| Inhalt dieses Artikels: | |
| EuroSox: Verband der ECM-Anbieter VOI bei MoReq2 skeptisch | |
| Skandale wie bei Siemens und VW müssen nicht sein | |
23.06.2008, von Christiane Pütter
Dabei scheint sich die Branche schon mit der Definition von Records Management schwer zu tun. So moniert Ulrich Kampffmeyer, das Gleichsetzen von Records Management mit virtuellen Akten, elektronischer Archivierung, Dokumenten-Management, Vorgangsbearbeitung oder Schriftgutverwaltung sei häufig, aber nicht richtig.
Kampffmeyer bezieht den Begriff Records Management - oder Electronic Records Management (ERM) - auf die Strukturierungs-, Verwaltungs- und Organisationskomponente zur Handhabung von Aufzeichnungen. ERM sei nicht mit elektronischer Archivierung deutscher Prägung gleichzusetzen, obwohl viele Ansätze sich hier wiederfänden. ERM bilde auch eine wichtige Komponente von Enterprise Content Management und sei besonders zur Erfüllung von Information Management Compliance notwengig. Dabei geht es um das Umsetzen rechtlicher und regulativer Anforderungen an die Dokumentation von Unternehmensprozessen und Dokumenten.
Der Unternehmensberater geht gar davon aus, Skandale wie die um Siemens, VW oder andere deutsche Dickschiffe müssten doch gar nicht sein, wenn nur mehr Transparenz und Sorgfalt bei der Dokumentationspflicht herrschte.
Dem würde der Verband Organisations- und Informations-Systeme wahrscheinlich auch gar nicht widersprechen. In Sachen MoReq2 bleibt er jedoch bei der Einschätzung, man sähe den Sinn nicht. "Zumindest solange nicht, wie der Nutzen primär bei den Zertifizierungsdienstleistern zu liegen scheint und ohne deren Marketing-Aktivitäten keine konkrete Nachfrage am Markt zu diesem Thema herrscht", wie Bernhard Zöller sagt.