Cloud Computing

Technologie wächst schneller als Nutzung

Cloud Computing braucht noch Zeit

07.05.2013, von

Cloud Computing ist in Unternehmen nicht so verbreitet, wie manche Studien es suggerieren. Ein bisschen Zeit zur Reife erscheint noch nötig. Richtig ist aber: Wer einmal eingestiegen ist, nutzt immer mehr Cloud-Services.

James Staten, Cloud-Experte von Forrester Research: "Firmen bewegen sich viel langsamer, als wir uns wünschen."Vergrößern
James Staten, Cloud-Experte von Forrester Research: "Firmen bewegen sich viel langsamer, als wir uns wünschen."
Foto: Forrester

Die Zukunft der IT liegt in der Wolke. Das erscheint mittlerweile geradezu als Fakt. Cloud Computing-Skeptiker scheinen in der veröffentlichten Wahrnehmung verstummt zu sein. Aber ist es wirklich so, wie es fast unwidersprochen den Anschein hat? Ist der Abflug in die Cloud für die Unternehmens-IT unausweichlich? Unsere amerikanische Schwesterpublikation Network World hat diese Frage beleuchtet.

Zum aktuellen Durchbruch des Cloud Computings in den Firmen bemerkt Autor Brandon Butler: "Nun, das hängst davon ab, wen man fragt." Butler stützt seine Einschätzung insbesondere auf zwei aktuelle Studien, deren Ergebnisse sich offenkundig widersprechen.

Die eine Studie stammt von RightScale, einem Vermittler zwischen End Usern und Public Cloud-Anbietern. Das Kernergebnis dieser Umfrage: 75 Prozent der Firmen nutzten mittlerweile Cloud-Services, wenngleich in unterschiedlichem Ausmaß. "Wir bekommen allmählich einen Blick auf die Cloud, wie sie den Kinderschuhen entwächst und zum jungen Erwachsenen wird", interpretiert Michael Crandell, CEO von RightScale.

Der Widerspruch kommt laut Network World von Forrester Research. James Staten, Cloud-Guru des Analystenhauses, erscheinen die von RightScale festgestellten drei Viertel als allzu hohe Quote der Cloud-Nutzung. Das umso mehr, weil eine Studie von Forrester ein anderes Bild zeigt. Demnach sind 70 Prozent der Software-Entwickler beruflich bisher überhaupt nicht mit der Cloud in Berührung gekommen.

"Der Teufel steckt wieder einmal im Detail", schreibt Butler zur Frage, wie sich diese Diskrepanz erklären lässt. Das bedeutet zunächst einmal, dass bei Studien auf die Zusammensetzung der Befragten-Gruppe zu achten ist. Die RightScale-Studie basiert laut Network World auf einer Befragung von 600 IT-Profis, was zunächst als recht eindrucksvolle Größe erscheint.

Allerdings handle es sich um Personen, die alle zuvor mit RightScale in Kontakt gekommen waren, so Butler. Nicht unbedingt nur als Kunden – das sind laut Studie lediglich 30 Prozent der Befragten. Aber zumindest haben sie sich auf der Firmen-Website registriert oder auf einer Messe ihre Kontaktdaten beim Anbieter hinterlassen. Entsprechend gibt Kim Weins, Marketing-Managerin bei RightScale, zu, dass die Befragten eine gewisse Affinität zum Cloud Computing hätten. Forrester befragte demgegenüber einen unvoreingenommenen Entwickler-Querschnitt.

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Kommentieren: Kommentieren
Manuel Krug - 28.09.2013 13:43
Cloud Computing ist bereits wieder auf dem Rückzug. Die NSA-Spähaffäre hat den Ausschlag dafür gegeben. Und das ist gut so. Einige DAX-Unternehmen handeln momentan radikal. So schnell wie möglich raus aus der Cloud und wieder rein ins eigene Rechenzentrum. Nur ein Beispiel: Wenn beispielsweise die Baupläne für einen neuen BMW-Motor bei der NSA landen und mit freundlicher Empfehlung an General Motors weitergegegeben werden, muss man handeln. Die Cloud ist tot.
MW - 07.05.2013 09:42
Wir teilen Ihre Auffassung, dass die deutschen Unternehmen bisher etwas zurückhaltend mit Cloud Systemen umgehen. Vielleicht auch deswegen: http://www.recht-freundlich.de/eu-studie-berichtet-ueber-datenschutzrechtliche-probleme-in-der-cloud Eine EU-Studie hat nämlich die Zugriffsrechte USamerikanischer Behörden auf europäische Daten dargestellt. Und nicht nur dies, sondern auch die Vereinbarkeit des Cloud Computings mit dem deutschen Steuerrecht bereitet vielen Unternehmen Kopfschmerzen. Es fehlt an umfassender Beratung und Aufklärung. Allerdings kommt bald die EU-Datenschutz-Grundverordnung, es lohnt sich also fast nicht, sich jetzt auf das Bundesdatenschutzgesetz einzustellen. Bald gilt nämlich dann das EU-Datenschutzrecht für alle Staaten.
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