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Gewinne nur mit Open Source

03.11.2003, von Holger Eriksdotter

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Maximalsicherheit durch Eigenentwicklung

"Wir erreichen damit die größtmögliche Unabhängigkeit von einzelnen Softwareanbietern", so Sapre. Deshalb ist es wohl auch kein Zufall, dass für die Lastverteilung im Mobile.de-Netz nicht ein Standardprodukt zum Einsatz kommt, sondern eine selbst programmierte Lösung auf Basis des Linux-Virtual-Server. Mit einer Mannschaft von rund 30 Mitarbeitern hält Prehn die IT am Laufen. Die mehr als 600 Zwei-Prozessor-PCs unter Linux sind auf drei Standorte in Hamburg verteilt und auf ein Drittel Überkapazität ausgelegt. "Wir entwickeln alles selbst auf Basis von Open-Source-Software - das bietet die größtmögliche Sicherheit", ist Sapre überzeugt. "Denn notfalls haben wir für alle Produkte den Quellcode und können Änderungen selbst vornehmen."

Marten Mickos, CEO von MySQL, wird es freuen. Er beschäftigt rund 90 Leute, die sich um Entwicklung, Schulung und Support der Datenbank kümmern. Auf vier Millionen Installationen weltweit schätzt er die Verbreitung seiner Datenbank - genauer weiß er es nicht, denn die Datenbank ist kostenlos erhältlich und wird rund 30 000-mal täglich von seinen Servern heruntergeladen. Umsatz erzielt er mit Support, Schulung und Firmenlizenzen, die fällig werden, wenn Unternehmen Eigenentwicklungen auf Basis von MySQL vertreiben wollen. Die Kosten für eine Firmenlizenz betragen laut Mickos nur ein Hundertstel derer kommerzieller Anbieter. Allerdings räumt er ein, dass die Funktionalität seiner Datenbank nicht an die der kommerziellen Konkurrenz heranreicht: "Wenn Oracle unter den Datenbankanbietern Chippendale ist, dann sind wir Ikea, sagt der Schwede. Er ist überzeugt, dass vielen Kunden die Grundfunktionen seiner Datenbank ausreichen und dass sie "gerne darauf verzichten, für Funktionen zu bezahlen, die sie nicht brauchen.

Zu seinen Kunden gehören Unternehmen wie Yahoo, Texas Instruments, Motorola und die Nasa. Eine komplette Open-Source-Landschaft wie bei Mobile.de ist allerdings die Ausnahme. Zwar laufen nach Mickos' Schätzung etwa 80 Prozent der MySQL-Installationen unter Linux. Aber die Datenbank ist für fast alle Betriebssysteme erhältlich, darunter alle gängigen Unix-Varianten, Windows und das Apple-Macintosh-System.

Marten Mickos, CEO bei MySQL: Vergrößern
Marten Mickos, CEO bei MySQL: "Wenn Oracle unter den Datenbankbanbietern Chippendale ist, dann sind wir Ikea.

Demnächst will Mickos auch eine Datenbank für gehobene Ansprüche auf den Markt bringen. Der Software-Riese SAP hat seine Datenbanktechnologie mit Quellcode an MySQL weitergegeben. Zusammen mit den Experten von SAP soll die Highend-Datenbank bis zum Ende des Jahres distributionsreif gemacht werden und als kostengünstige Alternative die Ansprüche mittlerer und großer Unternehmen abdecken. Für Mobile.de spielt diese Entwicklung vorerst keine Rolle: Mit der installierten Datenbank ist Prehn vollkommen zufrieden. Ihm ist vor allem eines wichtig: die Unabhängigkeit von Softwareanbietern zu bewahren, verbunden mit der Möglichkeit, eigenständig Änderungen an der Software vorzunehmen. "Das Einzige, was bei uns nicht Open-Source ist, sind die Bios-Chips in den Dell-PCs. Und selbst dort wären wir froh, wenn wir sie selbst programmieren und verbessern könnten", sagt der Leiter der Produktion.

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