Connected Car

Das Auto der Zukunft ist geschwätzig

Bernd Reder ist freier Journalist mit den Schwerpunkten Netzwerke, IT und Telekommunikation in München.

High-Speed-Mobilfunk im Auto integriert

Wie das Internet ins Auto kommt, zeigten unter anderem der Mobilfunk-Service-Provider Vodafone und Audi auf der CeBIT 2014. Ab 2015 sollen in ausgewählte Audi-Modelle Embedded-SIM-Chips integriert werden, welche die Infotainment-Systeme des Fahrzeugs mit dem LTE-Funknetz von Vodafone koppeln. Diese Global SIM ermöglicht es, im Fahrzeug Kommunikationsdienste und Unterhaltungsangebote zu nutzen.

Beim Einsatz von Mobilfunktechniken wie LTE in Fahrzeugen prallen unterschiedliche Interessen und Anforderungen aufeinander. Ein Beispiel: Vernetzte Fahrzeuge erzeugen hohe Datenvolumina, die möglichst schnell übermittelt werden sollen. Das erfordert ein dichtes und damit teures Netz von leistungsfähigen Mobilfunk-Basisstationen.
Beim Einsatz von Mobilfunktechniken wie LTE in Fahrzeugen prallen unterschiedliche Interessen und Anforderungen aufeinander. Ein Beispiel: Vernetzte Fahrzeuge erzeugen hohe Datenvolumina, die möglichst schnell übermittelt werden sollen. Das erfordert ein dichtes und damit teures Netz von leistungsfähigen Mobilfunk-Basisstationen.
Foto: Orange

Integrierte Mobilfunksysteme bilden auch die Grundlage für neue Sicherheitsdienste wie eCall. Dieses Notrufsystem für Fahrzeuge wird 2015 in allen Neufahrzeugen Pflicht, die in der EU verkauft werden. Bei eCall messen Crash-Sensoren, ob ein Fahrzeug in einen Unfall verwickelt ist und wie stark das Auto und damit auch dessen Insassen in Mitleidenschaft gezogen wurden. Mithilfe eines integrierten Satellitennavigationssystems wird anschließend der Standort des Fahrzeugs erfasst und via Mobilfunknetz an eine Notrufzentrale weitergegeben. Laut der EU-Kommission soll das System den Preis eines Neuwagens um etwa 100 Euro erhöhen.

Autos sprechen miteinander und mit der Infrastruktur

Das zweite Feld, das Bosch-Chef Schneider, anspricht, Stichwort "Das Auto im Internet", betrifft zwei Anwendungsfälle: die Kommunikation zwischen Fahrzeugen (Car-2-Car oder Vehicle-2-Vehicle, V2V) sowie zwischen Autos und Verkehrsleitsystemen, Sensoren, Ampeln und "intelligenten" Verkehrsschildern (Car-2-Infrastructure, Vehicle-2-Infrastructure, V2I).

Bei der Kommunikation zwischen Fahrzeugen werden beispielsweise folgende Daten erfasst und übermittelt:

  • die Geschwindigkeit, Position und Fahrtrichtung der einzelnen Fahrzeuge,

  • Beschleunigungs- und Bremsvorgänge,

  • Informationen über den Spurwechsel von Fahrzeugen,

  • Daten der Traktionskontrolle,

  • Informationen, die Rückschlüsse auf Witterungsbedingungen und Sichtverhältnisse erlauben, etwa ob der Fahrer die Nebelscheinwerfer oder Scheibenwischer aktiviert hat,

  • welchen Gang der Fahrer eingelegt hat, etwa den Rückwärtsgang, weil er ein- oder ausparkt.

Dagegen stehen beim Datenaustausch zwischen Fahrzeugen und der Verkehrsinfrastruktur wie Ampeln und Verkehrsleitsystemen folgende Informationen im Mittelpunkt:

  • Ampelphasen (Rot, Gelb, Grün),

  • die Hinweise von "intelligenten" Verkehrsschildern wie Stopp-Zeichen,

  • Informationen über Staus oder Unfälle auf bestimmten Strecken,

  • Daten von Sensoren zu Temperatur, Feuchtigkeit und Sichtweite auf Strecken, inklusive entsprechender Warnungen an die Systeme im Fahrzeug,

  • Angaben darüber, wo Parkplätze verfügbar sind sowie

  • frühzeitige Warnungen, wenn sich Krankenwagen oder Feuerwehrfahrzeuge nähern, um für diese schnellstmöglich eine Notfallspur frei zu machen.

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