Social Software

IBM, Microsoft und Jive im Vergleich

21.12.2011, von Werner Kurzlechner

Bei SharePoint fehlt noch einiges

Derart als Taktgeber kann Microsoft zurzeit nicht auftreten. Fairerweise muss man daran erinnern, dass SharePoint seit Jahren seine Kernfunktionen erfüllt und nur schrittweise mit Web-2.0-Funktionen angereichert wird. "Mit Version 2010 hat Microsoft SharePoint in die Liga der Social-Software-Plattformen gehoben", sagt Kaiser. SharePoint sei allerdings weiterhin in erster Linie ein horizontales Portal mit integriertem Content- und Dokumenten-Management, in dem soziale Funktionen noch eine untergeordnete Rolle spielen. So finde sich keine vergleichbare Implementierung eines Activity Streams im Produkt wieder. Auch die Social-Analytics-Funktionen seien nur schwach umgesetzt.

Hier stellt sich indes die Frage, ob jeder Anwender unbedingt die Avantgarde-Lösung braucht. Technisch haben nach Einschätzung Acandos vor allem IBM, aber in Teilen auch Jive die Nase vorn. In der Praxis sind die Infrastruktur, Back-End-Systeme und die Mobile-Strategie eines Unternehmens ebenso gewichtige Faktoren. Wer traditionell stark auf Microsoft-Lösungen setzt, fährt möglicherweise mit SharePoint am besten. "Wem SharePoint als Social Software nicht ausreicht, der kann seine bestehende Plattform mit Jive SBS oder IBM Connections aufwerten und so die Stärken von SharePoint mit denen einer ausgewachsenen Software koppeln", beruhigt hierzu Studienautor Kaiser. Für Java-Anwender bieten sich laut Acando indes IBM und Jive an. Auch die Unternehmensgröße und damit die zu verarbeitende Datenmenge spielten eine Rolle.

Zusammenfassend bewertet Acando die Lösungen hinsichtlich der Implementierung mit Schulnoten. Bei Benutzerfreundlichkeit erhalten IBM und Jive die Zensur "gut", Microsoft "befriedigend". Der Schulungsaufwand für Anwender sei bei IBM "sehr gering", bei Jive "gering" und bei Microsoft "mittel". Als Social Software betrachtet, bekommt Jive eine Eins, IBM eine Zwei und Microsoft nur eine Vier. Als Enterprise-Social-Software ist IBM hingegen der Primus mit der Note "sehr gut", Jive folgt mit "gut", und Microsoft kommt mit einer mittelmäßigen Drei daher.

"Neben organisatorischen Voraussetzungen und einer offenen Unternehmenskultur ist letztlich die Akzeptanz durch die Benutzer ausschlaggebend für den Erfolg einer Social-Software-Initiative", schreibt Acando. "Eine einfach verständliche Software und handliche Werkzeuge sollen ein angenehmes Nutzungserlebnis ermöglichen."

Vergleich II - Strukturen und Ausstattung

Arbeitsmittel

IBM

Jive

Microsoft SharePoint


Aktualisierungen von Inhalten und Personen

Übersichtsseite / Nachrichtenkanal

Activity Stream

Activity Stream

Activity Stream Newsfeed

E-Mail-Benachrichtigungen

ja

ja

ja

RSS Feeds bereitstellen

ja

ja

ja

Organisation und Zugriffe

Profile

permanent verfügbar auf alle Kernkomponenten

permanent verfügbar auf alle Kernkomponenten

permanent verfügbar eingeschränkter Zugriff auf
Kernkomponenten

Communities / Subcommunities

permanent verfügbar

permanent verfügbar

von Navigation abhängig

Komponenten

permanent verfügbar

permanent verfügbar

von Navigation abhängig

Volltextsuche

ja

ja

ja

Gemerkte Inhalte

ja

ja

Workaround über private Tags

Tags

ja

ja, + Gruppierungen

ja

Kernkomponenten

Wissen aufbauen und teilen, Wikis, Lesezeichen, Dateien

ja

ja

ja

Diskussionen führen

ja

ja

ja

Arbeitsabläufe organisieren

ja

Aufgaben/To-Dos

Aufgaben/To-Dos

Ergänzende Tools

Gemeinschaftskalender

nein

ja

ja

Ideen-Management

ja

als Modul

nein

Mediengalerie

ja

ja

ja

Microblog

ja

ja

ja

Org-Chart

ja

ja

ja

Umfragen

nein

ja

ja

Social Features

Social Tagging

ja, + Profile von Kollegen

ja

ja

Änderungen/Neuigkeiten verfolgen

Inhalte, Personen

Inhalte, Personen

Inhalte, Personen

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Social Analytics

ja

ja

rudimentär vorhanden

Schnella Schnyder - 11.01.2012 12:37
Ein interessanter Artikel- allerdings mit etwas eigenartigen Schlussfolgerungen. In Gartners "Magic Quadrant for Social Software in the Workplace" sieht das ein wenig anders aus: http://www.gartner.com/technology/reprints.do?id=1-173SL7W&ct=110826&st=sb Oder, wers auf deutsch nachlesen mag: http://sharepointcommunity.de/blogs/mgreth/archive/2011/09/09/neues-von-gartner-magic-quadrant-for-social-software-in-the-workplace.aspx Immerhin hat der Autor die drei big players identifiziert :-) Wer dann wo im Ranking steht, das liefert weiterhin Stoff für Diskussionen.
Michael Kollig - 11.01.2012 12:36
Guter Artikel und die Aussagen decken sich großteils mit den Ergebnissen unserer Analysen. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zwischen Jive und Connections ist aus unserer Sicht die Fähigkeit externe Gruppen in das soziale Netzwerk einzubinden. Hier hat aus unserer Sicht Jive die Nase klar vorn.
M Lorberg - 28.12.2011 11:48
Dieser Artikel mag an einigen Stellen durchaus korrekt sein. Ich halte ihn jedoch nicht für Objektiv da Herr Kaiser eine sehr intensive Beziehung zur IBM pflegt, bzw. in der Vergangenheit gepflegt hat. Hier hätte ich mir von einem Fachmagazin mehr Objektivität gewünscht!!! Was ist der Mehrwert den Social - Software liefern soll? Wie sieht ein Zusammenspiel mit Objekt und Dokumentenmanagement aus und wie wirkt sich dies auf die Suchstrategie des Unternehmens aus? Social - Software soll doch kein Facebook im Unternehmen werden, oder vielleicht doch? Auf Projekt Vulkan wird Referenziert ein Ausblick auf die kommende Version von SharePoint und Jive wird nicht gegeben. Ich bin wirklich enttäuscht!
N Heuer - 21.12.2011 14:00
Die Daten bleiben bei Jive immer im Besitz des Kunden. Sowohl während der Laufzeit als auch danach. Des weiteren ist Jive sowohl on premise sowie auch als hosted / SaaS Variante verfügbar. Der Kunde hat also die Wahl.
M Schrader - 21.12.2011 10:07
Guter Artikel! Ist es richtig, dass Jive als Software as a Service bzw. cloud offering das Recht an allen Daten behält, sogar nach Kündigung des Kunden? Zum Thema Lizensierung fehlen mir Infos.
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