Test und Erfahrungsbericht zu Amazon Echo

"Alexa - wir müssen reden"

Beate Wöhe leitet als Director Experts Network das IDG Experten-Netzwerk für alle Online-Portale der IDG Business Media GmbH. Sie hat diese Position nach über zehnjähriger Tätigkeit als Redakteurin und leitende Redakteurin des IDG-Titels ChannelPartner im Juli 2014 übernommen. Ihr obliegt die Betreuung der Experten sowie der weitere Ausbau der Community.
Der digitale Assistent Echo, der auf den Namen Alexa hört, begleitet mich seit seinem Start. Hier berichte ich dazu meine Erfahrungen und Neuigkeiten.
  • Grundinstallation von Amazon Echo und Echo Dot
  • Einbinden und Kommunikation im Netzwerk
  • Die Alexa App
  • Erste Schritte mit Alexa und Erweiterungen

Noch während des Entstehens dieses Textes, Anfang 2017 war es raus: Die Testphase ist beendet. Jetzt gibt es Amazon Echo und Echo Dot für alle - und das sofort. Ob ich den digitalen Assistenten unbedingt brauche? Nein. Aber bisher macht er viel Spaß und kann manchmal sogar nützlich sein.

Die Grundinstallation

Ende Januar 2017 steht Alexa in Form des Lautsprechers Echo in meinem Wohnzimmer.

Um auch bestimmt keine Fehler zu machen, holte ich mir alles, was ich vermutet für die Installation zu benötigen, ebenfalls in meine Nähe.

Auf dem Wohnzimmertisch standen:

  • Amazon Echo Lautsprecher

  • Smartphone (für die App)

  • Notebook (um eventuell auftauchende Fragen per Google zu klären)

Ausgepackt ist schnell. Der Lautsprecher, das Netzteil und drei kleine Zettel. Das war's. Auch ein Platz ist schnell gefunden, da der Radius von der Steckdose aus durch das 173 cm lange Stromkabel begrenzt ist.

Nun folgt der Moment, in dem ein Neuwagenbesitzer das erste Mal das Auto startet. Der Stecker kommt in die Steckdose - und schon beginnt der obere Ring am Lautsprecher blau zu leuchten.
Nach 60 Sekunden werde ich nervös. Denn jetzt sollte Alexa mich das erste Mal begrüßen. Es dauert knapp 90 Sekunden, bis sich der kreisende Ring von blau auf gelb ändert und Alexa mit leiser Hintergrundmusik mich das erste Mal anspricht: "Hallo! Dein Amazon Echo kann jetzt eingerichtet werden. Folge einfach den Anweisungen in der Alexa App."
Video gekürzt:

Die Alexa App

Gesagt getan. Die App für mobile Betriebssysteme ist in den folgenden App Shops zu finden

Die Mindestanforderungen an das mobile Betriebssystem für die Alexa App sind Android 4.4, iOS 8.0. und Fire OS 3.0. Alternativ ist die App auch über die gängigen Standardbrowser unter https://alexa.amazon.de zu erreichen.

WLAN und Netzwerk

Die WLAN-Einbindung findet ebenfalls über die App statt. Im linken Navigationsbereich unter "Geräte", "Neues Gerät einrichten" befindet sich der Zugang. Dann muss die Aktionstaste rechts oben am Lautsprecher fünf Sekunden lang gedrückt werden. Der Leuchtring wechselt die Farbe von blau auf orange zeigt damit den Verbindungsmodus an.

"Du hast Echo verbunden. Setze nun die Einrichtung in Deiner Alexa App fort", bestätigt mir der Lautsprecher den positiven Verlauf. Amazon bietet mir an diesem Punkt an, alle meine WLAN-Passwörter auch auf Amazon zu speichern. Aber das lass ich mal lieber.

Musik

Den ersten Funktionstest starte ich mit Musik. Rein in die Alexa App und unter den Einstellungen lässt sich Echo mit dem Musikdienst Spotify verbinden. Mein erster Musikwunsch geht an den Start.

In diesem Zusammenhang fällt mir ein, dass ich als Prime Kunde auch auf kostenlose Musikangebote von Amazon zugreifen könnte. Also stelle ich auch diese Verbindung her. Die nächsten Minuten lasse ich Alexa Musiktitel, Playlists und Radiosender quer Beet suchen und abspielen. Im Hinterkopf frage ich mich, von welchem Dienst der Lautsprecher die Musik abruft, wenn ich ihm nicht sage: "Alexa spiele die Playlist XY von Spotify", sondern mir nur einen Titel ohne Quelle wünsche. Aber egal, Hauptsache es funktioniert.

Der Sound hört sich für einen Einzellautsprecher, der den Raum laut Hersteller mit einem 360-Grad umfassenden Klang erfüllt, gut an und ich gönne mir einen Musikabend.Die Lautstärke verändert Alexa auf Zuruf mit den Befehlen "Alexa: lauter" und "leiser" oder aber mit den Zahlen 0 bis 10. Ist die Lautstärke allerdings sehr hoch gestellt, heißt das auch, "Alexa!!" regelrecht anschreien zu müssen, um ihre Aufmerksamkeit zu erreichen.

Hörbücher und mehr

Aufgrund der bisher gut funktionierenden Personalisierung, mache ich mit dem Zugang zu meinen Hörbüchern auf der Amazon-Tochter Audible weiter. Unter "Musik und Bücher" in der Alexa App finde ich allerdings nur ein einziges Buch, das ich vor Jahren ausnahmeweise nicht am PC sondern unterwegs über mein Smartphone geladen hatte.

Ich versuche es trotzdem per Sprachbefehl. Hier die Antwort:

Also logge ich mich bei Audible ein und gehe auf der Seite ganz nach unten zu den Apps. Dort finde ich unter den Amazon-Geräten einen Hinweis zu meinem Problem: "Wieso wird mein Hörbuch nicht auf dem Echo abgespielt?"

Achtung: Es ist wichtig zu wissen, dass Amazon Echo nicht mit alten Audible Accounts arbeiten kann, die sich noch über Benutzername und Passwort einloggen. Vorher muss der Benutzer sein altes Audible-Konto mit seinem Amazon-Konto verbinden.

Audible bietet in den Kontodaten die Möglichkeit an, das Audible- mit dem Amazon-Konto zu verbinden.
Audible bietet in den Kontodaten die Möglichkeit an, das Audible- mit dem Amazon-Konto zu verbinden.

Leichter gesagt, als getan. Das Verbinden funktioniert bei meinen Konten nicht. Auch der Telefonsupport ist nach einigen Tests ratlos und eröffnet ein Ticket. Vier Tage später versuche ich das Koppeln der beiden Kontos erneut auf eigene Faust. Jetzt hat es geklappt.

Alle meine Hörbücher sind nun auch in der App sichtbar und Alexa liest die gewünschten Hörbücher auf Kommando. Das dahinterstehende Audible-System lässt auch die gewohnt Steuerung zu. Mit Befehlen wie "vor" und "zurück" springt die Software entsprechend der gewohnten Audible-Schritte im Text. Bei erneutem Aufruf eines Titels spielt der Lautsprecher den Text ab dem letzten Stopp weiter.

Die Echo Dots ziehen ein

Die gleiche Musik in jedem Raum oder Alexa auch von der Küche aus einen neuen Eintrag für meine Einkaufsliste zuzurufen. Das waren die Gründe, im August 2017 zwei Echo Dots dazu zu kaufen. Aber auch wenn die Geräte untereinander kabellos kommunizieren, bleibt immer noch das Problem mit dem Stromkabel - vor allem im Badezimmer. Daher mussten für die beiden neuen Lautsprecher zusätzlich zwei Akkus her.

Sowohl dem großen Echo Lautsprecher als auch den beiden Dots weise ich nach der Installation den Namen des Raumes zu, in dem sie stehen. Das funktioniert ebenfalls über die App und ist die Voraussetzung für die Gruppierung mehrerer Lautsprecher.

Musik in allen Räumen

Mit der seit August 2017 angebotenen Multi-Room-Funktion bietet Amazon Echo nun eine Erweiterung des Hörerlebnisses an. Der Nutzer kann entscheiden, ob er auf unterschiedlichen Lautsprechern unterschiedliche Musiktitel abspielen will. Alternativ lässt sich die Musik aber auch über alle Lautsprecher einer vorher definierten Audiogruppe abspielen.

Eine Audiogruppe lässt sich über die Einstellungen in der Alexa App anlegen. Dort gibt es den Menüpunkt "Audiogruppen" mit dem Unterpunkt "Multiroom Musik". Mit der Aufforderung "Gruppe erstellen" zeigt die App alle Lautsprecher an, die zur Verfügung stehen. Jeder Dot kann nur einer Gruppe zugeordnet werden.
Nachdem diese Funktion zu Beginn nur für Echo oder Echo Dot zur Verfügung stand, bieten mittlerweile auch andere Hersteller WLAN-Multiroom-Lautsprecher für Alexa an.

Die gleiche Musik in allen Räumen funktioniert zum Beispiel mit einer Gruppe namens "Überall", der alle Lautsprecher zugeordnet wurden. Das Kommando: Alexa, spiele Musik von XXXXX in Gruppe Überall.

Dass die Soundqualität der kleinen Echo Dots zu wünschen übrig lässt, war abzusehen. Über den Audioausgang lässt sich jedoch ein externer Lautsprecher oder ein Soundsystem über ein 3,5-mm Audioanschlusskabel anschließen. Der Echo Dot kann zwar auch per Bluetooth mit anderen Lautsprechern verbunden werden. Allerdings nur für Audiostreaming. Wird Multiroom für eine Gruppe aktiviert, die per Bluetooth mit der Heimanlage verbunden ist, wird die Bluetooth-Verbindung abgeschaltet.

Seit Dezember 2017 funktioniert die Gruppenfunktion neben Amazon Music und TuneIn auch in Verbindung mit Spotify. Dies wurde einige Wochen nach Erstellung des obigen Videos bekannt gegeben.

Der Saugroboter hört auf Alexa

Selbst auf der Suche nach einem neuen Haushaltsgerät bin ich im Netz doch glatt wieder über Alexa gestolpert. Ein Saugroboter, der auf Alexa hört und nach ihren Befehlen seine Arbeit verrichtet. Damit ist nicht nur das lästige Staubsaugen Geschichte. Nein, der Roboter lässt sich per Sprachbefehl auch vom Sofa aus losschicken. Wie das funktioniert, zeigt das Video.

Kalender und Erinnerungen

Wer sich morgens den Blick auf sein Smartphone sparen möchte, kann sich von Alexa seine Termine vorlesen lassen.

In der Alexa-App unter "Einstellungen", "Kalender" lassen sich folgende Kalender einbinden:

  • Google

  • Outlook

  • Apple

Kalendertermine eintragen und abfragen:

- Füge XXX für *Tag* um *Uhrzeit* zu meinem Kalender hinzu.

- Wann ist mein nächstes Ereignis?

- Was ist auf meinem Kalender eingetragen?

- Was steht für morgen *Uhrzeit* auf meinem Kalender?

- Was steht für *Tag* in meinem Kalender?

Leider reagiert Alexa bisher nur auf Anfrage und zählt die im Kalender vorhandenen Termine auf. Eine akustische Benachrichtigung, über die der Lautsprecher den Benutzer zu einer festgelegten Zeit aktiv über Termine informiert, gibt es bisher nicht.

Kurzzeitgedächtnis

Einen Alarmton spielt Alexa allerdings ab, wenn entweder ein Wecker oder ein Timer gesetzt wurde. Mit "Alexa, setze einen Timer auf 13.40" oder "Stelle einen Timer auf 10 Minuten" spielt der Lautsprecher zur gewünschten Zeit den eingestellten Informationston ab. Warum dieser Ton abgespielt wird, daran muss sich der Anwender dann allerdings selbst erinnern.

Einkaufsliste

Wirklich nützlich finde ich die Einkaufsliste - wenn die technischen Voraussetzungen stimmen.

Ich: "Alexa, setze Waschmittel auf meine Einkaufsliste"
Alexa: "Alles klar, ich habe Waschmittel auf Einkaufsliste gesetzt."
Ich: "Alexa setze Milch auf meine Einkaufsliste."
Alexa: "Ok, ich habe Milch zu Deiner Einkaufsliste hinzugefügt."

Die Einkaufsliste ist sofort auf der Smartphone App sichtbar und lässt sich auch ausducken. Leider lassen sich Produkte von der Einkaufsliste nicht per Sprachbefehl löschen. "Um deine Liste zu löschen oder einen Eintrag zu entfernen, gehe in die Alexa App", antwortet mir Alexa.

Achtung: Vor dem ersten Einkauf mit der Alexa App sollte der Nutzer prüfen, ob im Supermarkt seines Vertrauens eine ausreichende Datenverbindung vorhanden ist. Mit Edge weigert sich Alexa überhaupt an der Shopping-Tour teilzunehmen.

Video: Frage Alexa

Arbeitsweg

Nützlich finde ich die Abfrage "Wie ist der Verkehr zur Arbeit?". Da Amazon meine Heimatadresse ja bereits kennt, fehlte in der App nur noch die Adresse der Firma. Nun liefert Alexa quasi im Vorbeigehen in Sekundenschnelle den günstigsten Weg inklusive der aktuellen Fahrzeit.

Skills

Das Echo-Ökosystem soll wachsen - und das wohl möglichst rasch. Daher ploppt bereits ab dem zweiten Tag nach Installation, wenn ich im Internet unterwegs bin, die Aufforderung auf, doch selbst einen Skill zu programmieren.

Amazon fordert die Anwender mit Popups auf, sich an der Skill-Programmierung zu beteiligen.
Amazon fordert die Anwender mit Popups auf, sich an der Skill-Programmierung zu beteiligen.

Das Bild leitet den Anwender auf die Amazon Developer-Seiten, wo auch gleich erklärt wird, dass es einfach und sehr schnell geht, das dort angebotene Tutorial durchzuarbeiten. An dessen Ende soll bereits der erste Alexa-Skill stehen.

Wie das Entwickeln einer Alexa-App abläuft und welche Herausforderungen bestehen, können Sie in diesem Erfahrungsbericht lesen.

Fazit

Amazon Echo tut in weiten Teilen das, was ich vor dem Kauf erwartet habe und die Installation ist wirklich einfach. Der dann folgende Feinschliff, um den Dienst für die persönlichen Wünsche und Bedürfnisse einzurichten, kann allerdings in manchen Fällen etwas Zeit in Anspruch nehmen.

Da das Echo-System mit Netzwerk- und IoT-Hintergrund in seinem Ökosystem von den Kooperationen mit anderen Herstellern und der Programmierwut externer Developer lebt, bin ich ziemlich zuversichtlich, dass auch in Deutschland - ähnlich wie in den USA, wo es Amazon Echo bereits seit Juni 2015 gibt - bald weitere sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten an den Start gehen werden. Ich bin darauf gespannt.

Und nun schalte ich über einen der beiden Knöpfe am Lautsprecher dessen sieben Mikrofone aus und breche damit den Kontakt zu Alexa für heute ab.

Das rote Mikrofonemblem und der rote Kreis zeigen an, dass die Mikrofone des Echo deaktiviert sind.
Das rote Mikrofonemblem und der rote Kreis zeigen an, dass die Mikrofone des Echo deaktiviert sind.

Ich würde mich übrigens über einen Austausch unter Besitzern von Amazon Echo freuen. Gerne auch mit Hinweis auf nützliche und funktionierende Skills. Nutzen Sie dazu unsere Kommentarfunktion unter dem Artikel.

Kommentare zum Artikel

Elke Schramm

Hallo, habe meinen Echo Dot jetzt seit einer Woche. Ich muss zugeben das ich noch Etwas blöd bin im Umgang mit Alexa aber eine richtige Gebrauchsanweisung gibt es nicht und so probiere ich das eine oder andere aus. Alexa wie viel Tage sind es bis zu 4 September? kann sie mir nicht beantworten. Und ich vermisse auch Skills mit denen man Spanisch lernen kann, auf mein ITunes kann ich mit Alexa nicht zugreifen. So bleibt nur zu hoffen das Alexa und ich noch viel lernen?

Marlis Topp

Vielen Dank für die Tipps! Ich besitze Alexa seit Dezember und bin etwas enttäuscht, weil ich ein Apple-User bin und die Zusammenarbeit mit iTunes, iPhone, etc nicht oder nur sehr eingeschränkt funktioniert. Daher würde ich mich auch über einen Austausch mit anderen Alexa-Nutzern freuen

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