CIO von Kühne + Nagel

Standardsoftware muss draußen bleiben

17.11.2009, von Christoph Lixenfeld

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20 Prozent ausgeben für nix?

Umso wichtiger sind Kostensenkungen, auch in der IT. Lösungen selbst entwickeln anstatt sie fertig zu kaufen ist nicht nur besser, sondern auch billiger, davon ist Kolbe überzeugt. "Wenn ich von einer üblichen Servicepauschale von 20 Prozent jährlich ausgehe, dann bedeutet das ja, dass jede gekaufte Softwarelösung innerhalb von fünf Jahren ein zweites Mal bezahlt werden muss."

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CIO Martin Kolbe über die IT-Strategie

Außerdem, glaubt Kolbe, passt jede Standardlösung nur zu maximal 80 Prozent in die Anforderungen des Kunden: "Die restlichen 20 Prozent habe ich bezahlt, ohne etwas damit anfangen zu können." Und dann kommen noch teure Berater ins Haus, die die One-fits-all-Software individuell anpassen. Im Gegensatz dazu lautet das Motto von Kühne + Nagel: Keine Zeile Code zu viel. Martin Kolbe: "Bei uns ist jede Applikationen schmal auf die Standardprozesse zugeschnitten, da ist kein Element enthalten, das wir nicht wirklich brauchen."

Und weil die Transportspezialisten mit dem Selberbauen in Kernbereichen so gute Erfahrungen gemacht haben, übertrugen sie die Philosophie auch auf vermeintliche Commodity-Applikationen. Arcon, das Finanzbuchhaltungs- und Controlling-Programm, entsteht gerade auf Java-Basis neu und soll etwa im Jahre 2013 einsatzbereit sein. Bei der Entwicklung der Anforderungen sitzen IT-und Fachabteilung eng zusammen, entwickeln die Lösung praktisch gemeinsam.

Auch das ist ein Vorteil der Eigenentwicklung. Die Programmierung findet zum großen Teil in Asien statt; dass fast alles in Java geschrieben ist, erleichtert dieses Outsourcing erheblich. Und es erleichtert die Integration: Neue Tochterunternehmen sind nach zwei Monaten konsolidiert, ihre Zahlen in den K + N-Systemen abrufbar.

Botschaft an die Finanzbranche

Natürlich stellt sich die Frage, inwieweit der Kühne + Nagel-Weg übertragbar und für andere gangbar
ist. Kolbe sagt: "Was wir hier machen, ist sicher keine Botschaft an die Welt, aber ein Vorgehen, das sich für uns bewährt hat." Und er sagt auch: "Ich glaube, dass in einigen Branchen für Standardsoftware deutlich zu viel Geld ausgeben wird." Welche Branchen er meint? Bevor er zur Logistik kam, arbeitete Martin Kolbe in der Kreditwirtschaft …

Kühne & Nagel (AG & Co.) KG (Mehr Fakten über die IT in diesem Unternehmen)
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