Microblogging kommt in Unternehmen an

Twittern fürs Business

07.11.2008, von Johannes Klostermeier

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Bisher nutzten vor allem Jugendliche SMS-Plattformen, die an sie gesendete Nachrichten an andere Abonnenten weiterleiten. Jetzt ziehen diese Plattformen auch in Unternehmen ein. Der Platz ist zwar auf nur 140 Zeichen begrenzt. Firmen wie SAP, Dell und PR-Agenturen arbeiten trotzdem damit.

Jeffrey Mann, Analyst für Social Software Collaboration, Gartner: "Es ähnelt dem Statusbericht bei den bekannten Social Network Sites wie Facebook oder MySpace."Vergrößern
Jeffrey Mann, Analyst für Social Software Collaboration, Gartner: "Es ähnelt dem Statusbericht bei den bekannten Social Network Sites wie Facebook oder MySpace."

"Arbeite am Flughafen München." "Mache Urlaub". "Plane das neue Budget." Solche und ähnliche Kurznachrichten tauschen die Nutzer von Twitter, Jaiku, Rejaw und anderen SMS-Kommunikationsplattformen zu Zehntausenden untereinander aus. Bei diesen Diensten kann man Kurzmitteilungen einer Vielzahl von Anbietern abonnieren, die online oder mit mobilen Geräten empfangen werden. Diese Mischung aus Blog, SMS und Chat nutzen inzwischen auch sehr viele Geschäftsleute. Das sagt der Gartner-Analyst Jeffrey Mann, zuständig für Social Software Collaboration, der gemeinsam mit seinen Kollegen dafür gesorgt hat, dass die Technologie zum ersten Mal im bekannten Gartner Hype Cycle auftaucht.

Microblogging ist nicht mit Instant Messaging zu vergleichen, sondern ähnelt mehr dem Rundfunk, stellt Berater Mann fest. Dabei kann der Nutzer seine Gedanken zu eigenen Aktivitäten oder zu bestimmten Themen in Kurzform äußern. Die Nachrichten können dann von anderen ganz einfach abonniert werden. In großen, verteilten Teams können diese Updates per Handy, zusätzlich zu den bestehenden, einen weiteren Kommunikationskanal bilden. Mit einem eigenen Konto kann man sich bei anderen als "Follower" definieren und sich so einen Botschaften-Mix zusammenstellen. Die SMS lassen sich genauso im Internet lesen und schreiben; auch mit Programmen von Dritten kann der Nachrichtenfluss gelesen und gefüttert werden.

Der Empfang auf dem Handy verursacht in der Regel keine Kosten. In Europa hat Twitter zwar vorerst den Versand per SMS gestoppt und verhandelt mit Providern über den kostenlosen Versand. Nicht betroffen ist der Empfang in den USA, Kanada und Indien. Twitterer können aber andere Möglichkeiten nutzen. Wer die Seite m.twitter.com aufruft, kann dort SMS lesen und versenden - zu den für Datendienste üblichen Kosten.

Lücke zwischen Telefon und Mail

Beim PR-Unternehmen Text 100 in München nutzen die Mitarbeiter bereits die neuen Möglichkeiten. "In internationalen Projektteams tauschen wir über Microblogging Ideen, Gedanken und Marktinformationen aus", berichtet Birgit Heinold, Managing Consultant. "Bei spontanen Einfällen, bei denen man nicht gleich zum Hörer greift, füllen sie eine Lücke und sorgen dafür, dass wichtige Ideen und Informationen nicht verloren gehen."

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