IT-Ausgaben

Anwender sparen an externen IT-Services

12.09.2008 (aktualisiert), von Sabine Prehl

Die Krise hat Europa erreicht. Vor allem im IT-Dienstleistungsbereich wollen viele Firmen ihre Ausgaben kürzen und die Preise neu verhandeln.

Mehr als 40 Prozent der großen Unternehmen haben ihre IT-Budgets in diesem Jahr wegen des globalen wirtschaftlichen Rückgangs gekürzt. Das ergab eine Studie von Forrester Research, für die knapp 950 Senior IT-Manager in Nordamerika und Europa befragt wurden. 24 Prozent haben die frei verfügbaren Gelder eingefroren. Nur 28 Prozent der Befragten gaben an, dass die Wirtschaft keinen Einfluss auf ihre IT-Budgets habe.

Vor allem an den Ausgaben für IT-Dienstleistungen wird gespart: So erklärten 70 Prozent der Anwender, dass sie wahrscheinlich niedrigere Preise mit ihren Lieferanten aushandeln werden.16 Prozent sagten, sie hätten ihre IT-Serviceausgaben bereits gekürzt. Am härtesten trifft es die IT-Abteilungen der Finanzdienstleister: Fast die Hälfte (49 Prozent) hat laut Studie ihre Budgets gekürzt. In den Medien sowie der Unterhaltungs- und Freizeitindustrie gaben dies dagegen lediglich 39 Prozent der Befragten an.

Die Nachfrage der Großunternehmen ist laut Forrester bislang nur geringfügig zurückgegangen. Insgesamt bleibt die Nachfrage nach IT-Dienstleistungen stabil, so die Analysten:"Das ist kein Einbruch der Ausgaben auf breiter Front. Vielmehr zeigt der Einfluss der Wirtschaft auf die IT-Ausgaben große Unterschiede bezüglich Branche und Region", fasst John McCarthy, Vice President von Forrester Research und Principal Analyst, zusammen. "Im IT-Dienstleistungssektor hat der Rückgang bewirkt, dass Firmen ihre Preise neu verhandeln, selektiver bei der Wahl ihrer Provider geworden sind und ihre Ausgabenpläne sorgfältiger überdenken." Mit Preisrückgängen im IT-Servicebereich rechneten die Anwender aber nicht.

Die Sparmaßnahmen sind zwar in Nordamerika stärker verbreitet als in Europa. So hat fast die Hälfte der nordamerikanischen Unternehmen die IT-Budgets zusammengestrichen. Von ihren europäischen Kollegen sind es bislang nur 31 Prozent. Das kann sich inzwischen aber geändert haben: Die Untersuchung fand im zweiten Quartal statt, also noch bevor die sich verschlechternden ökonomischen Umstände Europa erreichten.

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