Scheidender Intel CEO

Otellinis hoffnungsfroher Blick zurück

02.05.2013, von

Ab Juli werden die Leute wieder PCs kaufen. Intels Geschichte ist noch nicht geschrieben. Das sagt Paul Otellini, Noch-CEO von Intel. Mitte Mai geht er in den Ruhestand - Zeit für einen Rückblick.

Paul Otellini war seit 2005 CEO von Intel. Im Mai 2013 wird er diesen Job aufgeben, will dem Unternehmen aber weiterhin als Berater zur Seite stehen.Vergrößern
Paul Otellini war seit 2005 CEO von Intel. Im Mai 2013 wird er diesen Job aufgeben, will dem Unternehmen aber weiterhin als Berater zur Seite stehen.
Foto: Intel

Rund vierzig Jahre hat Paul Otellini für Intel gearbeitet. Er kam 1974 zu dem Unternehmen und übernahm verschiedene Positionen - nicht nur im Bereich Technologie, sondern auch im Marketing. Seit 2005 saß er als CEO auf dem Chefsessel.

Mitte Mai wird Otellini in den Ruhestand gehen und blickt nun auf sein Berufsleben zurück. Die Marketing-Brille lässt er auf.

So verkündet der scheidende Intel-Chef optimistisch, in der zweiten Jahreshälfte 2013 werde der PC-Markt wieder wachsen. Als Treiber nennt Otellini die neuen Haswell-Chips, Produkte mit Touch-Technologie und die weltweite wirtschaftliche Erholung.

Mit dieser Meinung dürfte Otellini alleine stehen - Analysten erwarten weiterhin eine steigende Nachfrage nach Laptops und Tablets. Im Mobilmarkt hat aber der Chip-Entwickler ARM die Nase vorn. Nathan Brookwood, Research Fellow bei Insight 64, sagt, Intel habe den Wandel vom PC zu Tablets und Smartphones verpasst. Seit Anfang 2013 ist Intels Aktienkurs denn auch um 17 Prozent gefallen.

In diese Richtung gehen auch viele Online-Kommentare von Nutzern. Ein User namens Jaywontdart fragt sich auf Theverge.com, was Intel denn iPhone, Nexus und iPad entgegenzusetzen habe. Jemand namens Bahumbug beklagt das trotzige Festhalten an "everything x86". Deshalb habe er sich auch vor ein paar Jahren von seinen Intel-Aktien getrennt.

Dennoch: Otellini steigerte den Jahresumsatz des Unternehmens während seiner Amtszeit von knapp 39 auf 54 Milliarden Dollar. Der Konzern gilt nach wie vor als einer der teuersten der Welt.

Das Unternehmen sei gut aufgestellt und reagiere schnell auf technologische Veränderungen. Intels Geschichte sei noch nicht fertiggeschrieben, sagt Otellini.

Über seine Nachfolge ist noch nicht entschieden. Von drei Top-Kandidaten ist die Rede: Renee James, Senior Vice President und Leiterin der Abteilung Software und Services, Brian Krzanich, Chief Operating Officer und Senior Vice President und Stacy Smith, Chief Financial Officer und ebenfalls Senior Vice President. Alle drei haben den Titel Senior Vice President erst im vorigen November erhalten - zeitgleich mit Otellinis Rückzugs-Ankündigung.

Der scheidende CEO will Intel künftig als Berater zu Seite stehen. Insofern bleibt dem Unternehmen sein Optimismus erhalten.

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