PRS-Bereich soll an Fujitsu Siemens verkauft werden

SBS kurz vor der Zerschlagung

09.12.2005, von Thomas Zeller

Der IT-Dienstleister SBS steht anscheinend kurz vor seiner Zerschlagung. Nach verschiedenen Medienberichten soll der Bereich Produktnahe Dienstleistungen (PRS) an den PC-Hersteller Fujitsu Siemens Computers (FSC) abgegeben werden. In der kommenden Woche soll der Verkauf offiziell angekündigt werden.

In der SBS-Zentrale in München soll in der kommenden Woche über den Verkauf der PRS-Sparte entschieden werden.Vergrößern
In der SBS-Zentrale in München soll in der kommenden Woche über den Verkauf der PRS-Sparte entschieden werden.

SBS-Sprecher Jörg Roggenbruck sagte zu CIO-Online: "Wir suchen schon länger einen Partner für diesen Bereich. Wir arbeiten nun an einer schnellen Lösung." Die SBS-Sparte PRS hat 5.000 Mitarbeiter, davon sind 2.000 in Deutschland tätig. Weltweit hat SBS 39.000 Mitarbeiter.

Das Geschäftsfeld, zu dem etwa die Wartung von Großrechnern gehört, zählt zu den drei großen Standbeinen von SBS und steht für mehr als eine Milliarde der Gesamterlöse von 5,4 Milliarden Euro. Unternehmenskreisen zufolge könnte der Konzern außerdem bis Weihnachten über eine weitere Partnerschaft für große Geschäftsteile entscheiden, was eine Auflösung der Sparte in ihrer heutigen Form bedeuten würde.

Als möglicher Partner für den Bereich Operation Related Services (ORS), bei dem es um die Auslagerung von IT-Dienstleistungen geht, wurde zuletzt Atos Origin ins Spiel gebracht. Ein Verkauf an die Volkswagen-Tochter Gedas gilt in Branchenkreisen dagegen als unwahrscheinlich. Als möglicher Käufer käme auch Affiliated Computer Services (ACS) in Frage. Ebenso könnte Fujitsu selber Interesse am Outsourcing-Geschäft von Siemens haben. Der japanische Konzern ist in diesem Bereich ebenfalls stark aufgestellt.

Bereits seit Monaten wird über die Zukunft von SBS spekuliert. Siemens will die IT-Tochter auf Rendite trimmen und in den nächsten zwei Jahren 2.400 Stellen im Inland abbauen. In Unternehmenskreisen wird allerdings auch für das laufende Geschäftsjahr mit einem Verlust in dreistelliger Millionenhöhe gerechnet. Im Vorjahr hatte der Verlust bei 690 Millionen Euro gelegen.

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