Cloud Computing

Eigene Korrekturen

Wo Forrester bei den Cloud-Prognosen irrte

13.12.2012, von

Nur vier ihrer Prognosen zu Cloud Computing vom Vorjahr wurden Wahrheit, stellen Forrester-Analysten fest - und wagen neue Voraussagen, etwa zum Tod von PaaS.

Forrester-Analyst James Staten: "Eine virtualisierte Infrastruktur ist keine Cloud, Folks!Vergrößern
Forrester-Analyst James Staten: "Eine virtualisierte Infrastruktur ist keine Cloud, Folks!"
Foto: Forrester

Rebellisch, ungehörig, abenteuerlustig, oft genug pseudocool und meistens noch nicht ausgewachsen – für wen gilt das in aller Regel? Richtig, pubertierende Teenager. Passt aber auch irgendwie zum Markt für Cloud Computing, findet James Staten, Analyst bei Forrester Research. "Wie es oft in unseren Teenager-Jahren geschieht, ändern sich unsere Zukunftswünsche rasch mit den Irrungen und Wirrungen des Marktes", schreibt Staten im Forrester-Blog. Soll heißen: Die Mode ändert sich, auch bei den Dienstleistungen aus der Wolke.

Den Vergleich zwischen der Cloud und unreifen Teenagern zog Forrester bereits vor einem Jahr. Anlass genug für Staten, das Bild jetzt nochmals aufzugreifen und Bilanz über die Entwicklung der Lage im Jahr 2012 zu ziehen. Der aktuell virulenteste Befund: Platform-as-a-Service (PaaS) scheint für sich alleine an Bedeutung zu verlieren. Sowohl Microsoft als auch Google hätten auf Kundenwünsche reagiert und ihr Cloud-Angebot um Infrastructure-as-a-Service (IaaS) ergänzt, so Staten.

Die Entwickler in großen Firmen wollten keine geschlossenen Systeme und auch keinen Ausschluss aus der Konfiguration von Middleware-Plattformen, analysiert Staten weiter. Die Anwender seien offenkundig stärker an einem IaaS-plus-Modell interessiert, in dem eine IaaS-Plattform als Basis um eine Reihe mundgerechter Services ergänzt werde. Möglicherweise stehe tatsächlich der Tod von PaaS im ursprünglichen Sinne bevor, so Staten. Eine harte Prognose will der Analyst daraus zwar nicht machen, überprüft dafür aber die eigenen Voraussagen für 2012. Die Bilanz: Vier Aussagen bewahrheiteten sich, vier entpuppten sich als falsch. Für zwei Prognosen ist das Urteil offen.

Irrtum 1: Forrester war davon ausgegangen, dass die Unterschiede zwischen Cloud Services und traditioneller IT klarer würden. Das sei traurigerweise so nicht eingetreten, konstatiert Staten. Und daran seien nicht die Anbieter Schuld, sondern die I&O-Teams in den Unternehmen. "Eine virtualisierte Infrastruktur ist keine Cloud, Folks!", stellt Staten klar. Das ändere sich auch nicht, wenn man es den eigenen Entwicklern so zu verkaufen versuche. Self-Service bedeute Self-Service – und zwar ohne Vermittlung durch Help Desk oder I&O-Team. "Sie sollten ihren Entwicklern Autonomie gewähren", rät Forrester.

Jetzt den CIO Exklusiv Newsletter bestellen!
Kommentieren: Kommentieren
Empfehlungen der Redaktion:
5 dringende Handlungsfelder bei Cloud
Die Cloud hält noch nicht, was sie verspricht. In prozessualen und rechtlichen Belangen sowie bei Schnittstellen ist sie nicht ausgereift. Thomas Endres vom IT-Anwenderverband ...
» zum Artikel
Cloud-Nachhilfe für die Führungsriege
Eigene Daten Dritten anzuvertrauen, speziell mittels Cloud Computing, ist bei Geschäftsführern mit großen Sicherheitsbedenken verbunden. CIOs können durch pragmatisches ...
» zum Artikel
Wettbewerbsvorteile in der Cloud
Insbesondere die Skalierbarkeit macht Cloud Computing für Großunternehmen attraktiv. In den USA rechnet eine Mehrheit mit schnell steigenden Budgets sowohl für
» zum Artikel
Weitere Inhalte zu:
Forrester Research, Cloud Computing, PaaS, IaaS, IT-Trends