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Ende des Digital-Ressorts

CDO Pertlwieser verlässt Deutsche Bank

Jens Dose ist Redakteur des CIO Magazins. Neben den Kernthemen rund um CIOs und ihre Projekte beschäftigt er sich auch mit der Rolle des CISO und dessen Aufgabengebiet.
Der Digitalchef der Privatkundensparte verlässt die Deutsche Bank Ende Mai. Der Konzern zerschlägt seine Digital-Abteilung "Digital Ventures".
Markus Pertlwieser
Markus Pertlwieser
Foto: Deutsche Bank

Es habe "nicht alles, was auf den Weg gebracht wurde genau so funktioniert wie geplant oder sofortige Erfolge gezeigt," schreibt Vorstand Karl von Rohr in einer Mitarbeiterinformation der Deutschen Bank. Er bezieht sich dabei auf die Digitalisierung aller Branchen, das Statement folgt aber auch direkt auf eine Aufzählung der von der Abteilung "Digital Ventures" angestoßenen Projekte. Nun solle die Digitalisierung der Bank "stärker mit dem Tagesgeschäft verzahnt" werden. In der Praxis heißt das, Digital Ventures wird bis Ende Mai 2020 zerschlagen und deren Aufgaben auf die Geschäftsbereiche der Privatkundenbank verteilt.

Im Zuge dessen kündigte von Rohr auch an, dass Markus Pertlwieser, CDO und Leiter von Digital Ventures, sich entschieden habe, den Konzern zu verlassen. Die Bank bedauere die Entscheidung. Der CDO und sein Team hätten zahlreiche Digitalprodukte gebaut und so weiterentwickelt, dass die Bank diese in das Tagesgeschäft der Privatkundenbank übertragen oder gemeinsam mit externen Partnern weiter betreiben könne, so der Vorstand. Dazu zählten etwa die Mobile-Banking-App, der Zinsmarkt oder die digitale Kundenkarten-Wallet Yunar der Deutschen Bank.

Der Finanzkonzern hatte das Digital-Ressort 2018 gegründet, um mit Angeboten jenseits des klassischen Bankgeschäfts zu experimentieren. Darin wurden sämtliche digitalen Beteiligungen der Bank gebündelt. Laut dem Branchendienst Finance umfasste das Geschäftsfeld unter anderem die Direktbank Norisbank und das Joint Venture We.Trade, eine Blockchain-basierte Trade-Finance-Plattform, die die Deutsche BankDeutsche Bank gemeinsam mit acht BankenBanken betreibt. Top-500-Firmenprofil für Deutsche Bank Top-Firmen der Branche Banken

Warum Pertlwieser die Bank verlässt, ist nicht bekannt. Laut dem Handelsblatt habe deren Sparkurs die Vorhaben des CDO stark beeinträchtigt. So wollte das Finanzinstitut etwa Yunar aus Kostengründen nicht mehr alleine finanzieren und auch ein Verkauf des Produkts sei denkbar.

Mit der Zerschlagung von Digital Ventures gehen die CDO-Aufgaben der Abteilung in die Privatkundenbank Deutschland unter der Leitung von Manfred Knof über. CFO Alexander Ilgen, verantwortet künftig Yunar und die weiteren Beteiligungen von Digital Ventures. Das zuständige Team für Daten und künstliche Intelligenzkünstliche Intelligenz gehe in die Verantwortung von Digitalvorstand Bernd Leukert über. Alles zu Künstliche Intelligenz auf CIO.de

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