Cloud Computing

IDC-Studie: Egotrips bei Cloud

Ein Keil zwischen Business und IT

31.07.2012, von

IDC warnt vor Wildwuchs, weil Fachbereiche eigenmächtig zu Cloud-Services greifen. Die IT sollte das Gespräch mit ihnen suchen, raten die Analysten.

IDC-Analyst Matthias Kraus: "Die Fachbereiche warten nicht, bis die IT-Abteilung ihre Anforderungen erfüllt."Vergrößern
IDC-Analyst Matthias Kraus: "Die Fachbereiche warten nicht, bis die IT-Abteilung ihre Anforderungen erfüllt."
Foto: IDC

Zu zwei Dritteln stoßen in deutschen Firmen IT-Verantwortliche Cloud Computing-Initiativen an. Immer häufiger aber greifen Business-Entscheider nach eigenem Gusto selbst bei Angeboten aus der Wolke zu, wie aus einer Studie von IDC hervorgeht. Die Fachbereiche fordern demnach von der IT eine viel schnellere und flexiblere Umsetzung neuer Anforderungen, damit ihre Belange und die Geschäftsprozesse stärker unterstützt werden.

So zähle für 29 Prozent der Fach-Entscheider die schnelle Implementierung von Lösungen zu den wichtigen Antriebsfaktoren, während dieser Aspekt für lediglich 16 Prozent der IT-Entscheider von Relevanz sei. 39 Prozent der befragten Verantwortlichen verwenden in ihren Fachbereichen Cloud Services beispielsweise für Bürokommunikation, Projektmanagement, Datenbanken oder Collaboration. Die IT-Abteilung wird dabei überhaupt nicht mehr gefragt.

Fachbereiche warten nicht

Zum Teil gehen auch die Mitarbeiter eigenmächtig vor. In 69 Prozent der Unternehmen nutzen Mitarbeiter frei verfügbare und einfach zu nutzende Cloud Services für geschäftliche Zwecke. "Die Fachbereiche warten nicht, bis die IT-Abteilung ihre Anforderungen erfüllt", erläutert IDC-Analyst Matthias Kraus. "Anwender beziehen Cloud Services, ohne dass die IT-Abteilung involviert wird, denn Cloud Services ermöglichen es, flexibel, schnell und mobil zu arbeiten."

Diese Entwicklung wird von IDC als durchaus gefährlich eingestuft. Es könne ein unkontrollierter und eventuell risikobehafteter Wildwuchs entstehen. Die Herausbildung von "IT-Inseln" könne den Zugriff auf wichtige Daten erschweren oder verhindern.

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Jörg G. Beyer - 08.08.2012 09:08
Die schnelle Implementierung von Lösungen ist klar der Schlüssel zum Erfolg. Mitarbeiter sprechen sich nicht mit den CIOs ab, weil es im IT-Management an Flexibilität fehlt und man gerade diese mit der Cloud gewinnt. Was bedeutet das für CIOs? Sie müssen über Flexibilität verfügen und dadurch besser mit dem Unternehmen vernetzt sein. Das ist mittlerweile sogar möglich: Mit Kollaboration. Anstelle auf Expertensoftware zurückzugreifen, deren Benutzung nur durch wenige Mitarbeiter möglich ist und dadurch lange dauert, brauchen CIOs schlanke Tools die auf dem Enterprise 2.0 Gedanken basieren. Tools müssen viele Mitarbeiter einbeziehen, Informationen ständig aktualisieren, damit CIOs ad-hoc Entscheidungen treffen können. Das geht nur mit einem schlanken und benutzerfreundlichen Tool. Über ein Feedback würde ich mich freuen. Grüße Jörg G. Beyer
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