Projektarbeit, Social Software

6 Trends für die Arbeit der Zukunft

Bettina Dobe ist Journalistin in München. Sie hat sich auf Wissenschafts-, Karriere- und Social Media- sowie Gesundheitsthemen spezialisiert. 

3 Hürden überspringen

Doch Micro-Blogging ist nicht ganz unproblematisch. Denn einerseits gibt es rechtliche Schwierigkeiten: "Das Problem ist die Leistungstransparenz", sagt Gebhardt. Arbeitsrechtlich gesehen wäre damit jeder einzelne Arbeitsschritt nachprüfbar und würde eine persönliche Auswertung ermöglichen - und das ist verboten. Die Sozialverbände müssten dem erst zustimmen, so Gebhardt. Hinzu kommt, dass häufiges Posten noch nichts über die Qualität der Arbeit oder die Produktivität aussagt. Aber es könnte den Eindruck von Produktivität vermitteln. Zudem würden Mitarbeiter ausgegrenzt, die diese Plattformen wenig nutzen.

Für die Projektarbeit sind Open Spaces besser, von kleinen Einzelbüros werden wir uns wohl verabschieden.
Für die Projektarbeit sind Open Spaces besser, von kleinen Einzelbüros werden wir uns wohl verabschieden.
Foto: Steelcase

Auch den Mitarbeitern selbst gefällt das nicht unbedingt. "Plötzlich sollen sie alle Schritte dokumentieren. Viele halten das für doppelten Aufwand", sagt Gebhardt. Sie empfänden das als Belastung, wie das bei der Einführung neuer Systeme häufig der Fall sei. Aber auch das wird sich geben, glaubt Gebhardt. Mit verbesserter Technik die Informationen seien über Stichworte auffindbar, auch wenn das System sich selbst überlassen wird.

Bis diese neue Art des Arbeitens angekommen ist, müssen noch drei Hürden übersprungen werden.

1. Umdenken. "Wir müssen uns umerziehen", sagt Gebhardt. Unsere Sozialisierung am Arbeitsplatz sei noch sehr von festen Arbeitszeiten geprägt, die wenig mit Projektarbeit und neuen Möglichkeiten der Kommunikation zu tun haben. Mehr Flexibilität bei Angestellten und Firmen gleichermaßen ist wichtig.

2. Nutzen erkennen. "Der Nutzen von Social Media ist sehr groß", sagt Gebhardt. Nur erkennen noch nicht alle Unternehmen das Potenzial, das darin steckt. Auch einige Mitarbeiter müssen umdenken, um die Social Software sinnvoll einzusetzen.

3. Rechtliche Grundlagen schaffen. Da die rechtliche Grundlage der unternehmensinternen Plattformen noch nicht gesichert ist, ist die Teilnahme der Mitarbeiter freiwillig. So können die Vorteile der verbesserten Kommunikation noch nicht genutzt werden.

Für die Studie "New Work Order – Aufbruch in eine neue Arbeitskultur" befragten Birgit Gebhardt und Florian Häupl im Trendbüro 22 großen Firmen wie etwa die Deutschen Telekom, Microsoft, Google, Deutsche Bank, Credit Suisse u.a. zu ihren Erfahrungen der "Social CollaborationCollaboration". Zusätzlich wurden zusammen mit dem Auftraggeber bso (Verband der Büro-, Sitz- und Objektmöbel e.V.) 601 Unternehmen in der D/A/CH-Region telefonisch interviewt. Alles zu Collaboration auf CIO.de

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