IDG-Studie State of the CIO 2018

Angst vor Cyberangriffen beherrscht die CIO-Agenda 2018

Heinrich Vaske ist Editorial Director von COMPUTERWOCHE und CIO. Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung beider Medienmarken - im Web und in den Print-Titeln. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte und moderiert Veranstaltungen.
Einen reibungslosen, sicheren IT-Betrieb zu gewährleisten und gleichzeitig digitale Innovationen voranzutreiben, verlangt von CIOs einen schwierigen Spagat. Rund dreiviertel der IT-Chefs rund um den Globus fühlen sich dadurch massiv gefordert, so zeigt die 17. Auflage des "State of the CIO Survey" von IDG.
CEOs erwarten von ihren CIOs stärker als bisher die erfolgreiche Abwehr von Cyber-Attacken.
CEOs erwarten von ihren CIOs stärker als bisher die erfolgreiche Abwehr von Cyber-Attacken.
Foto: Elnur - shutterstock.com

"Als CIO wurde ich eingestellt, damit ich einen reibungslosen Betrieb sicherstelle. Inzwischen konzentriere ich mich aber mindestens genauso auf Innovationen und das disruptive Hinterfragen der eigenen Geschäftsmodelle, damit wir uns im Wettbewerb behaupten können", sagt Ron Guerrier, CIO der Farmers Insurance Group of Companies.

Damit steht er nicht allein. Wie der IDG-Verlag, Herausgeber von Publikation wie "CIO" und "COMPUTERWOCHE", herausfand, wird sich die Mehrheit der IT-Chefs (57 Prozent) in den kommenden drei Jahren massiv mit strategischen Aufgaben beschäftigen. Sie werden Innovationen ausbrüten und wettbewerbsdifferenzierende Maßnahmen einleiten.

Mit 47 Prozent berichtet heute knapp die Hälfte der CIOs direkt an den CEO. Die Konzernchefs haben die Bedeutung dieserRolleRolle erkannt. Sie legen heute großen Wert darauf, dass CIOs langfristig im Unternehmen bleiben, damit sie nicht nur Pläne für die DigitalisierungDigitalisierung entwerfen, sondern diese auch umsetzen. Durchschnittlich bleiben die IT-Chefs derzeit fünf Jahre und acht Monate im Amt. Alles zu Digitalisierung auf CIO.de Alles zu Rolle des CIO auf CIO.de

Strategischer Partner für die Fachbereiche

Nicht nur die CEOs, auch die Verantwortlichen in den Fachbereichen bevorzugen einen engen Kontakt zum CIO, so die Studie. Zu 80 Prozent sehen sie den IT-Chef als "strategischen Partner". Das ist ein spektakulärer Anstieg gegenüber dem Vorjahr, als nur 63 Prozent diese Einschätzung teilten. Die Studienmacher interpretieren die Zahl dahingehend, dass die IT mehr und mehr als eine "Shared Ressource" gesehen werde. Nicht nur für die IT selbst, auch für die Fachabteilungen stelle sie einen Investitionsschwerpunkt dar.

Wie die Umfrage weiter zeigt, beschäftigen sich CIOs heute viel intensiver mit externen Kunden als früher. "Die Customer Experience zu analysieren, ist eine zentrale Voraussetzung, um Innovationen voranzutreiben", sagt Adam Dennison, Publisher des amerikanischen CIO-Magazins. Immerhin 71 Prozent der Befragten suchten den Kontakt zu externen Kunden, um herauszufinden, wo und wie sie ihr Business optimieren könnten.

Ein Blick auf das IT-Investitionsverhalten zeigt, dass die IT-Organisationen im Durchschnitt 55 Prozent der konzernweiten IT-Ausgaben direkt kontrollieren. 45 Prozent entfallen demnach auf dezentrale IT-Investitionen in den Fachbereichen, insbesondere in Marketing und Vertrieb. Dass sich diese Ratio zu Ungunsten der IT verändert, ist nicht zu erwarten. Im Gegenteil: Die von der IT verantworteten Ausgaben sollen in den nächsten drei Jahren um rund zwei Prozent auf einen Anteil von 57 Prozent steigen.

Rivalität zwischen IT und Fachabteilungen gibt es in dieser Frage allerdings kaum. Die Fachbereiche planen und organisieren ihre IT-Ausgaben in der Regel eng abgestimmt mit der IT. Oft sagt die Fachabteilung, was sie braucht beziehungsweise wo sie investieren möchte. Begründet wird das damit, dass sie ihre Probleme selbst am besten kennt und näher am Kunden ist.

Angst vor Cyber-Attacken beherrscht die Agenda

Jedes Jahr befragt IDG die CIOs auch danach, was ihre CEOs von ihnen im neuen Jahr erwarten. Gegenüber dem Vorjahr um 13 Prozent gewachsen ist demnach der Anteil derjenigen, für die IT- und Datensicherheit sowie das Vermeiden von Cyber-Attacken - auf Wunsch der Geschäftsführungen - ganz oben auf der Liste steht (36 Prozent). Mit 35 Prozent knapp dahinter liegt die Aussage, von der IT werde erwartet, dem Business beim Erreichen seiner Umsatzziele zu helfen. Den gleichen Prozentsatz erhält die Anforderung an den CIO, digitale Business-Initiativen voranzutreiben.

Die Marktforscher wollten auch explizit wissen, welche Prioritäten CIOs im Zuge der digitalen Transformation sehen. Der größte Anteil (37 Prozent) glaubt demnach, die IT-Organisation müsse sich in diesem Zusammenhang vorrangig mit Innovationsthemen beschäftigen. Sie müsse gezielt herausfinden, welche Teile des Business digital transformiert werden können und diesen Prozess entsprechend unterstützen. Mit 22 Prozent sehen deutlich weniger CIOs die Aufgabe der IT darin, Technologien zu identifizieren und zu empfehlen, mit denen die digitale Transformation angegangen und beschleunigt werden könnte.

Interessanterweise sehen das die Fachabteilungen anders. Nur 19 Prozent glauben, dass InnovationInnovation eine Aufgabe der IT-Organisation ist, 25 Prozent indes sind der Meinung, dass die IT sich mit den zielführenden Technologien beschäftigen sollte. Außerdem glauben die Fachbereiche, die IT müsse sich vor allem um Projekt-Management und-abwicklung kümmern. Für die CIOs ist das wohl eher das Tagesgeschäft. Es wird vorausgesetzt, hat aber nicht die oberste Priorität. Alles zu Innovation auf CIO.de

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