Konzern statt Startup

6 Punkte, die die Generation Y vom Arbeitgeber fordert

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.

Zurück zu Kienbaums Befragung: Ein idealer Arbeitgeber bietet aus Sicht der Befragten eine kollegiale Atmosphäre (62 Prozent), eine gute Work-Life-Balance (59 Prozent) und gute Karrierechancen (57 Prozent). Dahinter rangieren Weiterbildungsangebote (45 Prozent) und die Bezahlung (39 Prozent). Auch in dieser Frage bestätigt sich das Klischee von der sinnsuchenden Generation Y - der Buchstabe wird gern als "Why?" interpretiert - nicht. So sind flache Hierarchien nur 18 Prozent der Befragten wichtig, ethische Prinzipien 16 Prozent. Den Punkt "soziales Engagement des Unternehmens" kreuzen sechs Prozent der Befragten an.

Hannah Bahl: "Die Generation Y stellt sich immer in Frage"

Hannah Bahl wiederum sieht im "Y" zwei für die Generation sehr wichtigen Komponenten. "Die Generation Y stellt sich und die Situationen oder Beziehungen, in denen sie sich befindet, immer in Frage, weil sie weiß, dass sie nicht bleiben muss und gelernt hat, im Netzwerk, in dem sie lebt, flexibel zu sein", sagt sie. Und weiter: "Dies führt mit der Sehnsucht nach Sinnhaftigkeit der eigenen Tätigkeit, die auch in diesem Why mit schwingt, dazu, dass sie - anders als vorherige Generationen - eher einen Job, der von objektiven Kriterien ausgehend sehr erfolgreich aussieht, verlässt, um nach mehr Selbstverwirklichung zu streben."

Soviel zur Denk- und Lebenswelt der Absolventen. Kienbaum hat außerdem erfragt, wie sie sich über potenzielle Arbeitgeber informieren. Mit sehr großem Abstand führt die Unternehmenswebsite (94 Prozent).

Dicht beieinander liegen Hochschul-Bewerbermessen, Netzwerke wie XING und LinkedIn und Jobbörsen wie Stepstone oder Monster, die jeweils auf 53 Prozent der Nennungen kommen. 48 Prozent wenden sich an Freunde oder Bekannte, die in dem Unternehmen arbeiten, und 42 Prozent suchen über Google.

Kienbaum leitet aus der Studie sechs Implikationen für Unternehmen ab:

  1. Die Unternehmens-Website muss visuell und intuitiv aufgebaut sein

  2. Junge Mitarbeiter reagieren positiv auf gemeinsame Veranstaltungen, Sportprogramme und Weiterbildungsmöglichkeiten wie zum Beispiel Training und Coaching

  3. Die Einführung flexibler Arbeitsformen (bezüglich Arbeitszeit und -platz) zahlt sich aus

  4. Unternehmen sollten Marketingaktivitäten wie zum Beispiel den Career Day ausbauen

  5. Absolventen wissen Kinder-/Familienbetreuung sowie Angebote zur betrieblichen Alters- und Gesundheitsvorsorge zu schätzen

  6. Es geht nicht nur um junge Leute: Firmen brauchen heterogene Generationenkonzepte, um die Ziele, Werte und Lebensstile aller Mitarbeiter zu adressieren

Nach Beobachtung von Gen-Y-Vertreterin Bahl hat ihre Generation sehr früh gelernt, eigenverantwortlich zu arbeiten. Sie glaubt, dass diese Fähigkeiten schwer in klassische Hierarchien passen. "Dennoch besteht innerhalb dieser Generation eine große Sehnsucht nach guter FührungFührung, mit der sich vielleicht auch die Befürwortung von Hierarchie in der Studie erklären lässt", überlegt die Speakerin. Alles zu Führung auf CIO.de

Sie führt aus: "Gute Führung bedeutet in diesem Sinne für die Generation Y ,gesehen' zu werden und sich in einen produktiven Austausch zu begeben, in dem man aneinander wächst. Aus diesem Grund ist auch die Sehnsucht nach Coaching und persönlichen Beziehungen und viel Feedback innerhalb dieser Generation Y so groß." Abschließend sagt Bahl, die Generation Y sei bereit, jemandem zu folgen, der eine Vision hat. "Aber sie wird nicht auf Grund einer bestimmten Hierarchiestufe folgsam sein."

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