Cloud Computing


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CIOs in Europa planen mit der Hybrid Cloud

Wolfgang Herrmann ist Editorial Manager CIO Magazin bei IDG Business Media. Zuvor war er unter anderem Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO und Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel.

Die großen Herausforderungen einer Hybrid Cloud

Wie komplex das Thema Security in Hybrid-Cloud-Projekten sein kann, zeigen andererseits die von den Befragten erwarteten Herausforderungen. Dabei handelt es sich um einen Mix aus technischen, wirtschaftlichen und organisatorischen Faktoren. Datensicherheit, Multi-Clouds und die Migration von Legacy-Anwendungen sind aus Sicht der CIOs die wichtigsten Hürden, wenn es um den Aufbau einer Hybrid Cloud geht.

In puncto Sicherheit müssen beispielsweise Workloads in sehr unterschiedlichen Umgebungen und Stadien überwacht und gesteuert werden. Der Schutz sensibler Daten ist nicht nur auf diversen Speichersystemen, sondern auch während der Übertragung an einen anderen Ort zu gewährleisten, geben die Analysten zu bedenken. Dazu gehören feingranulare Zugangsberechtigungen an allen denkbaren Einstiegspunkten, unabhängig davon, ob es sich um On-Premise-, Off-Premise- oder auch gehostete Systeme handelt.

Alles andere als einfach gestaltet sich auch das Management mehrerer verschiedener Cloud-Plattformen. Einige Softwareanbieter versprechen zwar eine einheitliche und systemübergreifende Verwaltung unterschiedlichster Cloud-Ressourcen über ein zentrales Tool. Bisher allerdings ist eine solche Gesamtsicht mehr Theorie als Praxis, kommentiert 451 Research.

Schwierigkeiten bereitet etlichen IT-Verantwortlichen zudem die Migration von Legacy-Systemen und klassischen Business-Anwendungen. Wenn sie nicht gerade in einem Startup arbeiten, müssen sie etablierte IT-Strukturen in irgendeiner Form in der Cloud-Umgebung replizieren. Dazu gehören etwa Anwendungen, Datenbanken und Directories, aber auch fachspezifische Funktionen, die sich oft nicht unverändert in eine Cloud transferieren lassen. In solchen Fällen können erhebliche Kosten für eine Anpassung und am Ende Verzögerungen bei der Implementierung entstehen.

Wie CIOs mit Legacy-Anwendungen umgehen

Generell gehen die CIOs Cloud-Migrationen auf unterschiedlichen Wegen an. So verfolgen 37 Prozent eine Cloud-first-Strategie für neue Anwendungen, die zuvor nicht Teil der On-Premise-Infrastruktur waren. Gut ein Fünftel migriert bestehende Applikationen nach der "Lift-and-Shift"-Methode in die CloudCloud. Dabei werden in der Regel keine Änderungen am Code vorgenommen. Ebenso viele Umfrageteilnehmer setzen auf "Refactor and Shift": Sie modernisieren Altanwendungen und bereiten sie auf einen Software-as-a-Service- oder einen gehosteten Betrieb vor. Alles zu Cloud Computing auf CIO.de

Die übrigen 19 Prozent der Befragten verfolgen aktuell keine Pläne, Anwendungen oder andere Workloads off-premise zu betreiben. Gründe dafür sehen die Marktforscher vor allem in geltenden Datenschutzgesetzen und anderen regulatorischen Vorgaben. Aber auch interne Unternehmensrichtlinien oder Risikobewertungen könnten gegen eine Auslagerung sprechen. In einigen Fällen hielten Unternehmen Anwendungen zwar im eigenen Haus, ließen diese aber von einem Drittanbieter auf der eigenen Hardware betreiben.

Geht es um die Weiterentwicklung von Private-Cloud-Umgebungen, erwartet 451 Research ferner eine wachsende Popularität von Microsofts Azure Stack. Laut Umfrage planen 48 Prozent der großen und multinationalen Unternehmen, für ihre Hybrid Cloud künftig den Microsoft-Stack einsetzen. Sie wollen damit entweder Legacy-Umgebungen ergänzen oder ihre IT auf ein As-a-Service-Delivery-Modell umstellen.

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