Misstrauen und Kontrollverlust

Die Hürden zum Enterprise 2.0

26.08.2011, von

Nach dem Einstieg gilt es eine kritische Masse an Anwendern zu erreichen. Aber wie schafft man Beteiligung in der Praxis? Detecon verweist auf Erfolgsbeispiele aus der Internet-Welt, die ins eigene Unternehmen übertragen werden können. Beim Portal Netflix können Filme auf einer Sterne-Skala bewertet werden, selbst geschriebene Rezensionen sind zur Bewertung nicht nötig. Die Quintessenz: Beteiligung so einfach wie möglich machen. Wer bei Amazon einkauft, bekommt automatisch weitere Kaufempfehlungen serviert. Die Lehre daraus: Derartige Nebeneffekte im Blick haben.

Kollaboration braucht Zentralisierung

Überhaupt erleichtert man die Nutzung, in dem man Schablonen anbietet und nicht kreative Eigenleistungen erzwingt. Beteiligung sollte zudem belohnt werden, das aber nicht in übertriebenem Ausmaß. Für eine Fülle von Qualitätsbeiträgen sollte es zudem eine sichtbare Auszeichnung in Form eines besonderen Status geben.

In jedem Fall braucht es klar beschriebene Business Cases. Detecon nennt auch hier Beispiele. Ein erstes Ziel sollte die Verbesserung des Austauschs zwischen Mitarbeitern und Management sein. Eine Brücke zwischen internem Produktmanagement und Zulieferern könnte geschlagen werden. Zur Datenkonsolidierung könnte tatsächlich eine einzige, zentrale Storage-Plattform eingerichtet werden – als Faustformel gilt: je mehr Kollaboration, umso mehr Zentralisierung. Als nahe liegender Verbündeter ist die Personalabteilung zu betrachten, die für Unterstützung durch Expertensuchdienste, Nachfolgemanagement oder Mentor-Communities dankbar sein dürfte.

Beim Projektmanagement ist an Kommunikation via Microblogging zu denken, das an verschiedene Orte verstreute Teams zusammenführt. Oder an eine Dokumentation durch wikibasierte Sets. Auch das Ideenmanagement und die Investor Relations sind potenzielle Anwendungsfelder.

Technologisch ist es ein Anfang, über Software wie Microsoft MOSS oder ein SAP Weaver-Portal zu verfügen, zusätzlich möglicherweise auch Wiki- oder Blog-Lösungen irgendeiner Art. Ein Anfang, mehr aber auch nicht, stellt Detecon klar. Die Weiterentwicklung starte wie immer bei Architekturen mit einer Roadmap, so die Berater. Ein Unterschied sei – zumindest im Falle nur schlecht definierter Prozesse – der Beginn mit Systemen anstatt Prozessen. Fundamental sei die Integration neuer Lösungen in die bestehende Applikationslandschaft – gerade angesichts einer Software-Selbstbedienungstendenz in den Fachabteilungen.

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