CIO Auf- und Aussteiger


Nachfolger wird gewählt

Bundes-CIO Vitt geht in den Ruhestand

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Klaus Vitt, Beauftragter der Bundesregierung für Informationstechnik, verabschiedet sich Ende April 2020 in den Ruhestand. Ein Nachfolger für den 68-Jährigen, der 2012 viertplatzierter "CIO des Jahres" war, steht noch nicht fest.
Der scheidende Bundes-CIO Klaus Vitt freut sich jetzt auf Bergwandern, Radfahren und Segeln.
Der scheidende Bundes-CIO Klaus Vitt freut sich jetzt auf Bergwandern, Radfahren und Segeln.
Foto: BMI

Hinter Klaus Vitts umgangssprachlichem Titel "Bundes-CIO" steht eine lange offizielle Bezeichnung: Er ist seit Oktober 2015 Beauftragter der Bundesregierung für Informationstechnik, Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat sowie Vorsitzender der Konferenz der IT-Beauftragten der Ressorts (KoITB). Ende April 2020 verabschiedet sich der 68-Jährige in den Ruhestand. Ein Nachfolger werde gerade gewählt, so das Ministerium auf Anfrage des CIO Magazins.

Vitt ist in der CIO-Community kein Unbekannter: 2012 belegte er beim "CIO des Jahres"-Wettbewerb den vierten Platz in der Kategorie Großunternehmen. Er hatte eine komplexe, veraltete IT-Landschaft durch eine moderne und integrierte ERP-Plattform für die Bereiche Personal und Finanzen ersetzt. Die Jury lobt Vitts Übersicht und Führungskompetenz in dem Projekt, das zwischen 2008 und 2011 als europaweit größtes IT-Projekt einer Behörde galt.

Der scheidende Bundes-CIO ist einer der ersten deutschen Informatiker. Er studierte Mathematik und Informatik an der Universität Dortmund, ein Studiengang, der "damals noch recht neu war", wie er sagt. Nach seinem Abschluss stieg er als Fachlehrer für Betriebssysteme und Programmiersprachen beim Computer-Hersteller Sperry Univac ein. Danach arbeitete er als Systemengineer bei der Software-Firma Applied Data Research.

Vitt wechselte zur Bertelsmann AG, wo er insgesamt 14 Jahre lang verschiedene Bereiche verantwortete. So leitete er die zentrale Datenverarbeitung bei Gruner & Jahr. Zudem arbeitete er als Rechenzentrumsleiter in der zentralen Datenverarbeitung sowie als internationaler IT-Koordinator im Clubbereich.

1996 übernahm Vitt bei der Deutschen Telekom AG die Geschäftsführung für IT und Kundenbetreuung bei T-Mobile. Ab 1999 leitete er den Geschäftsbereich Customer Care/IT bei der Deutschen Telekom und von 2001 bis 2005 war er Bereichsvorstand der T-Com für Informationsmanagement und Prozesse.

Anfang 2006 wechselte er aus der Wirtschaft zu einer Behörde: Vitt übernahm bis Juni 2014 die Geschäftsführung der zentralen IT der Bundesagentur für Arbeit (BA) und die Leitung des IT-Systemhauses. Seit Juli 2014 arbeitete er als Generalbevollmächtigter für Informationstechnologie und Prozessmanagement in der Zentrale der BA.

Der 68-Jährige freut sich jetzt darauf, sein "Privatleben intensiver zu genießen". Er sagt: "Dazu werde ich in den Bergen Wandern, Radfahren und Segeln." Insbesondere jungen Kolleginnen und Kollegen gibt er folgenden Rat mit auf den Berufsweg: "Möglichst viele unterschiedliche Branchen und öffentliche Organisationen kennenlernen und immer aufgeschlossen sein, bezogen auf Veränderungen!"

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