Analysten-Kolumne

IT-Großprojekte - Den wahren Risiken ins Auge sehen

31.01.2007, von Claus Herbolzheimer

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Direkte und indirekte Kosten durch Scheitern von Projekten.Vergrößern
Direkte und indirekte Kosten durch Scheitern von Projekten.

Um dies zu erreichen, müssen die Faktoren berücksichtigt werden, die zum Scheitern großer IT-Projekte führen können. Neben dem bekannten "Magischen Dreieck" aus Kosten, Qualität und Zeit gilt es vor allem sechs Punkte zu beachten, die die Komplexität des Projekts erhöhen und damit den Erfolg gefährden können.

1. Größennachteile (diseconomies of scale) von IT-Großprojekten

Bei Großprojekten müssen deutlich mehr Aufgaben bearbeitet, Projektmitarbeiter gesteuert, größere Budgets verwaltet sowie eine längere Projektdauer angesetzt werden als bei kleineren Projekten. Diese Aussage erscheint zunächst trivial. Jedoch können gerade diese Aspekte in der Praxis zu großen Problemen führen. Je mehr Personen involviert sind, desto mehr Kommunikationsschnittstellen gibt es - die Gefahr von Missverständnissen und Informationsverlust steigt.

2. Risiken und Projektkomplexität durch unausgereifte Technologien

Häufig wird auf neue Technologien zurückgegriffen, um als innovativ zu gelten. Das kann jedoch dazu führen, dass ein technisch noch nicht erprobtes System zum Einsatz kommt und damit die Projektergebnisse schwieriger vorherzusagen sind. Die Vorteile ausgereifter Technologien - höhere Planungssicherheit und niedrigere Kosten - werden damit verschenkt.

3. Ressourcenbeschaffung unter erschwerten Bedingungen

Die Mitarbeiterzahl beeinflusst den Erfolg des Projektes. Dies wird häufig unterschätzt: Denn mit der Projektgröße steigt die Größe der Teams, die zu leiten und zu organisieren sind. Mit der komplexeren Projektstruktur werden zudem die Anforderungen an Mitarbeiter größer, wodurch sich Rekrutierungs- und Einarbeitungszeiten verlängern. Schließlich erhöht sich auch die Fluktuation.

4. Aufwändiges Outsourcing- und Lieferantenmanagement

Ein professionelles Lieferanten-Management ist notwendig, um die Lieferantenleistungen zu steuern und unterschiedliche Informationsstände auszugleichen. Um erfolgreich mit den Lieferanten zusammenzuarbeiten, müssen die Anforderungen detailliert beschrieben sowie ein konsequentes Leistungs-Controlling etabliert werden. Außerdem ist die richtige Auswahl der Lieferanten besonders wichtig, zumal Projektabwickler dazu neigen, Fähigkeiten und Möglichkeiten ihrer Subunternehmer zu überschätzen.

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