Corona verschlechtert Zusammenarbeit

Chefs reden weniger mit ihren Mitarbeitern

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.
84 Prozent der Führungskräfte halten sich für eine unverzichtbare Hilfe – Mitarbeiter sehen das anders, wie eine aktuelle Studie zeigt.
Chefs und Mitarbeiter haben eine unterschiedliche Wahrnehmung darüber, wie wichtig Vorgesetzte in Pandemiezeiten waren und wie gut sie ihren Job getan haben.
Chefs und Mitarbeiter haben eine unterschiedliche Wahrnehmung darüber, wie wichtig Vorgesetzte in Pandemiezeiten waren und wie gut sie ihren Job getan haben.
Foto: Roman Samborskyi - shutterstock.com

Zwei Drittel der Arbeitnehmer haben seit der Pandemie nicht den Eindruck, dass ihre Vorgesetzten eine unverzichtbare Hilfe bei der Bewältigung ihrer täglichen Arbeit sind. Das ergab eine Studie des Marktforschungsinstituts Appinio im Auftrag von Talentsoft, einem Anbieter von SaaS-Anwendungen im Bereich HR- und Talentmanagement. Befragt wurden FührungskräfteFührungskräfte und Arbeitnehmer zu den Themen Kommunikation und Unterstützung während der Pandemie. Des weiteren sind 84,4 Prozent der Führungskräfte der Ansicht, dass ihre Rolle aktuell mehr Wertschätzung erfährt, bei den Mitarbeitern sind das 64,8 Prozent, die sagen, dass sie ihre Chefs jetzt mehr schätzen. Alles zu Personalführung auf CIO.de

Kommunikation vor und während der Pandemie

Rund die Hälfte der befragten Führungskräfte geben an, aktuell ein engeres Verhältnis zu ihren Mitarbeitern zu haben als noch vor der Corona-Pandemie. Umgekehrt sind aber 73,3 Prozent der Beschäftigten der Meinung, dass sich das Verhältnis zum Vorgesetzten nicht verbessert habe. Im Gegenteil: Die befragten Mitarbeiter haben das Gefühl, aktuell etwas weniger Kontakt zu ihrem Vorgesetzten zu haben - 43,3 Prozent sagen einmal oder mehrmals täglich - verglichen mit 48 Prozent vor der Pandemie. 81 Prozent der Führungskräfte geben an, sich mindestens einmal täglich oder häufiger mit ihren Teammitgliedern auszutauschen.

Maßnahmen zur Unterstützung der Mitarbeiter

55 Prozent der befragten Arbeitnehmer gaben an, dass ihnen Vorgesetzte während der Pandemie vorwiegend bei ihren täglichen Aufgaben unter die Arme gegriffen haben. Jeweils 48,6 Prozent freuten sich über Hilfe bei der Anpassung an die neuen Arbeitsmodelle und über einen Motivationsschub in dieser herausfordernden Zeit. Die Unterstützung bei der persönlichen Entwicklung und Weiterbildung sowie bei der Schaffung einer optimalen Work-Life-Balance - beispielsweise durch Überstundenausgleich oder Sportprogramme - belegten mit 47,1 und 42 Prozent die letzten beiden Plätze.

"Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Kommunikation und der Austausch zwischen Führungskräften und Mitarbeitern bedingt durch die Corona-Pandemie und die verstärkte Telearbeit für einen Großteil der Beschäftigten noch wichtiger geworden sind", meint Elton Schwerzel, Managing Director Dach bei Talentsoft. Im Laufe des letzten Jahres seien Führungskräfte agiler geworden und hätten die Gelegenheit genutzt, Coaching-Fähigkeiten zu entwickeln und ihre Legitimität gegenüber den Mitarbeitern zu erhöhen.

Methodik der Studie

Im Auftrag der HR-Spezialisten Talentsoft befragte das Marktforschungsunternehmen Appinio in einer repräsentativen Studie im Mai 2021 deutschlandweit 105 Führungskräfte und 400 Arbeitnehmer beider Geschlechter im Alter von 18 bis 99 Jahren.

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