Programmierer besser führen

Die sieben Geheimnisse agiler Software-Entwicklung

22.02.2008, von Esther SchindlerNicolas Zeitler

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Punkt 2: Wer Software nach den Grundsätzen agiler Entwicklung herstellen lassen will, muss sich die dafür nötige Denkweise aneignen. Eingefahrene Denkmuster müssen in Frage gestellt werden, wie der Berater Mike Sutton von der Beratungsfirma Wizewerx sagt. Oft sei das schmerzhaft. Das ganze Unternehmen und der einzelne sind gezwungen, sich mit ihren Schwächen auseinanderzusetzen und Verhaltensweisen zu ändern. "Plötzlich müssen die Entwickler miteinander und mit dem Rest der Welt reden - Himmel, hilf!" kommentiert Sutton scherzhaft die nötigen Veränderungen in der Kommunikationskultur.

Eine gute Kommunikationskultur ist das A & O: Ansonsten kann agile Entwicklung nicht funktionieren.Vergrößern
Eine gute Kommunikationskultur ist das A & O: Ansonsten kann agile Entwicklung nicht funktionieren.

Einen Lernprozess müssen Manager durchmachen, die das althergebrachte Modell der Entwicklung gewohnt sind. Wie bei einem Wasserfall, der sich über mehrere Stufen einen Berghang abwärts ergießt, laufen dabei die einzelnen Schritte hintereinander ab: Zuerst werden die Anforderungen analysiert, dann wird programmiert. Darauf folgen die Implementierung, Tests, die Integration der neuen Software und schließlich deren Betrieb. Agile Entwicklung nimmt hingegen nicht diesen immer gleichen Weg von oben nach unten - eine Philosophie, an die sich mancher CIO noch gewöhnen muss.

Ständiger Austausch

Punkt 3: Agile Prozesse verändern die Abläufe in der Software-Entwicklung erheblich. Entwickler und Anwender arbeiten zusammen und stehen in ständigem Austausch miteinander. Das kann nur zum Erfolg führen, wenn die Beteiligten offen und ehrlich miteinander umgehen. Die notwendige enge Abstimmung miteinander kann auch bestehende Probleme in der Kommunikationskultur innerhalb eines Unternehmens offenlegen. Wichtig ist es dabei, zu verstehen, dass die agile Entwicklung nicht Ursache dieser Schwierigkeiten ist, sondern diese nur besonders deutlich offenlegt. Aufgabe des CIOs ist es in diesem Fall, das Problem anzugehen. Ansonsten geht ein wichtiger Vorteil verloren, den agile Entwicklung eigentlich bringen soll, wie Steven Gordon, Trainer für agile Software-Entwicklung, sagt.

Punkt 4: Schwierig kann es für einen IT-Manager sein, ein nach den Prinzipien der agilen Entwicklung laufendes Projekt zu überwachen oder den aktuellen Stand zu erfahren. Denn es liegt in der Natur dieses Ansatzes, dass Entwickler und die späteren Anwender sich ständig miteinander abstimmen und ein Programm dabei gemeinsam entstehen lassen. Anforderungen und Zeitpläne können sich deshalb laufend ändern. Das muss allerdings nicht heißen, dass agile Entwicklung Chaos verursacht. Wichtig ist eine lückenlose Dokumentation der Arbeitsschritte und der Kommunikation mit dem Anwenderkunden. Damit die Führungsebene den Überblick bewahrt, hilft es außerdem, wenn ein fester Ansprechpartner im Team immer über den Fortgang eines Projekts im Bilde ist und auch noch so detaillierte Fragen des CIOs dazu beantworten kann.

Unterstützung statt Druck

Punkt 5: Einen Fehler machen CIOs, wenn sie sich nach dem Umstieg auf agile Entwicklung zu schnell Erfolge erwarten. Denn die zeigen sich nicht sofort. "Vertrauen Sie dem Team, lehnen Sie sich zurück und lassen Sie die Programmierer ihr Ding machen", rät James Kricfalusi von TEK-Systems. Ein IT-Entscheider tut gut daran, seine Mannschaft nicht unter Druck zu setzen sondern ihr vor allem in der Anfangsphase immer wieder Unterstützung zu signalisieren.

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