Strategien


DHL Supply Chain

CIO Markus Voss digitalisiert die Lieferkette

Wolfgang Herrmann ist Editorial Manager CIO Magazin bei IDG Business Media. Zuvor war er unter anderem Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO und Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel.

Auf der Basis eines übergreifenden Master Data Managements werden Daten aus den Kernanwendungen in den Data Lake überführt und stehen den Data Scientists über definierbare Data Marts zur Verfügung. Besonders wichtig ist dem CIO, dass dabei keine neuen Silos entstehen: "Die Daten gehören der Gruppe, nicht den Application Ownern", betont er.

Data-Analytics-Anwendungen und Machine-Learning-Algorithmen helfen dem Logistikunternehmen etwa dabei, Transportvolumina vorherzusagen. "Die Genauigkeit der Prognosen hat sich mit unserem Volume-Prediction-System um 20 bis 30 Prozent verbessert", sagt Voss. Aber auch in der Personaleinsatzplanung kommen einschlägige Systeme zum Einsatz, beispielsweise um eine intelligente Schichtplanung für die Mitarbeiter zu erstellen. Ein weiteres Einsatzfeld ist die Routenoptimierung im Lieferprozess. Voss: "Viele LKWs fahren nach der Zustellung noch immer leer zurück. Das Verbesserungspotenzial ist an der Stelle noch immens."

Besonders lohnend ist der Einsatz von Analytics und Machine Learning in den klassischen Lagerprozessen. Hier geht es häufig um Optimierungsaufgaben, die sich in der Vergangenheit nur mit großem manuellem Aufwand bewältigen ließen: Welche Bestellung muss zuerst das Lager verlassen? Wann steht der LKW an der Laderampe? Wann startet das Frachtflugzeug? Im Bereich der Nachbestellungen (Replenishment) etwa habe man den Aufwand um ein Viertel reduziert, berichtet Voss. Insgesamt sei die Produktivität in den Lagerprozessen durch den Einsatz von Machine Learning um 13 Prozent gestiegen.

Robotic Process Automation

Ein Kernthema für Voss ist Robotic Process Automa­tion: "Wir können damit große Potenziale in relativ kurzer Zeit heben." Allein im Bereich DHL Supply Chain habe man rund 400 "Opportunities" identifiziert, etwa 130 RPA-Projekte seien bereits abgeschlossen. Das Einsatzgebiet ist breit. "Im Prinzip eignet sich RPA überall, wo es wiederkehrende Prozesse gibt", urteilt der IT-Manager. Das Spektrum reiche über die gesamte Lieferkette: Von Tracking- und Tracing-Prozessen über klassische Datenein- und ausgaben bis hin zur automatisierten Bestellung von Mitarbeiter-Handys. Voss hat dafür ein eigenes Center of Excellence auf die Beine gestellt, das RPA-Lösungen als Dienstleistung anbietet.

Wearable Devices wie diese Ring-Scanner erleichtern die Arbeit in den Warenlagern von DHL Supply Chain.
Wearable Devices wie diese Ring-Scanner erleichtern die Arbeit in den Warenlagern von DHL Supply Chain.
Foto: Deutsche Post DHL

Entlastung im IT-Betrieb erhofft sich Voss von einer hybriden Cloud-StrategieCloud-Strategie. Für neue Services oder Optimierungen gelte grundsätzlich die Devise "Cloud First". Man prüfe generell zuerst, ob sich eine Anwendung auch über ein SaaS-Modell (Software-as-a-Service) nutzen lasse. Alles zu Cloud Computing auf CIO.de

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