Neue Jobs durch Digitalisierung

Der Chief IoT Officer kommt

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Chief IoT Officer und Cloud Builder sind zwei neue Job-Rollen, die im Zuge der digitalen Transformation entstehen. Berufseinsteigern raten CIOs, sich auf IT-Sicherheit und künstliche Intelligenz (KI) zu konzentrieren, wie eine Studie von Robert Half zeigt.
  • Aktuelle Investitionsschwerpunkte sind Projekte rund um IT-Sicherheit und KI
  • Knapp sechs von zehn Entscheidern erklären, die zunehmende Technologie-Einbindung bedeute zusätzlichen Stress für die Belegschaft
  • Gleichzeitig bescheinigt knapp jeder Zweite wachsende Produktivität und verbesserte Kundenkommunikation

Die größten Investitionen stellen Unternehmen aktuell für Projekte rund um Sicherheit, Künstliche Intelligenz (KI) und die Digitale Transformation bereit. Das wirkt sich auf die jetzige und die künftige Belegschaft aus, berichtet die Personalberatung Robert Half. Diese Einschätzung basiert auf einer Befragung von mehr als 700 Entscheidern in Deutschland, darunter 201 CIOs.

Im Bereich IT werden künftig Chief IoT Officer arbeiten, im kaufmännischen Bereich sind E-Learning-Manager gefragt.
Im Bereich IT werden künftig Chief IoT Officer arbeiten, im kaufmännischen Bereich sind E-Learning-Manager gefragt.
Foto: Robert Half

Ein genauerer Blick zeigt, dass insbesondere große Unternehmen ab 500 Mitarbeitern in die genannten Themen sowie auch in das Internet of ThingsInternet of Things (IoT) investieren. Zwischen 47 und 51 Prozent der Konzerne nennen diese Investitionsschwerpunkte, unter Kleinbetrieben (bis 250 Mitarbeiter) sind es zwischen 34 und 40 Prozent. Stichwort Blockchain: 37 Prozent der großen und 34 Prozent der kleinen Firmen wollen Geld dafür bereitstellen. Alles zu Internet of Things auf CIO.de

Das bleibt nicht ohne Folgen für die Belegschaft. CIOs sehen neue berufliche Rollen entstehen: 32 Prozent nennen einen Chief IoT Officer, 28 Prozent außerdem Cloud Builder oder Cloud Computing Engineers sowie Security-Strategen. Als weitere neue Funktionen gelten Data Scientisten (26 Prozent), Chief Data Officer/Datenschutzbeauftragte (25 Prozent) und Entwickler von Robotic Software (24 Prozent) sowie Experten für 3D-Druck (23 Prozent).

Neue berufliche Rollen wie der Chief IoT Officer entstehen.
Neue berufliche Rollen wie der Chief IoT Officer entstehen.
Foto: Pressmaster - shutterstock.com

Außerdem sehen die Befragten Automatisierungsexperten (22 Prozent), Anwendungsarchitekten (21 Prozent) und Qualitätsanalysten/Produktivitätsexperten (20 Prozent) im Kommen. Alle weiteren neu entstehenden Funktionen - darunter DevOps-Manager und Experten für Wearable Technology - bleiben unter der 20-Prozent-Marke. Aus dem kaufmännischen Bereich wird der Ruf nach E-Learning-Managern beziehungsweise Digital Learning Managern laut (34 Prozent).

Widersprüchliche Beobachtungen zum Einfluss der Technologie

Robert Half wollte von den Studienteilnehmern auch wissen, welches Fachgebiet sie IT-Einsteigern empfehlen. Ganz oben auf der Liste rangiert IT-Sicherheit (28 Prozent), mit deutlichem Abstand folgen Künstliche Intelligenz (14 Prozent) und Digitalisierung (zwölf Prozent). Mehr als fünf Prozent der Nennungen erreichen nur noch Software-Entwicklung und System-Administration.

Ein weiteres Ergebnis: 58 Prozent der Befragten erklären, die zunehmende Technologieeinbindung bedeute für die Belegschaft zusätzlichen Stress. 35 Prozent erklären außerdem, dass sich Aufgaben stark veränderten und der Aufbau von Arbeitsbeziehungen schwerer werde. Die Vereinbarkeit von Beruf und Privatem verschlechtere sich, die Bereitschaft zu Veränderungen sinke (jeweils 28 Prozent).

Was uns 2030 erwartet

Diese negativen Beobachtungen stehen im Kontrast zu weiteren Ergebnissen: Demnach sprechen 49 Prozent der Befragten von gesteigerter Produktivität durch die wachsende Technologieeinbindung und von verbesserter Kundenkommunikation. Fast ebenso viele (48 Prozent) sehen einer verbesserte Zusammenarbeit zwischen Abteilungen und Kollegen. Die Mitarbeiter könnten sich nun stärker auf anspruchsvolle und strategische Aufgaben konzentrieren, weil sie von Routineaufgaben entlastet seien (47 Prozent). Sie würden bei der Erweiterung ihrer Fähigkeiten unterstützt, sagen 46 Prozent.

Cybersicherheit und Künstliche Intelligenz (KI) gelten als wichtigste Gründe, warum Mitarbeiter ihr Unternehmen verlassen.
Cybersicherheit und Künstliche Intelligenz (KI) gelten als wichtigste Gründe, warum Mitarbeiter ihr Unternehmen verlassen.
Foto: Robert Half

Stichwort Fähigkeiten: In erster Linie sollen Schulungen dafür sorgen, dass die Mitarbeiter die Skills zur Nutzung neuer Technologien entwickeln (49 Prozent der Nennungen). Weitere Mittel sehen die Befragten im Einstellen neuer Mitarbeiter, die diese Fähigkeiten schon mitbringen (46 Prozent), in der Zusammenarbeit mit Beratern (40 Prozent) und mit externen Dienstleistern (38 Prozent).

Auf die Frage, warum Mitarbeiter ihr Unternehmen verlassen, nennt mehr als jeder Zweite Cybersicherheit (55 Prozent) und Künstliche Intelligenz (52 Prozent). "Unternehmen stehen beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz noch ganz am Anfang", kommentiert Christian Umbs, Managing Director bei Robert Half. Projekte rund um KI seien "häufig noch weit von einer strategischen Bedeutung für das Unternehmen entfernt". Er erwartet dennoch, dass KI die Art der Zusammenarbeit in den Firmen grundlegend verändern wird.

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