Die IT-Stories des Jahres

Das hat Techies 2017 bewegt

Marc Ferranti ist Chefredakteur bei IDG News Services


Florian beschäftigt sich mit vielen Themen rund um Technologie und Management. Daneben betätigt er sich auch in sozialen Netzen.

Wenn der Fiskus zweimal klingelt

Unternehmen die weiterleben wollen, müssen Profit machen. Dennoch müssen sie auch Steuern zahlen. Meint zumindest die Europäische Kommission. Deshalb verfügte sie im Oktober 2017, dass Amazon Steuern in Millionenhöhe nachzahlen muss. Darüber hinaus stellte man auch ganz offiziell fest, dass die Republik Irland es jahrelang "verpasst" hatte, von Apple Steuern zu verlangen. Hier geht es um Milliardensummen.

Regulierungen zur Abführung der Mehrwertsteuer sollen künftig ebenfalls neu gefasst werden, wovon sämtliche Unternehmen betroffen sein werden, die in der EU Online-Handel betreiben. Für multinationale Unternehmen, die in Europa tätig sind und die Abführung ihrer Steuern "optimieren" wollen, lassen diese Entwicklungen Alarmglocken schrillen. Schließlich sollen die Steuern künftig nicht mehr an den Ort der Bereitstellung von Gütern oder Services geknüpft sein, sondern an den Sitz des Unternehmens selbst.

Neu entflammter Kampf ums alte Monopol

Intels skalierbare Prozessoren-Familie Xeon markierte im Juli 2017 den größten Fortschritt, den das Unternehmen in der letzten Dekade mit seiner Data-Center-Plattform gemacht hat. Und die Ankündigung kam genau zum richtigen Zeitpunkt. Denn Intel hat den Markt für Server-Chips über Jahre mit Marktanteilen von teilweise deutlich über 90 Prozent dominiert.

Bedingt durch den permanent steigenden Cloud-Traffic und riesige KI-Datensätze sehen sich die Betreiber von Data Centern und die Hyperscale-Web-Provider inzwischen aber auch nach Alternativen um. Und bei den Wettbewerbern gibt es einiges zu sehen: AMDs Epyc SoC auf x86-Grundlage zum Beispiel oder Qualcomms Centriq 2400 auf ARM-Basis. IBMs Power9 nicht zu vergessen.

Es werden noch einige Monate ins Land ziehen, bevor erste Marktzahlen aufschlagen, aber es sieht alles nach dem Beginn eines neuen Zeitalters für Systemprozessoren aus.

Die autonome Datenbank

Enterprise-Kunden dürften sich daran gewöhnt haben, dass Oracle-CEO Larry Ellison den Mund gerne auch mal etwas zu voll nimmt. Seine Ankündigung auf der OpenWorld im Oktober 2017 war allerdings tatsächlich gewaltig. Denn die Autonomous Database Cloud (auf Basis der Oracle Database 18c) eröffnete einen Blick in eine Zukunft, wo Maschinen sich - völlig ohne menschliche Interaktion - selbst reparieren.

Die Datenbank soll KI-Techniken nicht nur dazu nutzen, sich selbst zu warten, sondern auch um Workloads zu optimieren und Security-Patches zu installieren - bei einer Downtime von gerade einmal 30 Minuten pro Jahr. Finden Sie mal einen Menschen mit solchen Ausfallzeiten.

Social-Media-Giganten vs. Fake News

Im Zuge der Enthüllungen über die russische Einflussnahme auf die US-Präsidentschaftswahl 2016 wurde auch bekannt, dass Social-Media-User bezahlt wurden, um gezielt Falschmeldungen in Umlauf zu bringen. Das hatte zur Folge, dass sich Facebook, Google und Twitter im November 2017 in einer Anhörung vor dem US-Kongress verantworten mussten. Dabei ging es insbesondere darum, wie die Social-Media-Netzwerke der Tech-Giganten und ihre Dynamiken die Verbreitung von Fake News begünstigen konnten.

Facebook-CEO Mark Zuckerberg hatte noch 2016 den Effekt von Fake News auf die US-Präsidentschaftswahl heruntergespielt - inzwischen wurde aber immer offensichtlicher, in welchem Ausmaß Falschmeldungen in den sozialen Netzwerken kulturellen und politischen Hass auf der ganzen Welt geschürt haben. Und weiter schüren.

Auch in Frankreich und Deutschland wurden auf Betreiben der Politik (Achtung, Wahljahr!) verschiedene Initiativen zur Bekämpfung von Fake News auf den Weg gebracht.

Initialzündung für das autonome Fahren?

Die Übernahme von Mobileye dürfte den Chip-Riesen Intel zum Marktführer auf dem Wachstumsmarkt für autonome Fahrzeuge aufsteigen lassen. Die Konkurrenz ist groß: Auch Google, Apple und Tesla haben große Ambitionen, wenn es um selbstfahrende Autos geht. Außerdem unterstreicht die Akquisition nicht nur die Bedeutung der Künstlichen Intelligenz, die gebraucht wird um die Fahrzeuge zu navigieren, sondern auch die Bereitschaft der Tech-Unternehmen, für vielversprechende Technologien eine ganze Menge Asche locker zu machen - insbesondere wenn es um Machine Learning und Mobile geht.

Mit Material vom IDG News Service.

Zur Startseite