es gibt Abhilfe.

1. Intelligentes Nachfragemanagement

Oft stehen IT-Entscheider vor einem großen Problem: Die Geschäftsleitung verlangt etwa Support oder ein Produkt zu einem Preis, der nicht im Verhältnis steht zum Business Value. Dahinter steckt: IT-Kosten sind oft nicht mehr transparent. "Zwar sinken die Stückkosten in der IT", sagt Grebe. "Aber die vom Geschäft erzeugte Nachfrage, etwa den Speicherbedarf, Emails und so weiter, nimmt Jahr für Jahr zu. Damit steigen letztendlich auch die IT-Gesamtkosten." Doch genau das ist das Problem: "Häufig wird einfach hingenommen, dass die Volumina steigen, obwohl diese oft keinen zusätzlichen Geschäftsnutzen erzeugen", sagt Grebe.

CIOs müssen also die Kosten beziffern und Kostentreiber und -senker identifizieren. So kann die Komplexität ohne Wertverlust reduziert werden. In der Studie wird auch ein Beispiel angeführt: Ein globaler Finanzdienstleister stellte fest, dass Kunden mit Bestätigungs-Emails für Buchungen genauso zufrieden waren, wenn ihre vollständige Adresse nicht extra eingefügt war. Das reduzierte den Aufwand erheblich und senkte die Kosten. Auch kleinere Änderungen können eben den Ausschlag geben. Insgesamt, so die Studie, könnte die Nachfrage nach IT-Support um 15 Prozent reduziert werden. Das wiederum spart etwa zehn Prozent der Kosten ein.

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