Strategien


Dritte industrielle Revolution?

Das Potential von 3D-Druck

Jürgen Hill ist Chefreporter Future Technologies bei der COMPUTERWOCHE. Thematisch befasst sich der studierte Diplom-Journalist und Informatiker derzeit mit aktuellen IT-Trendthemen wie KI, Quantencomputing, Digital Twins, IoT, Digitalisierung etc. Zudem verfügt er über einen langjährigen Background im Bereich Communications mit all seinen Facetten (TK, Mobile, LAN, WAN). 

Analysten zu 3D-Printing

Ähnlich wie Bring your own Device (ByoD) sieht Gartner 3D-Printing bereits auf der Höhe des Hypecycle - am "Peak of inflated Expectations". In fünf bis zehn Jahren soll das Thema im Massenmarkt ankommen. Ähnlich beurteilt auch IBMs Technikdirektor Wittmann die Situation: "3D-Druck macht gerade den Sprung vom wissenschaftlichen Prototypen hin zu wirtschaftlichen Anwendungen. Die Anwendungsgebiete bedeuten für einige Geschäftsmodelle eine industrielle Revolution. Von einer teilweisen Ablösung bestehender Produktangebote bis hin zu komplett neuen Geschäftslösungen ist alles möglich."

Noch größere Auswirkungen des 3D-Printing3D-Printing auf die Wirtschaft erwartet der renommierte Washingtoner Thinktank Atlantic Council in seinem Strategiepapier "Could 3D Printing Change the World?" Die Wissenschaftler wagen die Prognose, dass 3D-Printing die Arbeitsteilung in einer globalisierten Wirtschaft fundamental verändern und das heutige Transportwesen komplett auf den Kopf stellen könnte. Schließlich könnten Produkte künftig direkt vor Ort nahe beim Endverbraucher kostengünstig gedruckt werden, so dass billig produzierende Länder in Fernost das Nachsehen haben könnten. Alles zu 3D-Druck auf CIO.de

Atlantic Council sieht Länder wie China, aber auch exportorientierte Länder wie Japan und Deutschland als potenzielle Verlierer. Schließlich finde die Wertschöpfung nicht mehr beim originären Hersteller statt, sondern direkt vor Ort, wenn digitale Objektdateien digital verschickt und dann gedruckt würden. Gleichzeitig könne dies eine Chance sein, spezialisierte Produkte günstiger für kleine Märkte mit spezifischen Anforderungen herzustellen.

3D-Druck: Ursachen für den Hype

Doch warum beflügelt gerade das 3D-Printing so die Phantasie? Schließlich handelt es sich um eine Technologie, die bereits seit den 80er Jahren bekannt ist. Eine Antwort auf dies Frage hat Alfred Bauer, zuständig für Business Development bei der German RepRap GmbH in Feldkirchen bei München: "Einige wichtige Patente zum 3D-Druck sind mittlerweile frei, was eine kostengünstige Entwicklung im Rahmen des Open-Source-Projekts RepRap.org erlaubt." Dies spiegelt sich auch bei den Gerätepreisen wider. Waren früher 3D-Drucker nur im fünf- bis sechsstelligen Euro-Bereich zu finden, so sind jetzt am Markt bereits Modelle für deutlich unter 1000 Euro erhätlich. Und damit ist das Thema 3D-Printing für technikaffine Privatnutzer bezahlbar geworden.

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