Künftig nur noch ein IT-Dienstleister für Genossenschafts-Banken

Fiducia und GAD planen Fusion

09.01.2006
Von Thomas Zeller
Die genossenschaftlichen IT-Dienstleister Fiducia und GAD stehen anscheinend vor der Fusion. Die Unternehmen hätten bereits Sondierungsgespräche aufgenommen, sagte GAD-Sprecherin Beate Fenneker. Durch den Zusammenschluss würde einer der größten deutschen Rechenzentrumsbetreiber mit einem Umsatz von fast 1,1 Milliarden Euro entstehen.

Die Gespräche zwischen den beiden Unternehmen werden derzeit auf Vorstandsebene geführt. Dabei stünden insbesondere verbundpolitische und strategische Vorteile im Mittelpunkt, sagten Michael Krings, Vorstandsvorsitzender der Fiducia IT, und Anno Lederer, Vorstandsvorsitzender der GAD. Erst in zweiter Linie seien langfristige Synergie-Effekte zu erwarten.

Das erscheint realistisch, denn beide Dienstleister haben gerade zwei konkurrierende Bankverfahren eingeführt. Während 660 Fiducia-Kunden auf die "agree"-Anwendung umgestellt wurden, setzen die GAD-Anwender auf "bank21". Nutzern beider Systeme soll bereits Bestandsschutz zugesichert worden sein.

In den laufenden Sondierungsgesprächen wollen die Dienstleister über die Struktur eines künftigen gemeinsamen Unternehmens, den Namen und den Sitz sprechen. Die bisherigen Hauptstandorte beider Firmen - Karlsruhe, München und Münster - gelten als gesetzt.

Grundlage für die weiteren Schritte sei das Prinzip eines partnerschaftlichen Zusammenschlusses im Rahmen einer neu zu schaffenden Unternehmensgruppe, so die Firmen. Damit würden die Volks- und Raiffeisenbanken künftig von nur noch einem Rechenzentrums-Betreiber betreut. Mitte der Neunziger Jahre waren es noch acht.

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