Drei Tage Büro in der Woche

Apple beordert Mitarbeiter zurück ins Office

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Ab September sind die Home-Office-Freiheiten für die Apple-Belegschaft vorbei. Dann heißt es für die US-Angestellten, an mindestens drei Tagen in der Woche im Büro anzutanzen.
Im Apple Campus in Cupertino dürfte ab September wieder deutlich mehr los sein als in den vergangenen Monaten.
Im Apple Campus in Cupertino dürfte ab September wieder deutlich mehr los sein als in den vergangenen Monaten.
Foto: Uladzik Kryhin - shutterstock.com

AppleApple macht ernst. Ab dem 5. September müssen die Mitarbeiter in den USA wieder mindestens drei Tage in der Woche im Büro sitzen. Das berichtete der US-amerikanische Finanznachrichtendienst Bloomberg. Dabei macht der iPhone-Hersteller klare Vorgaben. Pflichttage sind der Dienstag und der Donnerstag. Immerhin dürfen die sich die Apple-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter aussuchen, an welchem weiteren Wochentag sie ins Büro kommen. In einem ersten Entwurf war noch die Rede davon, dass auch der Montag bindend ein Office-Tag sein sollte. Alles zu Apple auf CIO.de

Eigentlich wollte Apple seine Belegschaft schon im Herbst vergangenen Jahres für mindestens drei Tage ins Büro zurückbeordern. Doch steigende Corona-Fallzahlen machten dem Management immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Im April 2022 sollten Apple-Angestellten mindestens an einem Tag in der Woche ins Büro kommen. Im Mai waren zwei Office-Tage angedacht. Eine bindende Verpflichtung dazu gab es allerdings nicht.

Tech-Giganten lassen Mitarbeiter wieder antanzen

Das Management rund um Apple-CEO Tim Cook war von Anfang an skeptisch gegenüber freizügigen Regelungen, was das Arbeiten im Home-Office angeht. Während viele andere IT-Anbieter ihren Angestellten wesentlich mehr Freiheiten zugestanden und teilweise ihre Büros sogar ganz schlossen, machte die Apple-Führung von Anfang an klar, dass das im Zuge der Pandemie verordnete Home-Office eine Ausnahme bleiben sollte.

Angst vor der Zukunft der Arbeit

Cook bezeichnete die Vorteile der persönlichen Zusammenarbeit als "unersetzlich", und in einer E-Mail sprach das Führungsteam über die Bedeutung "des Zufalls, der sich aus dem Zusammentreffen mit Kollegen ergibt" bei der persönlichen Arbeit.

Apple-Chef Tim Cook bezeichnete die persönliche Zusammenarbeit als unersetzlich.
Apple-Chef Tim Cook bezeichnete die persönliche Zusammenarbeit als unersetzlich.
Foto: Laura Hutton - shutterstock.com

Innerhalb der Apple-Belegschaft sieht man das jedoch anders. Dort kommen die Office-Pläne ihres Brötchengebers gar nicht gut an. In einem offenen Brief kritisierten Apple-Angestellte ihren Arbeitgeber schon vor Wochen als unflexibel. "Wir sagen allen unseren Kunden, wie großartig unsere Produkte für die Remote-Arbeit sind, aber wir selbst können sie nicht in Remote-Arbeit umsetzen?", ist dort zu lesen. Dem Management um CEO Tim Cook warfen die Beschäftigten vor, Angst zu haben: "Angst vor der Zukunft der Arbeit, Angst vor der Autonomie der Arbeitnehmer, Angst vor Kontrollverlust."

Die Angst, durch eine rigide Büropflicht Mitarbeiter zu verärgern und möglicherweise wichtiges Know-how zu verlieren, scheint bei der Apple-Führung indes zu schwinden. Nachdem sich der renommierte KI-Experte Ian Goodfellow vor einigen Monaten wegen der Arbeitsplatzdirektive von Apple verabschiedet hatte, war der Konzern noch einmal zurückgerudert und hatte seinen Angestellten weiter das Home OfficeHome Office erlaubt. Alles zu Home Office auf CIO.de

Gallup State of the Global Workplace 2022: Stresslevel auf neuem Rekordniveau

Mittlerweile dreht sich der Wind auf dem Arbeitsmarkt. Hatten sich gerade IT-Fachkräfte noch vor kurzem mehr oder weniger aussuchen können, wo sie arbeiten wollen, haben viele Anbieter angesichts wirtschaftlicher Probleme einen Einstellungsstopp verhängt oder entlassen sogar Leute. Das Schreckgespenst einer regelrechen Kündigungswelle, wie sie Branchenbeobachter Apple noch im Mai prognostiziert hatten, scheint also gebannt. Das dürfte mit dazu beigetragen haben, dass das Apple-Management nun die Bürozügel anzieht.

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