| Inhalt dieses Artikels: | |
| E-Bilanz: Firmen schlecht informiert | |
| E-Bilanz per Knopfdruck dauert noch | |
| Katastrophale Informationspolitik | |
12.09.2011, von Andreas Schaffry
Drei Viertel der deutschen Unternehmen haben noch nicht mit der Umstellung auf die E-Bilanz begonnen. Sie können Zeitaufwand und Kosten nicht einschätzen.
"Elektronik statt Papier". Unter diesem Motto hat das Bundesfinanzministerium Ende 2008 die Einführung der E-Bilanz beschlossen, um die Steuerbürokratie abzubauen. Künftig sollen in Deutschland bilanzierende Unternehmen ihre Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung oder eine Überleitungsrechnung auf Basis des XBRL-Standards (eXtensible Business Reporting Language) an die Finanzbehörden übersenden.
| Von der anstehenden Umstellung auf die E-Bilanz fühlen sich die meisten Firmen von der Finanzverwaltung schlecht informiert. Foto: BDO |
Das betrifft immerhin 1,37 Millionen Firmen. Doch 90 Prozent der Betriebe glauben, dass die Finanzverwaltung sie bisher unzureichend oder nur bruchstückhaft über die Anforderungen der E-Bilanz informiert hat. Drei Viertel der Unternehmen haben daher noch keine Maßnahmen zur Umstellung auf die elektronische Übertragung von Bilanzdaten initiiert.
Zu diesen Kernergebnissen kommt die E-Bilanz-Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO. Für die schlechte Vorbereitung der Firmen auf das elektronische Verfahren gibt es laut Untersuchung neben der schlechten Informationspolitik der Finanzverwaltung eine Reihe von weiteren Gründen.
| Ausgaben in Millionenhöhe: Für die Umsetzung der E-Bilanz-Regeln müssen die Unternehmen tief in die Tasche greifen. Foto: BDO |
Ursprünglich geplant war die Einführung E-Bilanz für alle Geschäftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2010 beginnen. Diese musste verschoben werden, weil die Finanzverwaltung mit der inhaltlichen Ausgestaltung in Verzug war. Hinzu kamen Einwände von Verbands- und Unternehmensseite. Für das Jahr 2011 gibt es eine Pilotphase, in der Firmen die neuen Anforderungen zur elektronischen Datenübertragung auf ihre Praxistauglichkeit testen können.
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