Healthcare IT


DAK - Neu organisiert

Countdown für Konvergenz

Claus Moldenhauer, IT-Vorstand, DAK: "Die IT hilft uns, aus einer Spezialisierung heraus eine gezielte Kundenansprache zu leisten."
Claus Moldenhauer, IT-Vorstand, DAK: "Die IT hilft uns, aus einer Spezialisierung heraus eine gezielte Kundenansprache zu leisten."

Der Projektleiter Dakor, René Wilms, holt einen Notizzettel aus seiner Schublade und hält ihn hoch: "Das ist die Zwischenablage, und da hat sich jeder dran gewöhnt", sagt Wilms, der erst die Mitgliedsnummer des Patienten notiert, ehe er sie missmutig in die Datenmasken verschiedener Systeme eintippt. "Diese Zeit sollte doch besser in die Betreuung der Kunden gesteckt werden", sagt IT-Vorstand Moldenhauer. Nun steigt der DAK-Mitarbeiter ohne Umschweife direkt in die Host-Systeme und deren Funktionen ein - ohne noch mal die Mitgliedsnummer eingeben zu müssen.

Mit der neuen Landschaft sind zudem neue Wege festgelegt, in denen der Berater für die Bearbeitung des Krankengeldes unterwegs sein sollte. Ganz im Sinne des Projektes zur Prozessoptimierung der DAK, Pro-DAK genannt. Auf der Dakor-Maske sind also für den Fall Kindergeld Trampelpfade vorgeschrieben, die der Berater bei der Bearbeitung zurücklegen sollte. Ein weiterer Zeitgewinn.

Etwa anderthalb Jahre hat Strausfeld für die Suche und die Implementierung der entsprechenden Software für die Plattform benötigt, mit der er Dakidis so weit frisiert hat, dass es mit dem Markt mithalten kann. Der anvisierte neue Kernsystemstandard ISKV 21c, mit dem Strausfeld das Hausgewächs Dakidis einmal ablösen möchte, hängt noch in der Warteschleife. "Es ist noch nicht für Großkassen getestet, und eine Migration würde mehrere Jahre dauern", bemerkt DAK-Manager Strausfeld. Mindestens bis 2012 setzt Strausfeld daher weiter auf Dakidis.

Daten nehmen, aufbereiten und darstellen, ohne überflüssige neue Daten zu schaffen, war eines der Kriterien für die Modernisierung von Dakidis durch Dakor. Wichtig war Strausfeld, abgesehen von überschaubaren Kosten, dass die Software zentral aufgesetzt und von der Zentrale in Hamburg aus betreut werden kann. Dass das Kunden-Management unterstützt wird und sich neue Prozessschritte einfach einpflegen lassen, und dass die Software darüber hinaus einen Stamm von über sechs Millionen Kunden bewältigt. Derzeit testet Strausfeld das System in einem Lasttest und hofft, dass es nicht, wie während des Vorlaufs in der Auswahlphase, in die Knie geht.

Mitarbeiter fordern Zeit für Kunden

Die Renovierung der IT-Landschaft bei der DAK geht auf eine Kurskorrektur zurück. Seit Anfang 2004 ist IT-Vorstand Claus Moldenhauer bei der DAK. 2005 wurde Herbert Rebscher neuer DAK-Chef, der gleich zu Beginn seiner Cheflaufbahn Zeuge der sogenannten "Zukunftswerkstatt" wurde - der Keimzelle der Neugestaltung bei der DAK. An 13 Orten trafen sich die 14 000 DAK-Mitarbeiter damals, um in Workshops darüber zu diskutieren, was man alles anders und besser machen könnte - davon allein 2500 in der Dortmunder Westfalenhalle. Der einfache Schluss und Konsens danach lautete nach Angaben von Moldenhauer "Wir brauchen mehr Zeit für unsere Kunden".

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