Cloud Computing

Kosten, Bedenken, Reifegrad

4 CIOs über den Nutzen der Cloud

05.10.2012, von

Cloud Computing hat das Zeug zu einem neuen Paradigma, das belegt eine aktuelle Studie aus dem Hause Lünendonk. Vier CIOs aus Milliardenkonzernen diskutieren die Ergebnisse und berichten, was sie wann und warum in welche Cloud auslagern würden - und was nicht.

Geht es um die Cloud, geht es zuerst um Kosten, Nutzen und Bedenken. Vier IT-Manager diskutierten darüber in einem Roundtable-Gespräch mit Hartmut Lüerßen vom Analystenhaus Lünendonk, das jüngst eine Studie zum Thema veröffentlich hat. Offizielles Thema der Runde waren "Anbietertypologien, Services und Lösungen im Ausblick" - doch letztlich ging es um die Zukunft der IT. Die vier CIOs betonen, dass die Cloud zwar an vielen Stellen zu teuer oder schlicht noch nicht reif ist. Trotzdem klingt durch, dass der schleichende Wandel größer ausfällt als heute gemeinhin unterstellt. Doch zunächst zu den bodenständigen Themen:

1. Die Kosten

"IT-Budgets sind trotz Innovation begrenzt, und wir müssen Geld im eigenen Unternehmen finden", betonte Thilo Press, CIO des skandinavischen Papier- und Holzkonzerns Stora Enso. Schließlich sei das Unternehmen gerade dabei, Märkte in China und Lateinamerika zu erschließen und Milliarden zu investieren. "Auch deshalb sind Kosten ein wichtiges Thema." Augenscheinlich sollte das perfekt zur Cloud passen - immerhin nannte der größte Teil der Befragten in der Lünendonk-Studie die Kostenreduzierung als wesentlichen Vorteil der Nutzung von Cloud-Services (siehe Grafik 1).

Grafik 1: Vorteile der Cloud aus Sicht der Kunden.Vergrößern
Grafik 1: Vorteile der Cloud aus Sicht der Kunden.
Foto: cio.de

Nur leider, räumte Press ein, "haben wir Kostenanalysen über die Cloud gemacht, verschiedene Produkte bewertet und nochmals nachgerechnet. Doch wir konnten zumindest im Bereich der klassischen IT-End-User-Services keinen Return on Investment innerhalb von zwei bis drei Jahren zeigen". Aber das werde sich ändern, so Press, da die Anbieter mit verbesserten Preismodellen den Markt testen würden.

In Private Clouds sei ohnehin schon viel eingespart worden, sagte Werner Schultheis, Deutschland-CIO beim niederländischen Personaldienstleister Randstad: "Allein die Stromkosten für unsere Fat Clients waren früher immens hoch." Heute betreibe das Unternehmen in seinen über 500 Niederlassungen nur noch Thin Clients über Server-based Computing und virtualisierte Server, berichtete Schultheis: "Wenn man das Cloud nennt, ist es alter Wein in neuen Schläuchen." Auf jeden Fall sei hier das Sparpotenzial schon längst realisiert - "viel wichtiger ist die Möglichkeit zur Flexibilisierung der Kosten". Dass die Cloud als reine Sparmaßnahme zu kurz greift, bestätigte auch CIO Press von Stora Enso: "Nur wenn Sie den Kostenbegriff weiter fassen, also den Wandel von Investitionen in Betriebskosten berücksichtigen, bietet Ihnen die Cloud eine Menge Potenzial."

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Leser - 05.10.2012 12:21
Aus einem aktuellen Vertrag eines Cloudanbieter frei zitiert: "Anbieter unternimmt alle wirtschaftlich sinnvollen Maßnahmen zum Schutze der Daten des Kunden. Anbieter kann nicht komplett ausschließen, dass Daten des Kunden auch durch nicht berechtigte Personen eingesehen werden können. Kunde ist bewusst, dass Internet-Techniken generell unsicher sind und daher ...." Spannend ist auch die Frage, in welcher Form ein Anbieter einem Kunden bei eventueller Vertragsbeendigung die gespeicherten Daten übergeben muss (oder ob er überhaupt dazu verpflichtet ist!). Dazu findet sich zumeist nichts in den Verträgen. Die Anbieter müssen hier dringend für mehr Transparenz und Zuverlässigkeit sorgen damit man als Kunde nicht völlig ausgeliefert ist - und zwar noch mehr als bei den klassischen Lizenzmodellen.
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