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Altgeräte: 3 Wege der Datenlöschung

Bettina Dobe ist Journalistin in München. Sie hat sich auf Wissenschafts-, Karriere- und Social Media- sowie Gesundheitsthemen spezialisiert. 
Meist ist die IT-Abteilung für die Datenlöschung verantwortlich.
Meist ist die IT-Abteilung für die Datenlöschung verantwortlich.
Foto: Kroll Ontrack

Bevor die Geräte entsorgt werden, sollten die Informationen darauf eigentlich gelöscht werden. Dafür ist in 56 Prozent die eigene IT-Abteilung zuständig. Also kontrolliert dieselbe Abteilung, die die Daten auch löscht - eine unglückliche Verzahnung. Fast jedes fünfte Unternehmen (17 Prozent) verlässt sich darauf, dass die eigenen Mitarbeiter die Datenlöschung übernehmen. Nur wissen die oft nicht, wie das endgültig geht. Jedes fünfte Unternehmen löscht die Daten höchstens mit der geräteeigenen Funktion - damit lassen sich die Daten jedoch häufig wieder herstellen. Dennoch nutzt immerhin fast die Hälfte (45 Prozent) der befragten Firmen eine professionelle Software.

Drei Möglichkeiten zum professionellen Löschen

Es gibt drei Möglichkeiten, sich der ungewollten Daten zu entledigen.

1. Software: Ein Programm überschreibt die Daten mehrfach, das macht sie unlesbar. Der Vorteil: Das Programm dokumentiert alles und macht den Löschvorgang nachvollziehbar. Das Problem: Nicht alle Programme sind gleich gut.

2. Entmagnetisieren: Dass Magneten und Notebooks nicht zusammen passen, ist bekannt. Magnetische Datenträger, meist Festplatten, zerstört man am besten mit einem starken Magnetfeld im sogenannten Degausser. Der Vorteil: Entmagnetisieren funktioniert auch bei defekten Geräten. Der Nachteil: Unter 10.000 Gauss Feldstärke löscht sich wenig und teuer sind die Geräte ohnehin. Daher nutzen auch nur zwei Prozent der befragten Unternehmen den Degausser.

3. Schreddern: Das gute alte Draufhauen funktioniert nach wie vor. Der Vorteil: Puzzlearbeit für den Datendieb. Der Nachteil: Trotzdem sollten die Informationen vorher gelöscht werden. Sonst kann man eventuell trotzdem die Informationen rekonstruieren. Der Aufwand ist zwar doppelt so groß, aber immerhin sind die Daten dann definitiv gelöscht.

Tipps zum Umgang

Kroll Ontrack weist in der Studie auch daraufhin, wie ein Unternehmen das endgültige Ableben der Daten auf Altgeräten sichern kann. Nicht nur auf dem PC lagern vertrauliche Daten. Auch USB-Sticks, CDs, Handys und andere Geräte müssen richtig bearbeitet werden. Zudem sollten unterschiedliche Abteilungen für Datenlöschung und Kontrolle zuständig sein. Je nach Menge der Altgeräte löscht man am besten mit Software oder mit Degausser. Das dürfte selbst den engagiertesten Datendieb abschrecken.

An der Telefon-Umfrage von Kroll Ontrack nahmen im 2. Quartal 2012 165 IT-Profis aus kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland teil.

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