IBM und Fujifilm

Bandlaufwerk mit Rekordkapazität

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Mit einem neuen Material ist es den Forschern gelungen, die Speicherdichte auf der Oberfläche der Magnetbänder deutlich zu erhöhen.
Tape scheint noch lange nicht tot - die Forscher in den Laboren arbeiten mit Hochdruck daran, immer mehr Daten auf die Magnetbänder zu packen.
Tape scheint noch lange nicht tot - die Forscher in den Laboren arbeiten mit Hochdruck daran, immer mehr Daten auf die Magnetbänder zu packen.
Foto: IBM

Die Techniker von IBMIBM und Fuji­film haben den Prototypen ­eines neuen Bandlaufwerks vorgestellt, das die Kapazität aller Vor­gänger deutlich übertrifft. Das neu entwickelte Tape soll Daten mit ­einem ­Volumen von bis zu 580 TB aufnehmen können. Alles zu IBM auf CIO.de

Aktuell gebräuchlich sind Tape-­Drives, die nach dem LTO-8-­Stan­dard arbeiten und 12 TB Roh­daten beziehungsweise 30 TB an komprimierten Daten fassen können. Erst im September 2020 hatte das Konsortium Linear Tape Open (LTO), dem Hewlett Packard Enterprise, IBM und Quantum angehören, den neuen LTO-9-Standard vorgestellt. Dieser sieht ein Tape-Volumen von 18 TB (komprimiert 45 TB) vor. Die nächsten Versionen bis LTO-12 (144 und 360 TB) sind in der LTO-Roadmap bereits angedacht, allerdings ohne konkrete Termine.

IBM & Fujifilm: Neues Material für mehr Speicherdichte

Diese Pläne könnten angesichts der neuen Entwicklungen von IBM und Fujifilm irrelevant werden. Den Forschern in den IBM-Labors in Zürich ist es gelungen, die Speicherdichte auf den Magnetbändern massiv zu erhöhen. Lag die Datendichte bisher bei maximal 12 Gbit pro Quadratzoll, kommt der neue Prototyp auf 317 Gbit. Das liegt vor allem an einem neuen Oberflächenmaterial des Tapes.

Wurde bis dato Bariumferrit (BaFe) eingesetzt, verwendeten die Forscher beim neuen Modell Stron­tiumferrit (SrFe). Punkten kann das Material mit einer deutlich kleineren Partikelgröße, weshalb sich die Daten dich­ter auf das Band packen lassen. Ob und wann die neuen Tape-Drives auf den Markt kommen, ist noch unklar.

Die Verantwortlichen von IBM und Fujifilm gehen prinzipiell davon aus, dass Magnetbänder auch künftig gefragt sein werden. "Wir alle produzieren täglich 2,5 Trillionen Bytes an Daten", hieß es zur Vorstellung des neuen Bandlaufwerks. Der Bedarf an Speicherplatz werde also weiter wachsen. Magnet-Tapes hätten den Vorteil, dass sie günstiger sind als Festplatten und Flash-Speicher.

Zudem käme deren Einsatz der Umwelt zugute, da sie we­niger Energie benötigten. Auch für Backups spielen Tapes immer noch eine wichtige Rolle – etwa wenn es darum geht, Systeme nach einem Ransomware-Angriff wiederherzustellen. Die Malware kann den Bändern wenig ­anhaben.

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