Boom bei BPO

Volumen der Outsourcing-Deals schrumpft

27.07.2005
Von Ingo Butters
Die Zeiten, in denen Unternehmen auf einen Schlag Großteile ihrer IT an einen Anbieter auslagerten, neigen sich zumindest in USA und Großbritannien dem Ende zu. Die Mega-Deals werden vom best-of-breed-Ansatz verdrängt. Dem Marktforscher Computerwire zufolge hat sich das durchschnittliche Volumen von Outsourcing-Vereinbarungen innerhalb eines Jahres knapp halbiert. Deutschland hinkt dieser Entwicklung allerdings hinterher.

Rund ein Jahrzehnt nach dem Beginn der großen Outsourcing-Welle hat ein Paradigmen-Wechsel eingesetzt. "Der Markt ist reifer geworden", sagt Nick Mayes, Chef-Analyst bei Computerwire im Gespräch mit CIO. "Die Firmen haben gemerkt, das OutsourcingOutsourcing per se nicht die erhofften Kosteneinsparungen bringt. Die Skaleneffekte der großen Dienstleister sind geringer als erwartet." Alles zu Outsourcing auf CIO.de

Außerdem sind die Anwender selbstbewusster geworden: Früher hatten Anbieter wie IBMIBM auch deshalb die besseren Karten, weil die Anwender bei so einem großen Unternehmen garantiert auf der sicheren Seite waren. Heute scheuen sich die Firmen nicht auch mit kleineren Dienstleistern zusammenarbeiten. Alles zu IBM auf CIO.de

Zeit der Mega-Deals vorbei

"Es kommt nicht mehr auf die Größe des IT-Dienstleisters an, sondern auf die Qualität der Services, die er erbringt", so Mayes. Der Best-of-Breed-Ansatz verdrängt die Mega-Deals. Statt alle IT-Funktionen einem Anbieter zu übergeben, splitten Unternehmen heute ihre Outsourcing-Aktivitäten auf. Beispiel Disney: Der Entertainment-Riese übergab seine Mainframe- und Mid-Range-Systeme an IBM, die Bereiche Desktop, Helpdesk und Netzwerk-Sicherheit gingen dagegen an ACS.

Als Folge der neuen Strategie schrumpfen die Volumina der Outsourcing-Deals, und das drastisch: Im Vorjahresquartal war der durchschnittliche Outsourcing-Vertrag rund 106 Millionen US-Dollar schwer, in diesem Jahr nur noch 56 Millionen Dollar. Ein Rückgang um 47 Prozent. "Der Trend ist seit vier Quartalen ununterbrochen zu beobachten", sagt Mayes.

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