HR Management

Cloud macht Change

01.10.2018
Von Markus Kley
Anzeige  Die Nutzung von Cloud-Diensten verändert das Verhältnis von Unternehmen zu ihren IT-Dienstleistern bzw. -Systemhäusern. Gleichzeitig steigt allerorts der Bedarf an Cloud-Experten. Die zu rekrutieren und zu binden, erfordert kluges und vorausschauendes Personalmanagement.

Die digitale Transformation verstärkt die Dynamik an den Märkten und läutet einen branchenübergreifenden Paradigmenwechsel ein - in der industriellen Produktion (Stichwort Industrie 4.0) genauso, wie bei der Zusammenarbeit (Kollaboration) zwischen Unternehmen. Um die damit verbundenen Anforderungen zu bewältigen, ist es notwendig, die eigenen Geschäftsprozesse zeitnah an die Wünsche der Kunden, aber auch an die Marktveränderungen anzupassen und zügig neue, wettbewerbsdifferenzierende Geschäftsmodelle zu etablieren.

Wer auf die Cloud setzt, braucht das nötige Knowhow. Wir verraten Ihnen, wie Sie Cloud-Experten finden – und binden.
Wer auf die Cloud setzt, braucht das nötige Knowhow. Wir verraten Ihnen, wie Sie Cloud-Experten finden – und binden.
Foto: FCSCAFEINE - shutterstock.com

Spätestens an dieser Stelle rückt Cloud Computing in den Fokus der unmittelbar betroffenen Unternehmen. Die Erweiterung der zentralen, vor Ort installierten IT-Systeme durch multimandantenfähige Software-as-a-Service-(SaaS)-Lösungen eröffnen die Möglichkeit, im Vertrieb oder im Service digitale End-to-End-Prozesse einzuführen oder innerhalb von Produktionsbereichen innovative Internet-of-Things-Szenarien wie vorausschauende Wartung (Predictive Maintenance) schnell zu realisieren. Maßgeschneiderte Cloud-Apps und -Anwendungen für neue Prozesse lassen sich mit Platform-as-a-Service-Angeboten (PaaS) wie Amazon Web Services, Microsoft Azure, Google Cloud Platform oder SAP Cloud Platform schnell entwickeln, in Betrieb nehmen und mit IT-Kernsystemen koppeln.

Cloud-basierte, digitale IT-Arbeitsplätze sorgen dafür, dass die Mitarbeiter jederzeit und von überall auf arbeitsrelevante Informationen zugreifen können - via Desktop oder mobil per Smartphone und Tablet. Die Cloud verschafft Unternehmen genau die Agilität und Flexibilität, die ihnen der digitale Wandel abverlangt. Auch in mittelständischen Firmen geht der Trend hin zur Cloud-Nutzung, wie zum Beispiel der Bitkom "Cloud Monitor 2018" belegen will.

Moderne IT braucht Startup-Mentalität

Mit der Nutzung von Cloud-Angeboten und -Services verändern sich jedoch nicht nur die Anforderungen eines Unternehmens an die interne IT-Abteilung, sondern auch die Beziehungen zu seinen IT-Dienstleistern, beziehungsweise -Systemhäusern. In der IT-Abteilung müssen im Zuge der Cloud-Adoption zusätzliche Rollen und Verantwortlichkeiten etabliert werden - zur Steuerung von Providern, für die Integration der Services in die unternehmenseigene IT-Landschaft oder für die dynamische Skalierung von Rechenleistung und Storage-Kapazitäten.

Der Umstieg auf Cloud Computing erfordert zugleich eine hohe Flexibilität und eine Startup-Mentalität, die innovationsfördernd wirkt und zum Experimentieren ermutigt. Nur so kann die Unternehmens-IT stabilisierend auf neuartige oder fachfremde Fragen und Problemstellungen zeitnah mit intelligenten Cloud-Applikationen reagieren. Aber auch für die IT-Dienstleister und -Systemhäuser ändert sich einiges, wenn ihre Kunden verstärkt Cloud Software einsetzen oder gar Applikationen selbst entwickeln. Um ihr Geschäft an diese Entwicklung anzupassen und Cloud-Kompetenz aufzubauen, müssen vor allem Berater und Experten mit den erforderlichen Qualifikationen zur Verfügung stehen - egal ob für PaaS-, SaaS- oder IaaS-Projekte.

Die Bedeutung von Cloud Knowhow für die Erschließung von Wettbewerbsvorteilen darf dabei nicht unterschätzt werden. Kunden, die sich entschieden haben, Cloud-Dienste zu nutzen, sind nicht selten auch bereit, den IT-Partner zu wechseln oder Service-Leistungen direkt vom Cloud Provider oder über einen entsprechenden Spezialisten zu beziehen. Daher macht es für einen IT-Dienstleister unter Umständen Sinn, sich auf bestimmte Themenbereiche und Branchen zu fokussieren und sich zum Beispiel Wissen über hybride Cloud-Infrastrukturen anzueignen. Partnermodelle und Kooperationen mit Cloud-Providern oder spezialisierten Dienstleistern werden zunehmend an strategischer Bedeutung gewinnen.

Für einen "klassischen" IT-Dienstleister kann es sich daher lohnen, als Generalunternehmer aufzutreten und seinen Kunden geballte IT- und Cloud-Kompetenz anzubieten, bei der sämtliche Leistungen aus einer Hand kommen. Schließlich ist er in der Regel mit der IT-Architektur und den Prozessen seiner Kunden vertraut und kann sie bei der Auswahl der geeigneten Cloud-Lösung beziehungsweise des passenden PaaS-Angebots für die Entwicklung neuer Apps genauso gut beraten, wie bei Fragen zur Integration der Cloud- mit On-Premise-Applikationen, beziehungsweise Infrastrukturen.

So finden und binden Sie Cloud-Spezialisten

Große Sorge bereitet den Verantwortlichen in Unternehmen und bei IT-Dienstleistern allerdings der akute Mangel an Experten mit Cloud-Kompetenz. Abhilfe kann hier ein kluges, vorausschauendes Personalmanagement schaffen, das auf einen produktiven Mix aus erfahrenen Beschäftigten, innovativen Ausbildungskonzepten für Nachwuchskräfte, die gezielte Förderung von Talenten und Investitionen in das Recruiting von Cloud-Experten setzt.

Ebenso wichtig jedoch ist die Förderung der fachlichen und sozialen Kompetenzen sowie der Aufbau von Knowhow in Bezug auf komplexe Cloud-Architekturen, agile Entwicklungsmethoden und ganzheitliche Beratungsansätze - durch zielgerichtete Entwicklungs- und Weiterbildungsmaßnahmen. Wird dieses Angebot noch von attraktiven Vergütungsmodellen ergänzt, die die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit begünstigen, klappt es auch mit den Cloud-Experten - und zwar auf lange Sicht.

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