Aufwand nicht abzuschätzen

E-Bilanz: Firmen schlecht informiert

12.09.2011, von

Drei Viertel der deutschen Unternehmen haben noch nicht mit der Umstellung auf die E-Bilanz begonnen. Sie können Zeitaufwand und Kosten nicht einschätzen.

"Elektronik statt Papier". Unter diesem Motto hat das Bundesfinanzministerium Ende 2008 die Einführung der E-Bilanz beschlossen, um die Steuerbürokratie abzubauen. Künftig sollen in Deutschland bilanzierende Unternehmen ihre Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung oder eine Überleitungsrechnung auf Basis des XBRL-Standards (eXtensible Business Reporting Language) an die Finanzbehörden übersenden.

Von der anstehenden Umstellung auf die E-Bilanz fühlen sich die meisten Firmen von der Finanzverwaltung schlecht informiert.Vergrößern
Von der anstehenden Umstellung auf die E-Bilanz fühlen sich die meisten Firmen von der Finanzverwaltung schlecht informiert.
Foto: BDO

Das betrifft immerhin 1,37 Millionen Firmen. Doch 90 Prozent der Betriebe glauben, dass die Finanzverwaltung sie bisher unzureichend oder nur bruchstückhaft über die Anforderungen der E-Bilanz informiert hat. Drei Viertel der Unternehmen haben daher noch keine Maßnahmen zur Umstellung auf die elektronische Übertragung von Bilanzdaten initiiert.

Zu diesen Kernergebnissen kommt die E-Bilanz-Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO. Für die schlechte Vorbereitung der Firmen auf das elektronische Verfahren gibt es laut Untersuchung neben der schlechten Informationspolitik der Finanzverwaltung eine Reihe von weiteren Gründen.

Hick-hack bei der Umstellung

Ausgaben in Millionenhöhe: Für die Umsetzung der E-Bilanz-Regeln müssen die Unternehmen tief in die Tasche greifen.Vergrößern
Ausgaben in Millionenhöhe: Für die Umsetzung der E-Bilanz-Regeln müssen die Unternehmen tief in die Tasche greifen.
Foto: BDO

Ursprünglich geplant war die Einführung E-Bilanz für alle Geschäftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2010 beginnen. Diese musste verschoben werden, weil die Finanzverwaltung mit der inhaltlichen Ausgestaltung in Verzug war. Hinzu kamen Einwände von Verbands- und Unternehmensseite. Für das Jahr 2011 gibt es eine Pilotphase, in der Firmen die neuen Anforderungen zur elektronischen Datenübertragung auf ihre Praxistauglichkeit testen können.

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