IT-Governance-Software

IT-Strategie mit Tools führen

13.11.2007, von Riem Sarsam

IT-Governance schlägt die Brücke zwischen dem CIO und der Unternehmensführung. Eine am Geschäft ausgerichtete IT-Strategie lässt sich heute mit unterschiedlichen Anwendungen unterstützen. Am Beispiel von vier Konzernen hat Accenture geprüft, wie die Software dem Geschäft nützt.

Hauke Heier, Domain Lead Governance/Organization bei Accenture: "Je besser die IT-Organisation aufgestellt ist, desto weniger Positives bringt Governance-Software. Es läuft alles nur schneller und fehlerfreier als vorher."Vergrößern
Hauke Heier, Domain Lead Governance/Organization bei Accenture: "Je besser die IT-Organisation aufgestellt ist, desto weniger Positives bringt Governance-Software. Es läuft alles nur schneller und fehlerfreier als vorher."

"Für sich allein genommen spielen die Lösungen kaum eine Rolle, doch innerhalb des gesamten Systems tragen IT-Governance-Anwendungen wie das fehlende Puzzlestück zu einem vollständigen Bild bei." Unter anderem zu diesem Schluss kommen die Accenture- Experten Hauke Heier und Mervyn Maistry, die gemeinsam mit Hans P. Borgmann von der Universität Leiden den Wertbeitrag von IT-Governance-Software untersuchten.

Für die meisten Unternehmen sind die Lösungen Werkzeuge, um mehr Klarheit im Anforderungs-Management (Demand-Management) zu schaffen. "Ohne die Software mit ihren festgeschriebenen Workflows dringen die Anfragen zu neuen IT-Projekten aus allen möglichen Kanälen in die IT-Abteilung", beobachtet Heier. Wer in diesem - von persönlichen Beziehungen geprägte - Geflecht aufräumt, ist schon einen großen Schritt weiter. Darüber hinaus bietet IT-Governance- Software auch Hilfe in der Zusammenstellung eines IT-Projektportfolios (Portfolio-Management) beziehungsweise der Projektumsetzung (Programm-Management) sowie -überwachung und -kontrolle (Monitoring).

Die Idee zu einer Untersuchung wurde aus der Not heraus geboren. "Unsere Kunden haben nach den Benefits von IT-Governance-Lösungen gefragt", erklärt Heier, "doch es gab einfach kein konkretes Zahlenmaterial dazu." In einem ersten Schritt - einer Voruntersuchung, deren Ergebnisse nun vorliegen - prüften sie an konkreten Fällen, wie sich die Lösungen in der Praxis bewähren. Allerdings fanden sich vor zwei Jahren nur wenige Konzerne, die überhaupt für eine Betrachtung in Frage kamen. Bedingung war, dass sie die Lösung wenigstens seit einem Jahr in Betrieb haben. In Deutschland fanden sich ganze zwei Konzerne, zwei weitere Firmen wurden aus den USA hinzugezogen. Von 2005 bis Mitte 2006 sammelten die Experten Datenmaterial über die Anwendungen in den vier Konzernen, führten intensive Interviews mit mehreren Beteiligten und gingen in die Unternehmen, um sich vor Ort umzuschauen. Da die in den Gesprächen getroffenen Aussagen auch geschäftskritische Informationen enthalten, werden sie allerdings nur in anonymisierter Form preisgegeben.

Mittlerweile wächst die Zahl der Konzerne, die IT-Governance-Software implementieren wollen. Die Einsicht, dass es sich hier um das "ERP des IT-Shops" handelt, setzt sich durch. AMR Research zufolge ist mit einem ordentlichen Nachfrageanstieg zu rechnen. Der weltweite Markt für IT-Governance, Risiko-Management und Compliance soll im Jahr 2008 ein Volumen von 30 Milliarden US-Dollar überschreiten, schreiben die Analysten in ihrem Report "Market Demand for Governance, Risk Management and Compliance 2007 - 2008". Wesentliche Anbieter der Lösungen sind IBM, HP (mit Mercury Interactive), CA, PlanView, Alfabet Meta-Modeling und Compuware.

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