Strategien


Zehn Millionen für Alitheon

BMW investiert in Tracing-Lösung mit optischer KI

Heinrich Vaske ist Editorial Director von COMPUTERWOCHE, CIO und CSO sowie Chefredakteur der europäischen B2B-Marken von IDG. Er kümmert sich um die inhaltliche Ausrichtung der Medienmarken - im Web und in den Print-Titeln. 
BMW i Ventures, die Risikokapitalgesellschaft des Münchner Autobauers, investiert zehn Millionen US-Dollar in Alitheon, ein kalifornisches Startup, das sich mit der sicheren Identifikation und Rückverfolgbarkeit von physischen Objekten beschäftigt.
Alitheon erstellt mittels Künstlicher Intelligenz einen digitalen Fingerabdruck für alle erdenklichen Gegenstände. So will BMW Produktfälschern das Handwerk legen.
Alitheon erstellt mittels Künstlicher Intelligenz einen digitalen Fingerabdruck für alle erdenklichen Gegenstände. So will BMW Produktfälschern das Handwerk legen.
Foto: BMW AG

Der Venture-Capital-Arm von BMWBMW, der im Silicon Valley sitzt und StartupsStartups aus dem automobilenautomobilen Umfeld fördert, steckt sein Geld in ein Unternehmen, das mithilfe "optischer KI" einen digitalen Fingerabdruck von Gegenständen aller Art erstellen kann. Die patentierte Lösung "FeaturePrint" von Alitheon dient dazu, physische Objekte bei geringem Aufwand mit hoher Genauigkeit identifizieren, authentifizieren und zurückverfolgen zu können. Top-500-Firmenprofil für BMW AG Alles zu Startup auf CIO.de Top-Firmen der Branche Automobil

Alitheon verfolgt das Ziel, die heute gängigen Lösungen für die Identifikation von Produkten - etwa Aufkleber, Barcodes oder QR-Codes - zu ersetzen. Sie seien kostspielig, nicht fälschungssicher und machten die Rückverfolgbarkeit von Artikeln schwierig. Die FeaturePrint-Technologie erkennt Gegenstände an einem optischen Muster. Das geschieht mithilfe eines Fotos, das mit einer handelsüblichen Kamera gemacht werden kann.

Dabei wählt die KIKI von FeaturePrint kleinste Oberflächendetails eines fotografierten Objektes aus und erstellt daraus ein unverwechselbares Profil, das abgespeichert wird. Soll ein Gegenstand identifiziert werden, kann die dafür zuständige Person ebenfalls einen FingerPrint anfertigen und diesen mit dem abgelegten Referenz-Fingerprint abgleichen. So können Artikel unter Millionen ähnlicher Gegenstände erkannt werden. Alles zu Künstliche Intelligenz auf CIO.de

Biometrische Genauigkeit eines Fingerabdrucks

Jeder FeaturePrint sei einzigartig, versichert Alitheon, die Technik funktioniere auch wenn die Objekte für das menschliche Auge identisch erschienen und auf die gleiche Weise hergestellt worden seien. Das Startup nimmt für sich in Anspruch, mit seinem Verfahren die biometrische Genauigkeit eines Fingerabdrucks auf physische Gegenstände zu übertragen und damit eine zweifelsfrei korrekte Identifikation zu erreichen.

Barcodes und ähnliches seien damit überflüssig, da das Objekt selbst zu seinem eigenen Identifikator werde. Im Vertrieb und der Produktion würden exakte Rückverfolgungen von Bauteilen möglich. Weil Originale eindeutig identifiziert werden könnten, würden Fälschungen sofort sichtbar. Alitheon träumt - Startup-typisch - bereits von einem billionenschweren Markt.

Marcus Behrendt, CEO von BMW i Ventures, bezeichnet die Technologie in einer Mitteilung denn auch als "bahnbrechend". Sie sei dazu geeignet, "Vertrauen und Sicherheit in die Lieferketten zurückzubringen". FeaturePrint sei einfach zu bedienen und erfordere keine zusätzlichen Hardware-Investitionen, Änderungen an Fertigungslinien oder physische Anpassungen an den ausgezeichneten Artikeln. Es handele sich um das "fehlende Bindeglied zwischen der digitalen und der physischen Welt". (hv)

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