Digitalisierung und Führung

7 Merkmale erfolgreicher Digital Leader

Esther Shein ist Journalistin für cio.com.
Wer den Wandel im Unternehmen vorantreiben will, braucht eine Kombinationen verschiedener Eigenschaften.
  • Während 2012 noch 45 Prozent der Unternehmen angaben, die nötigen Führungsqualitäten für die Digitalisierung zu haben, sind es aktuell nur noch 35 Prozent
  • Die sieben Merkmale kreisen um Kommunikation, Fehlerkultur und Recruiting
Die digitale Transformation stellt neue Ansprüche an Führungskräfte.
Die digitale Transformation stellt neue Ansprüche an Führungskräfte.
Foto: nd3000 - shutterstock.com

DigitalisierungDigitalisierung und ihre Begleiterscheinungen bleiben eine Herausforderung für Führungskräfte. So haben die Berater von Capgemini und George Westerman (MIT) zwei Befragungen miteinander verglichen, die sie im Abstand von einigen Jahren unter gut 1.300 Managern weltweit durchgeführt haben. Aktuell erklären knapp vier von zehn Entscheidern, über die nötigen digitalen Fähigkeiten zu verfügen - dieselbe Menge wie 2012. Während aber 2012 noch 45 Prozent der Firmen angaben, auch die nötigen Führungsqualitäten zu haben, sind es aktuell nur noch 35 Prozent. Alles zu Digitalisierung auf CIO.de

Unabhängig von diese Studie zeigt die Praxis, dass sich erfolgreiche Digital Leader durch sieben Eigenschaften auszeichnen:

1. Sie sind gute Kommunikatoren: Eric Sigurdson ist CIO bei der Beraterfirma Russell Reynolds Associates. Seine Haltung: eine gute Führungskraft unterstützt das Business beim Priorisieren und Artikulieren seiner Ziele. Dazu gehört etwa das Kommunizieren des Zeitrahmens eines Projektes. Außerdem verfügen solche Führungskräfte über Verhandlungsgeschick mit internen wie externen Beteiligten. Nicht zuletzt können sie gut zuhören, zwischen den Zeilen lesen - und ihren Optimismus bewahren.

2. Sie machen die Dinge möglichst einfach: Für George Brady, Executive Vice President und CTO (Chief Technology Officer) bei Capital One, sind Konzentrationsfähigkeit und die Fähigkeit zur Vereinfachung die Schlüssel. Er sucht Prozesse ständig auf Effizienzsteigerungen ab, um Überflüssiges zu vermeiden.

3. Sie stellen neugierige Menschen ein: Laut Dave Castellani, Senior Vice President und Business Information Officer bei New York Life, braucht gute FührungFührung Mitarbeiter, die widersprechen. Er will Leute in seinem Team haben, die sagen: "Ich halte Ihren Ansatz nicht für richtig und ich kann Ihnen auch sagen, warum." Bei Neueinstellungen zieht Castellani intellektuell neugierige Menschen vor, die althergebrachtes Wissen hinterfragen. Anders sei die Forderung nach ständigem Lernen in einem sich ständig wandelnden Markt nicht zu erfüllen. Umgangssprachlich ausgedrückt, sagt Castellani: "Ich brauche keine zweite Version meiner selbst im Team!" Alles zu Führung auf CIO.de

Wer führt, muss Vorbild sein

4. Sie packen mit an: Srini Koushik, CIO und CTO bei Magellan Health, pocht auf die Vorbildfunktion von Führungskräften. Mitarbeiter lernen umso besser, je stärker Chefs vorleben. Das Gegenteil einer guten Führungskraft ist für Koushik jemand, der schlaue Artikel über Digitalisierung liest, an sein Team weitergibt und sagt: "Macht mal!"

5. Sie können mit Fehlern umgehen: Castellani nennt es das "Paten-Prinzip": "Überbringe schlechte Nachrichten gleich!" Er hält Fehler für Teile jeden Lernprozesses. Daher dürften die Mitarbeiter nicht befürchten müssen, für Fehler bestraft zu werden. Gerät ein Projekt in eine Krise, kann eine gründliche Fehler-Analyse neue Erkenntnisse liefern.

6. Sie knüpfen gute Beziehungen - nicht nur mit Vertretern der Führungsriege: Larissa Tosch, Vice President of Information Technology und CIO bei der Glatfelter Insurance Group, hat als Entwicklerin in dem Unternehmen angefangen. Dann wurde ihr die Leitung eines Business-Analysten-Teams aus der Underwriting-Abteilung angetragen (Underwriter schätzen und zeichnen Risiken oder prüfen Anträge, Anmerkung der Red.). Das habe ihr geholfen, IT von außen zu betrachten, sagt Tosch heute. "Wir kennen alle diese Horrorgeschichten von IT-Abteilungen, die den Endanwendern etwas aufzwingen, oder von Fachabteilungen, die die IT übergehen", sagt Tosch. "Beides bringt auf lange Sicht keinen Erfolg." In der Digitalisierung brauchen Führungskräfte gute Beziehungen ins Unternehmen hinein.

7. Sie sind zukunftsorientiert: Wie Capital One-CIO Brady sagt, muss eine Führungskraft "immer um die Ecke denken" und sich nie in der falschen Sicherheit wiegen, schnell und gut genug zu sein. Srini Koushik von Magellan Health konsultiert Berater, von denen er sich Unterstützung beim Aufbau zukunftsfähiger Strukturen verspricht. Er sagt: "Man muss sich mit zukunftsorientierten Partnern verbünden."

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