IT-Infrastruktur

Die Cloud-Strategie der Deutschen Bahn

07.05.2019 von Redaktion CIO
Die Deutsche Bahn entschied 2016, ihre IT-Infrastruktur möglichst komplett in die Public Cloud zu verlagern. Hybride Graubereiche gibt es nicht.
  • Der Betrieb einer eigenen IT-Infrastruktur gehört nicht mehr zu den Kernaufgaben. Die Eigenfertigung soll deshalb komplett entfallen.
  • Die Integration der Providerleistungen in die Systeme und Prozesse der Bahn sowie der operative Betrieb und das Management der rund 650 IT-Anwendungen behält DB Systel selbst in der Hand.
  • Den 700 Infrastrukturexperten bietet die Deutsche Bahn ein umfangreiches Weiterbildungsprogramm an.
  • Die Bahn fährt keine Multi-Provider-Strategie, sondern setzt auf Cloud-Lösungen von Amazon Web Services (AWS) und Microsoft Azure.

Die DB Navigator-App ist mittlerweile Kundenschnittstelle Nummer eins bei der Deutschen Bahn. In Deutschland ist sie heute die beliebteste Mobilitäts-App gleich nach Google Maps und seit Jahren der Treiber innerhalb des stark wachsenden digitalen Ticketvertriebs bei der Bahn. Über den DB Navigator setzte die Bahn 2018 rund 75 Prozent mehr Fahrscheine ab als im Jahr zuvor.

"Wir kommen schneller voran, als ursprünglich gedacht. Innerhalb von gut zwei Jahren konnten wir bereits 40 bis 45 Prozent unserer Infrastruktur überführen. Unser Ziel ist, das Migrationsprojekt zwei Jahre früher abzuschließen als geplant", sagt Robert Arnhold, Head of Corporate Strategic Programs bei DB Systel.
Foto: DB Systel GmbH

"Die digitalen Vertriebskanäle werden kontinuierlich ausgebaut und weiterentwickelt. Die Geschwindigkeit hat sich hierbei deutlich erhöht", sagt Robert Arnhold, der als Head of Corporate Strategic Programs bei der DB Systel, dem IT-Dienstleister der Deutschen Bahn, auch die Umsetzung der Cloud-Strategie im Konzern verantwortet. Vor diesem Hintergrund führe an der Cloud kein Weg mehr vorbei, so Arnhold. Nicht nur die Nutzung der App wachse stetig, sondern auch der Inhalt und damit die Zahl der Daten und Schnittstellen.

Ein Beispiel: Neben Fernverkehrstickets bietet der DB Navigator auch immer mehr Nahverkehrstickets und -informationen an, etwa Verbindungsauskünfte und U-Bahn-Fahrscheine. "Ohne die Cloud als technische Integrationsplattform hätten wir all die beteiligten Geschäftsfelder der DB, privaten Bahngesellschaften und Verkehrsverbünde nie so schnell unter einen Hut bekommen", so Arnhold.

"Die gestiegenen Anforderungen, etwa in Bezug auf Flexibilität und Time-To-Market, sind nur noch über die Cloud realisierbar - von digitalen Feldern wie Internet der Dinge oder Künstliche Intelligenz ganz zu schweigen."

Cloud ist kein IT-Thema

Die Cloud-Strategie der Deutschen Bahn ist deshalb auch kein singuläres IT-Thema, sondern eine geschäftsfeldübergreifende Entscheidung des Konzernvorstands, die vorsieht, die gesamte bislang intern betriebene IT-Infrastruktur mit DB Systel innerhalb von sechs Jahren in die Cloud zu verlagern. Das Ziel ist letztlich, neuen Kundennutzen zu schaffen. Zudem soll die Produktentwicklung schneller und flexibler, die Integration bestehender IT-Anwendungen mit anderen Services einfacher und die Kosten reduziert werden.

So kauften Reisende 2018 digitale Tickets bei der Deutschen Bahn.
Foto: Deutsche Bahn AG

Das Betreiben eigener IT-Infrastruktur bildet laut Arnhold definitiv nicht mehr den Kern eines IT-Dienstleisters im DB-Konzern und soll deshalb als Eigenfertigung komplett entfallen. Mit der Maßgabe, die IT-Infrastruktur soweit möglich in einer Public Cloud zu betreiben, unterscheidet sich die Deutsche Bahn von den allermeisten deutschen Großunternehmen. Somit wird IT-Infrastruktur künftig größtenteils von Cloud-Providern bezogen. Die Kontrolle geht dabei nicht verloren. Denn die Integration der Providerleistungen in die Systeme und Prozesse der DB sowie der operative Betrieb und das Management der rund 650 IT-Anwendungen behält das Unternehmen selbst in der Hand.

Cloud-Migration kommt schneller voran als geplant

Im Januar 2017 startete das erste Migrationsprojekt in Richtung Cloud und heute, gut zwei Jahre später, zieht Robert Arnhold ein erstes Fazit: "Wir kommen schneller voran, als ursprünglich gedacht. Innerhalb von gut zwei Jahren konnten wir bereits 40 bis 45 Prozent unserer Infrastruktur überführen. Unser Ziel ist, das Migrationsprojekt zwei Jahre früher abzuschließen als geplant, also bereits im kommenden Jahr." Auch die erhofften Effekte mit Blick auf Geschwindigkeitszuwachs, Flexibilität und Wirtschaftlichkeit haben sich eingestellt. Die Kosten der Migration liegen im gesetzten Rahmen.

Programmchef Arnhold führt diese guten Zahlen auf den kompletten Wechsel des Produktionsmodells ganz ohne hybride Graubereiche zurück. "Je klarer die Strategie und die damit verbundenen Migrationspfade, umso einfacher die Umsetzung", ist Arnhold überzeugt. "Zudem hat unsere Cloud-Strategie die Unterstützung des Konzernvorstands und ist eben nicht nur IT-getrieben."

Ein zweiter wichtiger Punkt sei, dass die Cloud-Strategie durchgängig Public Cloud-Lösungen vorsieht. "Wir haben diesbezüglich viele Gespräche geführt, etwa über den Datenschutz und mit Regierungsbehörden." Es sei wichtig, sich mit den zuständigen Gremien im Vorfeld intensiv abzustimmen. Auf diese Weise seien die grundsätzlichen Fragen zu den Sicherheitsbelangen bei der heutigen Umsetzung abgehakt.

Sperrige Mainframe-Systeme

Es gibt noch einen weiteren Grund, warum die DB klar auf die Cloud setzt. Viele der alten Bestandssysteme halten die Projektverantwortlichen mehr in Atem als geplant. Vor allem in diesem Jahr muss sich die Bahn mit ihren Legacy-Systemen wie Mainframe oder HP-NonStop beschäftigen, sprich klassischen, zentralen, vielfach unternehmenskritischen Rechner- und Server-Einheiten.

Diese einfach weiter im Eigenbetrieb zu belassen, stellt keine Alternative dar, da es sich bei ihnen fast nie um Insellösungen handelt, sondern um Systeme mit Schnittstellen zu zahlreichen anderen Applikationen. Könnte Robert Arnhold die Zeit zurückdrehen, würde er dem Thema "Legacy" deshalb vor Projektbeginn mehr Analyse- und Vorbereitungszeit einräumen - vor allem, um das Kernproblem der Latenzzeiten im Zusammenspiel mit der Cloud gezielt zu adressieren.

Doch was passiert mit den rund 700 Mitarbeitern, die die bisherige IT-Infrastruktur der Bahn am Laufen hielten? Denn diese Mitarbeiter sind nun nicht mehr für einzelne Spezialaufgaben wie Storage oder Serverbetrieb verantwortlich, sondern für alles, was für den Applikationsbetrieb innerhalb der Infrastruktur des Cloud-Providers notwendig ist. Dazu gehören heute auch Themen wie Automatisierung, Sicherheitsaspekte wie Firewalls oder Security-by-Design-Vorgaben seitens der Governance.

Vom Server- zum KI-Spezialisten

Über ein umfangreiches Weiterbildungsprogramm bietet die Deutsche Bahn den bisherigen Infrastrukturexperten an, in die neuen Betätigungsfelder im Konzern hineinzuwachsen. Beispiel Internet of Things (IoT): Hier hat die DB etwa damit begonnen, Lokomotiven, Weichen, Fahrtreppen oder Uhren in Bahnhöfen mit Sensoren zu versehen, um Fahrzeuge und Anlagen vorausschauend instand halten zu können. Und mit Blick auf Künstliche Intelligenz ergänzt das Unternehmen derzeit seinen Kundenservice, etwa über Chatbots.

Die Top-CIOs der Transportbranche
Oksana Näser
Seit Oktober 2017 leitet Oksana Näser als Vice President den Bereich Business IT bei Rickmers Shipmanagement in Hamburg. Sie führt dort das internationale Team an den Hauptstandorten in Hamburg und Singapur. Näser kommt von der Reederei Rickmers.
Dominik Fürste
Dominik Fürste (35) ist seit August 2017 CIO beim Europäischen Eisenbahnlogistikunternehmen TX Logistik AG. Als Mitglied der Vorstandssitzung verantwortet er die Transformation der TX zu einer digitalen Güterbahn. Dabei setzt er auf die gleichzeitige Betrachtung von Geschäftsprozessen und modernen IT Lösungen. Für die ganzheitliche Umsetzung der Transformation hat er ein agiles Portfolio- und Deliverymanagement auf Basis des Scaled Agile Framework etabliert. Fürste kam von der DB Cargo AG, wo er unter anderem die Sanierung der französischen Tochtergesellschaft begleitete und ein IT-Projekt des DB Konzerns zur Einführung eines Kapazitätsmanagementsystems für das Transportnetzwerk verantwortete.
Elke Reichart
Elke Reichart ist bei der Tui Group in Hannover seit Februar neue Chief Digital Officer. Man wolle damit auch personell die Umsetzung der Digitalisierungsstrategie unterstreichen, heißt es. Reichart gilt als "internationale Top-Managerin", sie war unter anderem Vice President Strategy and Planning bei Hewlett-Packard (HP) im kalifornischen Palo Alto sowie Mitglied des Aufsichtsrates von HP Deutschland. Nach ihrer Rückkehr aus den USA wurde sie Mitglied des Aufsichtsrates der Bechtle AG. Neben der Verantwortung für die TUI Group IT übernimmt Reichart nach einer Übergangszeit auch den Vorstandsvorsitz der Tochtergesellschaft Tui InfoTec.
Martin Gnass
Martin Gnass verantwortet seit Juni 2007 die globale IT bei Hapag-Lloyd und berichtet als Managing Director Information Technology in dieser Funktion an den Vorstand. Zuvor leitete er von 2003 bis 2007 bei Hapag-Lloyd die Anwendungsentwicklung. Nach Abschluss seines Hochschulstudiums zum Diplom-Wirtschaftsingenieur begann Martin Gnass seine berufliche Laufbahn 1990 bei einer internationalen IT Unternehmensberatung als IT-Berater und Projektmanager. Von 1996 bis 2003 war er bei IBM Global Services in verschiedenen Management-Positionen tätig.
Marcus Frantz
Marcus Frantz ist seit April 2017 CIO der ÖBB. Er übernahm die Leitung des Bereichs Strategisches Konzern-IT-Management in der ÖBB-Holding AG. Zuvor arbeitete Frantz als CIO beim österreichischen Öl- und Gasunternehmen OMV Group.
Andreas Zerlauth
Andreas Zerlauth ist seit Anfang Juni 2012 bei Austrian Airlines Vice President für IT und Projektmanagement. Er arbeitet seit zehn Jahren für die Fluggesellschaft, war zuletzt stellvertretender Personalchef. Den Posten des IT-Chefs übernahm er im Zuge einiger Management-Rochaden bei dem Unternehmen.
Martin Kolbe
Martin Kolbe übernahm im November 2005 die CIO-Position beim Schweizer Logistikkonzern Kühne + Nagel. Zuvor arbeitete Kolbe bei der Deutschen Post World Net, wo er Bereichsvorstand und CIO der DHL Express Deutschland war.
Roland Schütz
Seit Februar 2017 ist Roland Schütz Executive Vice President und CIO des Lufthansa Konzerns. In dieser Rolle verantwortet er die gesamte Konzern-IT und treibt die digitale Transformation der Lufthansa Group sukzessive voran. Schütz Vorgänger Josef Bogdanski ist in den Ruhestand gegangen.
Christa Koenen
Christa Koenen ist seit April 2018 Konzern-CIO der Deutschen Bahn. Die neue Aufgabe wird sie zusätzlich zu ihrer bisherigen Tätigkeit übernehmen: Bereits seit Mai 2015 ist sie Vorsitzende der Geschäftsführung der Bahn-IT-Tochter DB Systel. Zuvor war sie dort seit Mai 2014 Geschäftsführerin Finanzen/Controlling. Seit Oktober 2015 ist sie ausschließlich Vorsitzende der Geschäftsführung. Im August 2011 hatte sie die Geschäftsführung im Bereich Finanzen/Controlling der DB Kommunikationstechnik GmbH übernommen.
Werner Toennessen
Als Geschäftsbereichsleiter IT ist Werner Toennessen der Chef über die Systemwelten der DER Touristik. Toennessen verantwortete als Bereichsleiter bereits seit 2010 die IT der DER Touristik Köln mit ihren Pauschalreiseveranstaltern ITS, Jahn Reisen und Tjaereborg. Er gilt als profunder Kenner der IT der touristischen Unternehmen des zweitgrößten deutschen Reiseveranstalters. Toennessen startete seine IT-Laufbahn 1987 in der EDV bei Meier’s Weltreisen.
Hans Fabian
Hans Fabian ist seit Januar 2017 als CIO für das Hotelvergleichsportal HRS in Köln tätig. Zuvor war Fabian CIO bei der Wirtschaftsauskunftei Schufa Holding AG in Wiesbaden. Über zehn Jahre hat Fabian davor im Bereich IT-Management bei Deutsche Post DHL in Bonn gearbeitet, zuletzt als Vice President.
Hanno Boekhoff
Hanno Boekhoff ist seit Oktober 2017 neuer IT-Leiter bei der Reederei Hamburg Süd. Sein genauer Titel: Global Head of Information Technology & Services (ITS). Vor seiner Tätigkeit für die Hamburg Süd war Boekhoff in verschiedenen Bereichen der IT als Berater und als Manager tätig.
Jürgen Antes
Jürgen Antes ist seit November 2015 neuer Leiter Informationssysteme, CIO der Deutsche Bahn Netz AG. Zuvor war er Bereichsleiter Business Intelligence Marketing bei der DB Fernverkehr AG. Antes berichtet an der Vorstandsvorsitzenden der DB Netz AG, Frank Sennhenn. Die DB Netz AG mit Hauptsitz in Frankfurt am Main ist Teil des Konzerns Deutsche Bahn. Zentraler Bereich ist das größte Schienennetz Europas, für dessen Betrieb, Instandhaltung und auch Ausbau das Unternehmen verantwortlich ist.
Christian Spannbauer
Christian Spannbauer ist seit März 2017 neuer Head of LSG Global Information Management in Neu-Isenburg. Vor seiner jetzigen Position bei der LSG Lufthansa Service Holding AG war Spannbauer Head of Corporate IT Business Services bei der Metro Group.
Dirk Tietz
Die DER Touristik hat ihr Führungsteam um die neue Funktion des Chief Transformation Officer (CTO) erweitert. Dirk Tietz (40) ist seit Juli 2015 auch Mitglied des Executive Boards. Er trägt damit die Gesamtverantwortung für die Digitalisierung und für die Verzahnung der Einzelunternehmen.
Ralf Morawietz
CIO beim Logistikdienstleister Panalpina mit Sitz in Basel ist ab Juli 2015 Ralf Morawietz. Er startete seine Karriere als IT-Experte 1998. Im Jahr 2002 kam Morawietz zu Deutschen Post, wo er verschiedende Management-Aufgaben wahrnahm. Im Januar 2010 wechselte Morawietz als Mitglied des nationalen IT Managementeams des Logistikers Kühne + Nagel. Zuletzt war er dort Senior Vice President Global IT Products.
Markus Sontheimer
Markus Sontheimer ist seit Januar 2016 CIO im Vorstand der Schenker AG in Essen, dem Speditions- und Logistikunternehmen der Deutschen Bahn. Der Wirtschaftsingenieur verantwortet bei der Bahn-Tochter das Ressort IT und Digitalisierung. Sontheimer war zuvor CIO im Bereich Finanz bei der Deutsche Bank AG. Seit Mitte Juni 2016 ist Sontheimer bei DB Schenker auch noch Chief Digital Officer (CDO).
Christian Herrlich
Christian Herrlich ist seit Anfang August 2012 Geschäftsführer der GLS IT Services. Er soll bei der IT-Tochter der Logistikgruppe GLS die Systeme harmonisieren. Der Wirtschaftsinformatiker arbeitete zuvor in verschiedenen Funktionen bei Deutsche Post DHL. Bevor er dort vor einem Jahr ausschied, war er CIO Paket Deutschland.
Carsten Bernhard
Carsten Bernhard ist seit September 2016 Group CIO/CTO beim E-Commerce-Anbieter eDreams Odigeo mit Sitz in Barcelona. Er kommt von der TUI Deutschland, wo er seit August 2013 IT-Chef war. Zu eDreams Odigeo gehören die Marken eDreams, Opodo, Travellink, Go Voyages und Liligo.
Bernd Gemein
Seit 1. September 2018 ist Bernd Gemein neuer CIO für den Unternehmensbereich Post, E-Commerce, Parcel (PeP) bei der Deutschen Post DHL. In seiner neuen Funktion ist Gemein Mitglied des Executive Committee PeP. Er berichtet an PeP-COO Tobias Meyer. Gemein hatte seit 2003 bei der Deutsche Post DHL diverse Funktionen in den Bereichen IT Development und IT Customer Integration inne. Seit 2013 war er Geschäftsbereichsleiter IT Service Management PeP.
Wolfgang Standhaft
Wolfgang Standhaft ist ab Januar 2019 CIO beim Flughafenbetreiber Fraport in Frankfurt/Main. Von 2006 bis Ende 2017 hat er für den Baustoffkonzern HeidelbergCement AG als CIO und Group Director Information Technology gearbeitet. Von 1998 bis 2005 war Standhaft Leiter Betriebswirtschaftliche Systeme Europa der Rewe KGaA, von 1995 bis 1998 arbeitete er als Berater bei der SAP AG.
Reinhard Eschbach
"Die IT leistet einen Beitrag, die Kosten für die Zeit der Krise zu reduzieren - zeigt aber gleichzeitig Lösungen auf, die Anforderungen der Zukunft über innovative Projekte sicherzustellen", erläutert CIO Reinhard Eschbach von Thomas Cook seine IT-Philosophie. Der Diplom-Ingenieur verantwortet seit Mai 2005 die IT-Aufgaben des Reisekonzerns. Seine IT-Karriere begann er 1992 als Fachbereichsleiter Informationsmanagement bei der Kaufring AG. Weitere Stationen waren 1995 als IS Director Europe bei Campbell Soup und 2001 als CIO Corporates & Markets bei der Bayerischen Hypo- und Vereinsbank.
Lukas Wirth
Lukas Wirth hat im August 2013 die Position des Head of Information Technology bei Swiss International Air Lines übernommen. Seine Berufskarriere startete er bei Sulzer Informatik. Anschließend arbeitete er über zehn Jahre im Bereich Informatik bei der Swissair und Atraxis (Informatik der SAir Group) tätig, gefolgt von sieben Jahren bei der EDS, ebenfalls im Airline Umfeld. Zuletzt leitete Wirth seit 2009 als Solution Unit Manager den Java Entwicklungsbereich Zürich beim IT-Dienstleister Trivadis AG. Berufsbegleitend schloss er 2005 ein Executive MBA an der Fachhochschule St. Gallen ab.
Andreas Hamprecht
Seit August 2018 ist Andreas Hamprecht Leiter IT und CIO bei DB Regio und in Personalunion weiter Leiter Geschäftsentwicklung Schiene. Hamprecht ist seit März 2017 Leiter Geschäftsentwicklung Schiene bei der DB Regio AG, von 2010 bis 2017 war er Leiter Geschäftsentwicklung bei der DB Station & Service AG. Im DB-Konzern ist er bereits seit 2001 beschäftigt, mit bisherigen Funktionen in der Konzernstrategie, im internationalen Fernverkehr sowie beim Bahnhofsbetreiber DB Station & Service.
Ralf Gernhold
Seit Oktober 2018 ist der Ex-Miles & More-CIO Ralf Gernhold technischer Programmleiter Vendo bei der DB Vertrieb GmbH. Vendo beschäftigt sich mit der Digitalisierung des Vertriebs und gehört zu den strategischen Projekten des Personenverkehrs der Deutschen Bahn.
Falko Hagebölling
Falko Hagebölling ist seit Januar 2019 Senior Director Product Development & IT bei der Lufthansa-Tochter Miles & More GmbH in Frankfurt am Main. Der promovierte Diplom-Ingenieur der Elektrotechnik war bei Miles & More zuletzt seit Mai 2016 als Director Product Delivery für Projekt-, Portfolio- und Prozessmanagement verantwortlich. Im Juli 2018 übernahm er zusätzlich interimsweise die Funktion als Director IT.
Frank Winkenwerder
Frank Winkenwerder ist seit Mitte Dezember 2014 neuer Leiter des Zentralbereichs Informationssysteme der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA). Er war davor Leiter der Containerinformationssysteme bei HHCT, verantwortlich für die strategische Gestaltung der IT-Landschaft für das Segment Container. Von 1987 bis 2006 arbeitete Winkenwerder bei einem System- und Softwarehaus, seit 1999 als verantwortlicher Projektbereichsleiter für die Logistikbranche.
Sami Awad-Hartmann
Sami Awad-Hartmann hat im März 2019 die Position des CIOs bei der Spedition Hellmann übernommen. Er war bereits von 2008 bis 2016 in verschiedenen führenden Positionen in der IT bei Hellmann tätig. Zuletzt war er stellvertretender Leiter IT global. Im Oktober 2016 hatte Awad-Hartmann die Spedition verlassen und war in das familiäre Geschäft im Fleischhandel bei Global Meat in Münster mit eingestiegen.
Horst Ulrich Mooshandl
Horst Ulrich Mooshandl ist seit April 2019 neuer CIO der Österreichischen Post. Sein genauer Titel lautet: Leitung Konzern-IT & Konzern-Einkauf. Zuvor schon hatte Mooshandl die Konzern-Einkauf geleitet sowie den Konzern-Fuhrpark gemanagt.
Hugo Pluess
Hugo Pluess ist ab August 2019 neuer CIO der Spedition Imperial Logistics International. Pluess ist damit für die gesamte IT-Landschaft aller Aktivitäten von Imperial Logistics International verantwortlich. Er war zuletzt Executive Vice President Global IT Infrastructure bei CEVA Logistics in der Schweiz.
Alexander Brandmeier
Seit Juni 2019 ist Alexander Brandmeier neuer Leiter Informationstechnologie/CIO bei der DB Energie GmbH, dem Energieversorger der Deutschen Bahn AG in Frankfurt am Main. Zuvor war Brandmeier Leiter Architekturmanagement und Unternehmensarchitekt im Unternehmensbereich der Deutsche Bahn Fernverkehr AG.
Andreas Jacobsen
Andreas Jacobsen ist seit Januar 2018 IT-Leiter beim Kreuzfahrtanbieter AIDA Cruises in Rostock, der deutschen Niederlassung von Costa Crociere S.p.A. Der Diplom-Wirtschaftsingenieur hat dort die Gesamtverantwortung für die IT-Organisation, die IT-Infrastruktur und die Applikationslandschaft. Zuvor war Jacobsen unter anderem bei der Jungheinrich AG und der DATAGROUP Business Solutions GmbH tätig.
Michael Lütjann
Die Nagel-Group ernannte zum 1. Oktober 2019 Michael Lütjann zum Chief Information Officer (CIO). Er berichtet an den CEO der Nagel-Group Carsten Taucke. Zuletzt war Lütjann vier Jahre lang CIO bei Imperial Logistics International. Davor hat der 50-jährige fünf Jahre als Senior Vice President IT Management Logistics bei Schenker die globale IT Organisation verantwortet. Im Lauf seiner Karriere hat er zudem mehr als zwölf Jahre lang die IT der Fiege Gruppe in diversen Verantwortungsbereichen geprägt, zuletzt als CIO.

"An den Anfang aller Aktivitäten haben wir den Verkauf des Rechenzentrums gesetzt. Das war ein deutliches Signal, dass wir die Migration ernst meinen, bedeutete aber auch, dass praktisch alle Mitarbeiter in der IT-Infrastruktur betroffen sind", erinnert sich Robert Arnhold. "Natürlich werden nicht alle Mitarbeiter KI-Entwickler. Doch die Einsatzfelder im Bereich der Digitalisierung sind bei der DB so vielfältig, dass die Angebote in der Regel gern angenommen werden." So habe die DB allein im vergangenen Jahr 400 Mitarbeiter in neuen Technologien ausgebildet. "Vor allem: Nach gut zwei Jahren arbeiten bereits mehr als 30 Teams mit mehr als 350 Beschäftigten im Cloud-Betrieb."

Neues Vergabeverfahren

Bei der Auswahl der Partner stand für die Bahn-Verantwortlichen von vornherein fest, dass sie sich nicht von einem Anbieter abhängig machen wollten. Der Konzern fährt jedoch keine Multi-Provider-Strategie, sondern selektiert sorgfältig, damit er aus mindestens zwei Portfolios wählen kann, die im Wettbewerb zueinanderstehen.

Beim Auswahl- und Vergabeverfahren, das im Mai 2018 abgeschlossen wurde, folgte die Deutsche Bahn erstmals einem neuen Vorgehen des Technologieberatungs- und Marktforschungsunternehmens ISG Information Services Group. Es stellte vor allem sicher, dass die (EU-)rechtlichen Anforderungen erfüllt und die eingereichten Angebote miteinander vergleichbar waren sowie die Spezifika der einzelnen Provider zugleich zum Tragen kamen.

Amazon Web Services und Microsoft Azure im Einsatz

Mit derzeit zwei Anbietern - Amazon Web Services (AWS) und Microsoft Azure - ist der Integrationsaufwand mit Blick auf etwa die netz- und produktionstechnische Anbindung zudem nicht so groß. "Man darf auch nicht vergessen: Bei unserem Start vor gut zwei Jahren gab es in Deutschland kaum Anbieter, die in der deutschen Wirtschaft und den speziellen rechtlichen Bedingungen des EU-Raums über große Erfahrung verfügten", betont Robert Arnhold. "Anders als in den USA fahren bisher nur sehr wenige deutsche Großunternehmen eine derart konsequente Cloud-Strategie." Die IT wird dabei Teil der Produktentwicklung und zum Vermittler von IoT- und KI-Lösungen, mit denen die Geschäftsbereiche das Kundenerlebnis verbessern.