Strategien


Internet of Things

9 Erfolgsfaktoren für IoT-Projekte

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Rund ein Sechstel der Unternehmen mit IoT-Projekten (Internet of Things) senken die Kosten und steigern den Umsatz um jeweils mindestens fünfzehn Prozent. McKinsey zählt neun Faktoren auf, in denen sich diese Vorreiter vom Durchschnitt abheben.
  • Wer etwa Gas-Turbinen mit Sensoren ausstattet, kann positive Effekte durch predictive Maintenance erreichen – wenn die Arbeiter ihre Abläufe entsprechend anpassen
  • Erfolgreiche IoT-Anwender nutzen Augmented und Virtual Reality sowie Drohnen und Wearable Devices überdurchschnittlich häufig
  • Leader orientieren sich bei der Wahl ihrer IoT-Plattform auch daran, inwieweit diese die Einbindung Externer unterstützt

Wie zahlt sich die Nutzung des Internet of ThingsInternet of Things (IoT) im Hinblick auf Kosten und Umsatz aus? Diese Frage untersucht McKinsey in einem Vergleich von Unternehmen, die die Pilot-Phase bereits hinter sich gelassen haben. Die Consultants dokumentieren die Studie in dem Papier "What separates leaders from laggards in the internet of things". Alles zu Internet of Things auf CIO.de

Überdurchschnittlich erfolgreiche Firmen nutzen Advanced Endpoints wie Drohnen und autonome Fahrzeuge häufiger als andere Firmen.
Überdurchschnittlich erfolgreiche Firmen nutzen Advanced Endpoints wie Drohnen und autonome Fahrzeuge häufiger als andere Firmen.
Foto: McKinsey

Etwa ein Sechstel (17 Prozent) der rund 300 Unternehmen verzeichnet Kostensenkungen und Umsatzsteigerungen von mehr als 15 Prozent. Dieselbe Menge bleibt bei Ergebnissen von unter fünf Prozent, die übrigen Firmen bewegen sich dazwischen. McKinsey nennt neun Punkte, durch die die besonders erfolgreichen Studienteilnehmer auffallen. Das sind:

1. Mehr IoT-Projekte bringen mehr Erfolg

Nach den Daten von McKinsey dürfen sich Entscheider von ihren ersten IoT-Projekten noch nicht zu viel versprechen. Erst mit wachsender Erfahrung zeigen sich bessere Ergebnisse. "Das zwanzigste IoT-Projekt wird sich wahrscheinlich stärker auszahlen als das zehnte", so der Berater.

2. Die Prozesse anpassen

Wer beispielsweise Gas-Turbinen mit Sensoren ausstattet, kann positive Effekte durch Pedictive Maintenance erreichen - wenn die Arbeiter ihre Abläufe entsprechend anpassen. Statt regelmäßige Routine-Wartungen vorzunehmen, müssen sie sich nach den Daten jeder einzelnen Turbine richten.

3. Die Endgeräte technologisch aufrüsten

McKinsey definiert Augmented und Virtuelle Realität, Drohnen, autonome Fahrzeuge und Wearable Devices als "advanced Endpoints". In der Studie zeigt sich, dass die erfolgreichen IoT-Anwender solche Endgeräte überdurchschnittlich häufig nutzen.

4. Den Business Case genau ausformulieren

Was will das Unternehmen durch den IoT-Einsatz wie erreichen - diese Frage muss möglichst genau beantwortet werden. Entscheider brauchen ein Nutzenversprechen (Produkte oder Dienstleistungen, die dem Kunden mehr nützen als bisher), ein Liefer-Modell (wie und mit Beteiligung welcher Geschäftspartner kommt das Produkt/die Dienstleistung auf den Markt) und eine klare Vorstellung davon, wie mit dem Produkt/der Dienstleistung Geld zu verdienen ist.

5. Der CEO sitzt mit im Boot

Alle Firmen erklären, für ihre IoT-Initiativen die C-Suite hinter sich zu haben. Unter den erfolgreichen Studienteilnehmern sprechen aber auffallend viele davon, dass der CEO als "Champion" für diese ProjekteProjekte auftritt. Alles zu Projekte auf CIO.de

6. Das komplette Unternehmen mobilisieren

Vorreiter in Sachen IoT verstehen überdurchschnittlich gut, dass das Internet der Dinge das gesamte Unternehmen durchzieht, vom Entwickeln neuer Produkte und Dienstleistungen über Herstellung und Lieferung, Verkauf, Kundendienst bis zur Neuausrichtung des Portfolios und dem Management zentraler Funktionen. Daher muss die komplette Belegschaft verstehen, warum es IoT-Initiativen gibt und was damit erreicht werden soll.

7. Mit der Aufrüstung bestehender Angebote starten

Alle untersuchten Firmen haben irgendwann mit der IoT-Nutzung angefangen und standen vor der Wahl, bestehende Produkte oder Dienstleistungen aufzurüsten oder ganz neue Angebote zu entwerfen. Im Rückblick zeigt sich, dass die überdurchschnittlich erfolgreichen Entscheider bei bereits vorhandenen Angeboten angesetzt haben.

8. Das Eco-System nutzen

Im Vergleich zeigt sich, dass Firmen mit besseren Ergebnissen ihre Geschäftspartnerschaften und Zulieferer stärker einbeziehen als der Rest des Feldes. Technologisch gesehen heißt das: Leader orientieren sich bei der Wahl ihrer IoT-Plattform auch daran, inwieweit diese die Einbindung Externer unterstützt.

Vorreiter in puncto IoT achten bei der Auswahl ihrer IoT-Plattform stärker darauf, dass diese die Kooperation mit Externen unterstützen.
Vorreiter in puncto IoT achten bei der Auswahl ihrer IoT-Plattform stärker darauf, dass diese die Kooperation mit Externen unterstützen.
Foto: McKinsey

9. Auf Cyberattacken gefasst sein

Alle Studienteilnehmer sprechen von der Gefahr durch Cyberkriminelle. McKinsey mutmaßt jedoch, dass die erfolgreichen Firmen aus Schäden stärker lernen.

Zusammenfassend betont McKinsey, dass der CIO trotz seiner wichtigen Rolle nicht alleine den Hut aufhaben darf in puncto Internet of Things. Strategie, Führung, Investitionen, Change und Partnerschaften sind Bereiche, die einbezogen werden müssen. Die Consultants erkennen außerdem an, dass die überdurchschnittlich erfolgreichen Firmen "einen gewissen Biss" zeigen.

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